02.05.2017 - 20:10 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Rosenberger Atemschutzgeräteträger brechen Training ab Realer Einsatz statt Container

Rosenberger Feuerwehrleute wären eigentlich am Freitag dran gewesen bei der Übung im Flashover-Container. Doch ein realer Einsatz, nämlich der Großbrand in Kropfersricht, beendete das Training, als es noch gar nicht begonnen hatte.

Im Brandübungscontainer, den der Landesfeuerwehrverband kostenlos zur Verfügung stellte, wurde ein Zimmerbrand simuliert - hautnah erlebten die übenden Feuerwehrleute, wie schnell ein Flashover, also eine Raumdurchzündung, enstehen kann und welche gefährlichen Situationen sich dadurch für die Rettungskräfte ergeben.
von Kristina Sandig Kontakt Profil

Ein Container des bayerischen Landesfeuerwehrverbandes stand in der vergangenen Woche, genauer gesagt von Dienstag bis Samstag, auf der Hochofen-Plaza. Der Container leistet wertvolle Dienste bei der Ausbildung von Atemschutzgeräteträgern, ermöglicht er ihnen doch ein Training unter realen, aber dennoch kontrollierten Bedingungen.

"Absolut positiv"

Atemschutzgeräteträger befinden sich quasi mittendrin in einem Zimmerbrand und können live die Entwicklung verfolgen, die ein Feuer nehmen kann - bis hin zum gefährlichen Flashover, wie eine Raumdurchzündung auch bezeichnet wird. Die Rosenberger Feuerwehr hat sich nach Angaben ihres Ausbilders für Atemschutzgeräte, Frank Schloß, für den Brandübungscontainer des Landesfeuerwehrverbandes im vergangenen Jahr beworben und heuer den Zuschlag bekommen. "Es war absolut positiv", lautet die Bilanz von Frank Schloß für das Training unter realen Bedingungen. "Von den Teilnehmern haben wir nur absolut positives Feedback bekommen."

Einziger Wermutstropfen: 16 Aktive seiner eigenen Feuerwehr konnten die Übung im Container nicht absolvieren. Denn Freitagmorgen gegen 6.30 Uhr ging der Alarm los: In Kropfersricht brannten einige Dutzend Ster Holz in einer Holzlege, die Flammen drohten auf ein Wohnhaus überzugreifen. Die Rosenberger Aktiven waren über Stunden hinweg im Löscheinsatz. Lediglich zwei Feuerwehrmänner wurden laut Schloß aus dem Einsatz herausgelöst, um als Sicherungstrupp für die im Container übende Vilsecker Feuerwehr zu fungieren. "Das war natürlich nicht so geplant, dass wir dann das Training absagen mussten", erklärt Schloß. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten es 48 Aktive aus dem Landkreis absolviert. Pro Übungseinheit mit jeweils acht Feuerwehrleuten waren jeweils drei Stunden veranschlagt. Nach einem theoretischen Teil ging's zum praktischen Training in den Container.

Mit zwei Mitgliedern der Werksfeuerwehr von ZF Friedrichshafen in Schweinfurt, einem weltweit führendern Technologiekonzern in der Antriebs- und Fahrwerktechnik, standen den Aktiven aus dem Landkreis zwei Profis als Ausbilder zur Seite. Frank Schloß ist froh über die Unterstützung vor Ort: Die Maxhütte Technologie (MHT) überließ der Rosenberger Feuerwehr die Hochofen-Plaza, der Hüttenverein stellte den Schulungsraum zur Verfügung. "Dadurch war alles vor Ort", so Schloß.

Reale Bedingungen

Alle, die im Brandübungscontainer waren, empfanden es als immens wichtig, das richtige Verhalten im Ernstfall unter realen Bedingungen trainieren zu können. Kosten hatte die Feuerwehr Rosenberg nicht zu berappen, denn für diese kam laut Schloß der Landesfeuerwehrverband beziehungsweise das bayerische Innenministerium auf.

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