Projektil durchschlägt Schlafzimmertür und bleibt in Wand stecken
Rentner vermutet Einbrecher und feuert aus Pistole

Von der Polizei sichergestellt wurden die drei Waffen samt Munition. Ob sie der Besitzer jemals zurückerhält, darüber hat das Landratsamt zu befinden. (Foto: Polizei)
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Sulzbach-Rosenberg
20.03.2018
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Mitten in der Nacht hallt ein Schuss am Loderhof - abgefeuert von einem 76-Jährigen. Passiert ist das Ganze in einem Zweifamilienhaus, in dem der Senior alleine in seiner Wohnung lebt. In der Nacht zum Dienstag - genauer um 1.15 Uhr - vernahm der Mann Geräusche vor seiner Tür. Sein erster Gedanke: "Es sind Einbrecher im Haus." Um einer Attacke gegen sich von außen zuvorzukommen, holte er aus seinem Waffenbestand eine Pistole - und drückte ab. Ein einzelner Schuss, der fiel!

Das Projektil durchschlug die Schlafzimmertür und blieb in der gegenüberliegenden Wand stecken. Der Rentner selbst verständigte danach die Polizei, die sofort mit einer Streife anrückte.

Die Beamten - sie wussten nicht, was sie bei ihrer Ankunft erwarten würde und waren deshalb besonders auf Eigensicherung bedacht - trafen den verwirrt wirkenden Schützen an und beruhigten ihn. Verletzt wurde bei der Aktion niemand. Es fanden sich aber auch keinerlei Spuren, die Rückschlüsse auf einen möglichen Einbrecher zugelassen hätten.

Wie es dazu kommen konnte, schilderte der stellvertretende Leiter der Polizeiinspektion Sulzbach-Rosenberg, Hauptkommissar Peter Krämer, gegenüber Oberpfalz-Medien: "Der Mann ist krank und auf starke Medikamente angewiesen. Dabei kann es durchaus zu Haluzinationen kommen." Möglicherweise war das in der Dienstagnacht so, und deshalb legte der Beamte nach: "Der dürfte in einer Art Opferrolle zu betrachten sein." Zu dieser Ansicht kam Krämer auch im Zusammenhang mit der Tatsache, dass der 76-Jährige keineswegs illegal die Waffe gezückt hatte.

Der Mann verfügt über amtlich ausgestellte Waffenbesitzkarten. Nicht nur für die verwendete Pistole, sondern darüber hinaus noch für einen Revolver und eine Langwaffe, sprich ein Jagdgewehr. Dazu fanden die Ordnungshüter noch insgesamt 75 Schuss Munition für die drei erwähnten Waffen. Alles dies stellten die Uniformierten sicher und transportierten es ab.

Ob der Mann sein Eigentum wieder zurückerhält oder ob es behördlich eingezogen wird, ebenso wie die erwähnten Berechtigungsscheine, darüber hat laut Hauptkommissar Krämer nun das Landratsamt zu entscheiden.
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