Silvester in der Herzogstadt
Neuer Geist für 2017

Gefeiert wurde überall, und ab Miternacht natürlich auch auf den Straßen.
 
Grandios bot sich das Feuerwerk auch in Rosenberg dar. Zwischen Schlossberg und Maxhütte tauchten die explodierenden Raketen das Dorf in gleißendes Licht. Bilder: bmr (2)

"So kann es ruhig weiter gehen", meinte der freundliche Polizeibeamte. Befragt zur Silvesternacht, brauchte er dieses Mal keinerlei gravierende Vorkommnisse in seinen Bericht zu schreiben. Es wurde zwar viel geschossen, aber offensichtlich friedlich gefeiert. Und gebrannt hat es auch nirgends.

Der sonst gewohnte Nebel fehlte diesmal in der Silvesternacht, und so konnten die Bürger ein nicht enden wollendes Feuerwerk bewundern, das erst gegen 1 Uhr abebbte.

Durch die gute Sicht- und Hörbarkeit entstand der Eindruck, dass wirklich gewaltig geschossen wurde, und in der Tat: Der Pulverdampf erfüllte manche Straße, und als er sich verzog, gab er den Blick frei auf die Überreste der immer beliebter werdenden Feuerwerks-Batterien. Sie ersetzen zunehmend die Kleinraketen.

Vor allem an Kreuzungen und in der Innenstadt trafen sich die Feierwütigen, um nach dem Feuerwerk noch ein paar Gläschen zu heben auf das neue Jahr. Und in vielen Kneipen ging es lange hoch her.

Was wird 2017 bringen?

In den Kirchen aber versammelten sich die Gläubigen, um das Jahr in Besinnung und Hoffnung zu beenden. In seiner Jahresschlusspredigt in St. Marien ging Dekan Walter Hellauer auf Dietrich Bonhoeffer ein, dessen Gedicht wohl zum bekanntesten und populärsten geistlichen Lied des 20. Jahrhunderts geworden ist: "Von guten Mächten".

Wer von uns würde sich nicht nach dieser göttlichen Geborgenheit sehnen, "wenn kurz vor dem Jahreswechsel wir mit gemischten Gefühlen auf das schauen, was 2017 in diesen unruhigen Zeiten uns wohl bringen wird."

Man nehme Bonhoeffer sein Gottvertrauen auch ab. "Ein solches Gottvertrauen wünsche ich uns allen für das Jahr 2017, dass wir ganz kindlich darauf vertrauen können, von Gottes guten Mächten geborgen und behütet zu sein - egal, was das Leben uns auch bringen mag."

Pfarrer Wolfgang Bruder ging in seiner Predigt zu Silvester in St. Barbara und im Andreas-Raselius-Haus ein auf den 121. Psalm "Woher kommt mir Hilfe?" Und die Antwort lautet: "Meine Hilfe kommt vom Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat."

Die meisten Probleme seien doch hausgemacht. "Es sind wohl einige Dutzend Menschen gestorben durch Terror, aber es sind Tausende, die durch Trunkenheitsfahrten im Verkehr umkommen." Mit Gottes Hilfe könnten wir schon etwas verändern in unserem Leben. Die Jahreslosung könne dazu helfen: "Ich will einen neuen Geist!"

Ruhe das bessere Konzept

Vikar Stefan Fischer hob in seiner Silvesterpredigt in der Christuskirche ein Wort des Propheten Jesaja hervor: "Durch Stillesein und Hoffen würdet ihr stark sein". Wo Terroristen und rechten Ideologen auf Angst und Verunsicherung setzen, seien Ruhe, Innehalten und Vertrauen das wirksamste Gegenmittel. Und der bessere Plan für das neue Jahr.

Am Neujahrstag wurde in der Christuskirche ein Gottesdienst zum Aufwachen gefeiert: "Wach mit Bach". Kantor Gerd Hennecke spielte dazu schwungvolle Stücke an der Orgel von Johann Sebastian Bach. Pfarrer Bruder sprach zur Jahreslosung.

Auslöser Hitzköpfigkeit

An Silvester griff Pfarrer Uwe Markert in der Rosenberger Johanniskirche ein Prophetenwort aus dem Alten Testament auf: Jesaja mahnte die Könige seiner Zeit, sich nicht auf militärische Stärke zu verlassen, sondern Ruhe zu bewahren. "Wie viele Konflikte entstehen aus Hitzköpfigkeit zwischen Privatpersonen und Staaten? Vieles wird durch überstürzte Reaktionen kaputt gemacht."

Wenn heute in Syrien ein Krieg tobe, erlebten wir ihn plötzlich mit. Unsere Welt sei klein und verletzlich geworden. "Hier geht es nicht nur um große Politik. Es geht um persönliche Haltung. Gott will, dass wir zur Ruhe kommen und still werden statt aktiv. Das ist schwer."

Kirchen-StatistikDie Kirchen geben an Silvester traditionell Zahlen zu ihrer statistischen Entwicklung bekannt. Wir haben sie hier für die vier Pfarrgemeinden zusammengestellt:

Christuskirche

50 Taufen, 6 Trauungen, 88 Beerdigungen, 55 Konfirmanden, 3 Kircheneintritte, 17 Kirchenaustritte.

Pfarrgemeinde St. Marien

26 Taufen, 8 Trauungen, 67 Sterbefälle, 36 Erstkommunionen, 53 Firmungen, 1 Kircheneintritt, 26 Kirchenaustritte.

Johanniskirche

21 Taufen, 3 Trauungen, 29 Beerdigungen, 19 Konfirmanden, 1 Kircheneintritt, 10 Kirchenaustritte.

Poppenricht: 13 Taufen, 1 Trauung, 3 Beerdigungen, keine Konfirmanden, keine Kircheneintritte, 5 Kirchenaustritte.

Herz-Jesu Rosenberg

20 Taufen, 18 Erstkommunionen, keine Firmung, 4 Trauungen, 43 Sterbefälle, 1 Kircheneintritt, 16 Kirchenaustritte. (ge)
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