07.03.2018 - 16:48 Uhr
Sulzbach-Rosenberg

Polizeiinspektion Sulzbach-Rosenberg legt Verkehrsstatistik vor Klarer Trend: Unfallzahl sinkt

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser: Liest man die Verkehrsstatistik der Polizei genau, so findet man genau diese Aussage wieder. Mehr Kontrollen produzieren auch mehr Sicherheit im Straßenverkehr. Das schlägt sich inzwischen deutlich positiv nieder.

Peter Krämer, Uwe Aulinger und Michael Kernebeck (von links) präsentierten einen erfreulichen Bericht zur Situation auf den Straßen. Bild: Gebhardt
von Joachim Gebhardt Kontakt Profil

"Wir sind sehr zufrieden!" Das strahlen die drei Polizisten auch aus: Erster Polizeihauptkommissar Michael Kernebeck, der Chef der Polizeiinspektion, Polizeihauptkommissar Peter Krämer als sein Stellvertreter und Polizeihauptkommissar Uwe Aulinger, Mitarbeiter Verkehr der Polizeiinspektion (PI), legen eine Bilanz vor, die hoffen lässt.

951 Unfälle (ohne Autobahn A 6) registrierte die Polizei im Dienstbereich 2016, vergangenes Jahr waren es nur mehr 891 und damit 6,3 Prozent weniger. 891, das klingt nach sehr viel, doch Uwe Aulinger relativiert: "Fast 600 davon sind sogenannte Kleinunfälle ohne Verletzte oder Wildunfälle." Der Wert für Letztere stagnierte bei gut 300.

Zwei Tote

Allerdings starben auch zwei Personen im Jahr 2017 im Straßenverkehr: Mitte August ein Mann, der mit seinem Roller von einem Pkw erfasst wurde, und Mitte September ein Autofahrer, der, vermutlich krankheitsbedingt, in den Gegenverkehr gekracht war. Insgesamt sank die Zahl der Unfälle mit Personenschaden um 26 Prozent auf 105, berichtet der Sachbearbeiter, vermerkt aber gleichzeitig, dass die Zahl der Schwerverletzten etwas anstieg auf 49. Mit leichteren Blessuren kamen 97 Personen davon - "das sind fast 38 Prozent weniger!"

Warum geschehen diese Unfälle? Hauptursache, so Michael Kernebeck, seien nach wie vor fehlerhaftes Abbiegen, Wenden oder Rückwärtsfahren, gefolgt von Vorfahrtsmissachtung, falscher Straßenbenutzung und Alkoholeinfluss. Besonders froh ist Uwe Aulinger darüber, dass 2017 kein einziger Schulwegunfall passiert ist: "Ich danke all den freiwilligen Schulweghelfern für ihren täglichen Einsatz!" Nach wie vor ein Problem ist die wachsende Mentalität des Wegschauens: 151 Autofahrer entfernten sich einfach, ohne zu ihren verursachten Schäden, meistens beim Aus- und Einparken, zu stehen. Ein gutes Drittel hat die Polizei 2017 ermitteln können.

Senioren topfit

Welche Rolle spielen junge Erwachsene und Senioren beim Unfallgeschehen? Peter Krämer sieht hier keine Besonderheiten: "58 Fahranfänger waren in Unfälle verwickelt, 37 als Verursacher." Missachtung der Vorfahrt und zu hohe Geschwindigkeit seien hier die Hauptgründe. In der Altersgruppe der Senioren ist das anders: 66 Mal krachte es, in 48 Fällen Unfälle waren Senioren auch Verursacher, meistens bei der Vorfahrt oder beim Abbiegen, Wenden oder Anfahren. Deutlich mehr schlug da der Alkohol zu Buche: 84 (Vorjahr 56) beschwipste Kraftfahrer zogen die Beamten aus dem Verkehr, was in vielen Fällen den Entzug der Fahrerlaubnis bedeutete. Dazu kamen 35 (im Vorjahr 19) Drogenfahrten.

Wirkung zeigten die Geschwindigkeitskontrollen, bilanziert Aulinger zum Schluss: Mit gleichem Kontrollaufwand wie 2016 gab es nur 186 (Vorjahr 271) Anzeigen und 9 (im Vorjahr 23) Regelfahrverbote mit mindestens einem Monat. Mehr als 40 km/h zu schnell außerorts und mehr als 30 in Ortschaften sind hier der Grund. Eine Zunahme ist bei Gurtmuffeln und Handy-Sündern zu verzeichnen. Die Polizei zeigt sich insgesamt zufrieden. "Die Verletzten- und Unfallzahlen sinken weiter, damit liegen wir gut im Bayerntrend", freute sich Michael Kernebeck abschließend.

Die Verletzten- und Unfallzahlen sinken weiter, damit liegen wir gut im Bayerntrend.Erster Polizeihauptkommissar Michael Kernebeck

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.