07.02.2018 - 20:10 Uhr
Sulzbach-Rosenberg

Schwester Gerlinde Fuchs hält Gottesdienste in Rosenberg und Poppenricht Ins Amt der Lektorin berufen

Schwester Gerlinde Fuchs ist einen bewegten Lebens- und Arbeitsweg gegangen, der sie bis nach Amerika und Japan führte. Jetzt hat sie in ihrer alten Heimat eine neue Aufgabe gefunden.

Durch das Segensgebet und die Handauflegung beriefen (von links) Pfarrer Uwe Markert sowie die Kirchenvorsteher der evangelischen Gemeinde Poppenricht, Claudia Kausler, Günter Eger und Michael Kohl, die neue Lektorin, Schwester Gerlinde Fuchs. Bild: exb
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In einem festlichen Gottesdienst in der Johanniskirche beriefen sie die evangelischen Kirchengemeinden Rosenberg und Poppenricht zur Lektorin. Vor Pfarrer Uwe Markert und den Kirchenvorständen legte sie ihr Versprechen ab, das Amt treu und gewissenhaft auszuführen. Die Verantwortlichen nahmen sie durch die Handauflegung und die Segensgebete darin auf.

Nach ihrem Schulabschluss trat Gerlinde Fuchs in die Diakonissen-Gemeinschaft in Gunzenhausen ein. Sie studierte, um als Erzieherin arbeiten zu können. Zehn Jahre übte sie diesen Beruf in Kindergärten, Jungschar- und Jugendgruppen aus. Dann erhielt sie die Möglichkeit, sich zur Missionarin ausbilden zu lassen. Ihr Studium führte sie bis an die William-Carray-Universität in Los Angeles. 1981 begann in Japan ihre Arbeit als Missionarin, von der sie 2015 in ihre Heimat Rosenberg zurückkehrte.

Von Ruhestand wollte sie aber nichts wissen. Neben der Pflege von Familienangehörigen leitet sie donnerstags den Seniorenkreis in Nürnberg-Wöhrd und ist oft als Referentin in den Erwachsenenkreisen der Pfarrei aktiv. 2016 schlug sie der Kirchenvorstand als Lektorin vor. Das setzt allerdings eine Ausbildung voraus, weil sich die evangelische Kirche in Bayern auf den 14. Artikel des "Augsburger Bekenntnisses" beruft: Es darf niemand predigen, der nicht "ordentlich berufen" ist.

Ihre Kenntnisse über Gottesdienst- und Predigtlehre hat Schwester Gerlinde durch ein Kolloquium im November 2017 vor Regionalbischof Dr. Weiss nachgewiesen. Damit ist sie berechtigt, selbstständig Gottesdienste zu halten und auf der Grundlage sogenannter "Lesepredigten", die sie anpassen und ergänzen darf, Gottes Wort verkündigen. Doch damit nicht genug. Sie lässt sich bereits zur Prädikantin ausbilden, die ihre Predigten auch selbst schreiben darf.

Pfarrer Uwe Markert hob die Bedeutung der Wortverkündigung hervor: "Gottes Wort ist der Mittelpunkt eines Gottesdienstes und Zeichen der Gegenwart Gottes." Der Geistliche warb um Vertrauen gegenüber der neuen ehrenamtlichen Predigerin, auf dass ihre Gottesdienste genauso zahlreich wie die der Hauptamtlichen besucht würden.

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