Neue Turnhalle der Jahn-Volksschule in Rosenberg geht in Betrieb
Sportliches Schmuckstück

Die Halle in Holzbauweise und der angeschlossener Sanitärtrakt aus Beton fügen sich gut ein ins Ensemble.
Vermischtes
Sulzbach-Rosenberg
07.09.2017
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Der Bürgermeister zeigte sich schwer beeindruckt, als er mit Architekt Martin Kunert (links) und Markus Hofmann vom Stadtbauamt den Neubau besichtigte.

Eine echte Punktlandung, und zwar in jeder Hinsicht. Die neue Turnhalle der Jahn-Volksschule ist fast fertig, und sie darf als vorbildlich gelten: perfekte Ausstattung, eine genau eingehaltene Bauzeit und vor allem Einhaltung des Kostenrahmens. Pünktlich zum Schuljahresbeginn öffnen sich dann die Tore für die jungen Sportler und abends für die Vereine.

Sie heißt zwar offiziell "Einfachturnhalle", aber einfach ist sie mit Sicherheit nicht gehalten. Beim Rundgang mit der SRZ erläuterte Architekt Martin Kunert die Einzelheiten des Holz-Gebäudes, das sich hervorragend einfügt ins Ensemble.

Ausgekleidet ist die Turnhalle der Größe 30 mal 18 Meter (5,5 Meter Höhe) mit federnden Prallwänden aus Holz, die auch für Lärmdämmung sorgen. Als Grundfarben herrschen anthrazit, grau und weiß vor, ansonsten kommt viel Gelb zum Einsatz - ein geschmackvolles Ambiente entstand.

Der flächenelastische Sportboden ist anthrazit und besitzt inzwischen rund 700 laufende Meter Markierungslinien: Immerhin kann hier Hand-, Fuß-, Basket- und Volleyball gespielt werden, ebenso Badminton. Aber auch alle Geräte sind schon vorhanden, über schwenkbare Sprossenwände, Stufen- und Steckbarren, Recksäulen, verstellbare Körbe, Klettertaue und -stangen, Schwebebalken, Trampoline und vieles andere mehr.

Top-Heizung und Lüftung

Die Multischaukel, so erklärte Martin Kunert, ersetze die herkömmliche Ringanlage und könne auch mit Strickleitern und Schaukelbrettern bestückt werden. Sicherheitstore verschließen die wohlgefüllten Geräteräume, von denen einer übrigens den Sportvereinen vorbehalten bleibt, die die Halle abends wieder nutzen können.

Heizungskonvektoren, unsichtbar hinter den Prallwänden montiert, ersetzen die bisherige Fußbodenheizung in Verbindung mit der ausgeklügelten Lüftungsanlage samt Wärmerückgewinnung. Überhaupt ist viel Technik verbaut: Die Raff-Stores können ebenso wie die Fensterflügel der Oberlichten per Motor bewegt werden. Per Bewegungsmelder sorgt die LED-Beleuchtung für optimale Verhältnisse, Brand- und Rauchmeldetechnik ist selbstverständlich auf hohem Standard realisiert worden.

In freundlichen Farben präsentieren sich im Beton-Zwischenbau auch die Umkleide- und Sanitärbereiche, letztere natürlich für Rollstuhlfahrer ausgelegt. Die Barrierefreiheit im Rahmen der Inklusion stellt ein extra Hublift sicher, der im Verbindungsgang den Niveauunterschied zwischen Schulgebäude und Turnhalle ausgleicht.

Neue Laufbahnen

Aber auch außen tat und tut sich viel: Die letzten Pflaster- und Rasenpflanzarbeiten laufen, die 50-Meter-Laufbahn mit ihren vier Spuren erhält eine Tartan-Oberfläche, die Sprunggrube ebenfalls einen neuen Laufbahn-Belag. Auf dem Dach sorgt ein Überlauf-System dafür, dass dort auch bei Starkregen nichts staut, und das Niederschlagswasser wird über Sickertunnel, sogenannte Rigolen, abgeleitet. Das ganze Projekt lief und läuft "just in time", freute sich Architekt Martin Kunert: Der Baubeginn war am 10. Juni 2016 mit dem Abbruch der alten Halle, Inbetriebnahme wird am 12. September sein.

Was hat die Halle denn nun gekostet? Markus Hofmann vom Bauamt weiß es genau: 2,5 Millionen sind veranschlagt, aber nur 2 450 000 verbraucht worden - eine erfreuliche, zweiprozentige Unterschreitung also. Aktuell seien 1,79 Millionen Euro schon ausgegeben. Die zugesagte Förderung durch die Regierung der Oberpfalz nach dem Finanzausgleichsgesetz betrage ca. 1,25 Millionen Euro, also etwa die Hälfte.

Und viel Geld blieb in der Region: 60 Prozent der Bauaufträge gingen an Firmen aus dem Landkreis, zehn Prozent in die Nachbarschaft. Lediglich 30 Prozent wurden überregional vergeben an Spezialfirmen für Sporthallenausstattung, erläutert Kunert.

Bürgermeister Michael Göth bestaunte die Ausstattungsqualität und meinte nur: "Ich bin begeistert!". Und damit wird er nicht allein bleiben. Spätestens, wenn der Sportbetrieb losgeht, sehen auch die Nutzer, welches Kleinod hier entstanden ist: Stand der Technik statt überholter Ausstattung - ein neuer Anziehungspunkt für Rosenberg.
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