Noch viel zu tun in der Produktion
Nur gesund gibt die Kuh viel Milch

Rudolf Keller. Bild: gf

Nur gesunde Kühe erzielten langfristig eine hohe Milchleistung, resümierte bei einer Veranstaltung des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Amberg in der Gaststätte Wagner Diplom-Ingenieur Rudolf Keller. Deshalb sollte der Gesundheit der Tiere großes Augenmerk zugewandt werden. Über Lehrfahrten zur Wetterstation Hiltersdorf und in den Landkreis Bayreuth, um sich über ökologische Milchproduktion zu informieren, berichtete Landwirtschaftsdirektor Josef Schmidt.

Noch viel zu tun

Es gebe viel zu tun, um die Milchproduktion weiter zu verbessern, stellte der stellvertretende AELF-Leiter und Bereichsleiter Landwirtschaft, Reinhold Kräckl, fest. Zu den Aufgaben, die er seit wenigen Monaten ausübe, gehöre der Bildungsbereich und die Zusammenarbeit mit landwirtschaftlichen Organisationen. Weitere Gäste waren Vorsitzender Ulrich Kummer und Elisabeth Streher vom Maschinen- und Betriebshilfsring Amberg-Sulzbach sowie Fütterungsberater Günter Stark vom Landeskuratorium der Erzeugerringe (LKV) Schwandorf.

Mit der NEC-Richtlinie der Europäischen Union soll die Umweltverschmutzung durch Luftschadstoffe vermieden werden, sagte Josef Schmidt. Alle Mitgliedsländer seien verpflichtet, dies in nationalen Gesetzen festzulegen und für eine Einhaltung der Höchstmengen zu sorgen. Dies gelte nicht nur für Industrie, Pkw-Verkehr, Energiewirtschaft und Privathaushalte: Die Landwirtschaft stehe ebenfalls im Fokus.

Wie es mit dem Klimawandel in der Oberpfalz aussieht, darüber informierten sich Landwirte bei einem Besuch in der Wetterstation Hiltersdorf. Bei einer Lehrfahrt vom AELF und vom Verband für landwirtschaftliche Fachbildung (VLF) in den Landkreis Bayreuth wurde die Betriebsgemeinschaft Küfner-Naiser in Bindlach besichtigt, die 170 Hektar landwirtschaftliche Fläche bewirtschaftet und 170 Kühe hält. Ebenfalls wurde der Betrieb Küfner in Untergräfenthal besucht, der seit 25 Jahren ökologisch wirtschaftet. Deutlich geworden sei, dass Ökoproduktion nicht nur aus ideologischer, sondern auch aus ökonomischer Sicht Zukunft hat, konstatierte Schmidt.

Tiere und Klima im Blick

Mit hohen Lebensleistungen klimafreundlich und erfolgreich Milch produzieren: So überschrieb Rudolf Keller von der Herdenmanagement GmbH (HCS) in Hofheim/Unterfranken seine Ausführungen. Im Mittelpunkt aller Überlegungen stehe dabei die Tiergesundheit - denn nur gesunde Kühe erzielten langfristig auch eine hohe Milchleistung.

Rentabel und gesundGroße Bedeutung besitzen in der Milchproduktion die drei Wochen vor und nach einer Abkalbung, betonte Rudolf Keller: Dies sei eine besonders kritische Zeit. Dabei sollte auf jeden Fall Milchfieber mit allen damit verbundenen Folgen wie Schwergeburten, Nachgeburtsverhaltung oder unsaubere Kühe vermieden werden.

Ziel einer zeitgemäßen Milchviehhaltung ist nach Kellners Worten eine rentable und gesunde Produktion mit einer guten Fruchtbarkeit und einer hohen Lebensleistung. Ebenfalls sollte für eine schnelle Pansenentwicklung gesorgt werden, damit gesunde, rahmige, schnell zu besamende Färsen heranwachsen.

Bei all diesen Überlegungen sollten aber die unterschiedlichen Bedingungen und die verschiedenen betriebswirtschaftlichen Zielsetzungen jedes Landwirts berücksichtigt werden, empfahl der Referent. (bt)
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