25.02.2018 - 20:00 Uhr
Sulzbach-Rosenberg

Probe-Imkertag des Kreisverbandes in Königstein Lebensnotwendige Arbeit

"Imkern auf Probe" ist eine beliebte Möglichkeit, ohne große Verbindlichkeiten Einblick in die theoretischen und praktischen Grundlagen der Imkerei zu erhalten. Einhergehen damit aber auch konkrete Vorteile für Natur und Umwelt. Also ein echter Mehrwert für die Region

Vorstellung der neuen Probe-Imker mit (von links) Fachwart Alexander Titz, Kreisvorsitzendem Andreas Royer, Kurt Staudte, Celine Brunner, Vorsitzendem Günther Haller, Jonas Spiller und Hirschbachs Bürgermeister Hans Durst. Bild: exb
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Königstein. Günther Haller freute sich beim Probe-Imkertag des Kreisverbandes als Vorsitzender der örtlichen Bienenzüchter über das Interesse von Hirschbachs Bürgermeister Hans Durst, Kreisvorsitzendem Andreas Royer und von Helmut Heuberger als Vorsitzendem des Bienenzuchtvereins Sulzbach-Rosenberg.

Auch Peter Zagel, Chef des Imkervereins Neukirchen-Holnstein, sowie Vertretungen des Imkervereins Illschwang-Birgland und natürlich auch der Imkerverein Hirschbach-Königstein zeigten am Freitag Präsenz im Königsteiner Hof.

Flächendeckung angestrebt

Kreisvorsitzender Andreas Royer, machte nochmals auf die Wichtigkeit des Imkerns auf Probe aufmerksam und erinnerte an das Projekt des Kreisverbandes "In jedes Dorf ein Bienenvolk" zur Gewährleistung einer flächendeckenden Bestäubung. Hier sollten Landwirte, Privateigentümer und Gemeinden auf Flächen hinweisen, die sich als Standorte für Bienen eignen. Imkervereine, die das "Imkern auf Probe" anbieten und damit den Imkernachwuchs fördern, können seit 2008 mit einem Zuschuss des Freistaates Bayern rechnen, informierte Fachwart Alexander Titz die Imker-Kollegen.

Honigbienen haben in unseren Breiten ohne menschliche Hilfe heute kaum mehr Überlebenschancen. Andererseits sind Bienen aufgrund ihrer Bestäubungsleistung bei den meisten bunt blühenden Pflanzen - Nutzpflanzen und Wildpflanzen gleichermaßen - für uns alle lebensnotwendig. Es sei deshalb wichtig, dass es Menschen gibt, die sich mit Bienen befassen.

Nun sei es aber auch nicht ganz einfach, Kontakt zu Bienen und zu Imkern zu finden, so Titz. "Es ist deshalb angebracht, jungen Menschen über die Schulen Zugang zu Bienen anzubieten. Die Erfahrung zeigt, dass sich viele Kinder von der 5. bis zur 10. Klasse, unabhängig von der Schulart, für Bienen sehr interessieren."

Erfolgreich in Schulen

Wenn Unterricht über Bienen angeboten werde, stelle sich schnell Nachfrage ein. Und das zeigten auch die Schulprojekte des Kreisverbandes, bei denen derzeit die Jahnschule Sulzbach-Rosenberg, die Krötenseeschule, die Pestalozzischule, das Erasmus-Gymnasium Amberg, die Grundschule Illschwang und die Grundschule Königstein erfolgreich betreut werden.

Bienen in der Schule müssten sich nicht ausschließlich auf den Biologieunterricht beschränken, dem sie zweifellos am nächsten stehen. Auch andere Fächer wie Religion, Kunst, Mathematik und Deutsch könnten sich am Bienenprojekt beteiligen informierte Fachwart Alexander Titz. Ein Lehrfilm über das Leben der Honigbiene rundete den interessanten Abend ab.

Unentbehrliche Bienen

Warum wird die Bienenhaltung in Bayern gefördert? Fachwart Alexander Titz gab in Königstein Auskunft: In der Landwirtschaft sind 80 Prozent der Kulturpflanzen auf die Bestäubung durch die Honigbienen angewiesen. Beispielsweise ist Obstbau ohne Bienen undenkbar. Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass Bienen die Ertragsmenge und -qualität auch für viele nicht zwingend fremdbestäubte Kulturpflanzen wie z.B. den Raps deutlich erhöhen.

Auch für die Wildflora spielen die Bienen eine unentbehrliche Rolle, sie tragen damit zum Erhalt der Artenvielfalt bei. Der volkswirtschaftliche Nutzen der Imkerei durch Bestäubung der Kultur- und Wildpflanzen wird auf das 15-fache der Honig- und Wachsproduktion geschätzt. Allerdings ist die Zahl der Imker in Deutschland rückläufig.

Es bestehe die Gefahr, dass zukünftig nicht mehr alle Flächen ausreichend von Bienen beflogen werden und die notwendige Bestäubungsleistung dort nicht erbracht werden kann.

Neben der Wertschöpfung besitze das Imkern einen hohen Freizeitwert. Durch die intensive Beschäftigung mit dem Nutztier Biene werde die Beobachtungsgabe geschult, das Verständnis für natürliche Zusammenhänge verbessert, Entspannung ermöglicht und der Erfahrungsaustausch mit anderen Imkern gefördert. (exb)

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