15.01.2018 - 13:14 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Spekulationen um Ableben einer 79-Jährigen in Inklusions-Unterkunft an Einsteinstraße Tote beschäftigt Internet-Nutzer

Kaum waren Polizei, Sanitäter und später ein Leichenwagen am Samstag in der Einsteinstraße vor Ort, setzte auch die Diskussion im Internet schon ein. Schließlich wurde gar noch ein Sarg aus dem Haus gebracht und der Weg angesichts einbrechender Dunkelheit mit Taschenlampen erhellt. Vermutungen, die in Richtung Verbrechen gingen, wurden angestellt.

In einem der zwei Gebäude für Asylbewerber und Sozialschwache an der Einsteinstraße wurde am Samstag eine 79-Jährige tot aufgefunden. Angesichts der Tatsache, dass Polizei, Sanitäter und ein Leichenwagen dort vor Ort waren, setzte im Internet eine größere Diskussion ein. Bild: Gebhardt
von Erich Lobenhofer Kontakt Profil

Neben durchaus sachlichen Beiträgen in dem Portal "Du bist ein echter Sulzbach-Rosenberger, wenn du ..." gab es auch andere Feststellungen, die in der Parole gipfelten, die Presse würde wohl über einen Todesfall nicht berichten, weil Asylbewerber beteiligt sein könnten. In eine ähnliche Richtung ging ein anderer Eintrag, in dem es sinngemäß hieß, der Abtransport einer Leiche sei hinausgezögert worden, um dies im Schutze der Dunkelheit erledigen zu können.
 
Nichts von alledem, so die Polizei am Montag auf Nachfrage. Bestätigt wurde, dass es einen Todesfall gab. Auf den Plan gerufen hatte die Ordnungshüter eine 78-jährige aus dem Landkreis, die von ihrer ein Jahr älteren Schwester, die in einer der in dem Gebäude eingerichteten Sozialwohnungen lebte, tagelang nichts mehr gehört hatte. Die alarmierten Beamten standen vor verschlossener Tür, und es wurde auch nicht geöffnet. Dies geschah mit Unterstützung der Feuerwehr gegen 15.20 Uhr. Drinnen stießen Ordnungshüter und Rettungskräfte auf den Leichnam der 79-Jährigen. Sie dürfte dort schon zwei Tage gelegen sein.
 
Nach einem ersten Augenschein kreuzte der Notarzt auf dem Totenschein "Unnatürlicher Tod" an. Deshalb wurde der Kriminaldauerdienst gerufen. Die Ankunft der Beamten verzögerte sich wegen der zeitgleichen Bearbeitung eines anderen Sterbefalls. Deshalb verging zunächst Zeit. Weitere Zeit verstrich, bis die Experten ihre Untersuchungen abgeschlossen hatten. Sie kamen, nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft, zu der Erkenntnis, dass ein Drittverschulden am Tod der Frau ausscheidet - also natürliches Ableben und Freigabe des Leichnams zum Abtransport.

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