03.04.2018 - 20:00 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Stadtpfarrer Wolfgang Bruder geht in den Ruhestand Abschied und Neubeginn

Festliche Orgel- und Trompetenklänge begleiten den Gottesdienst: Für Pfarrer Wolfgang Bruder ist seine Verabschiedung in der Christuskirche eine wichtige Station auf der Suche nach einem intensiven und erfüllten Leben. Und dann kommt die feierliche Entpflichtung.

Pfarrer Wolfgang Bruder (Mitte) wurde durch Dekan Karlhermann Schötz verabschiedet. Links Bruders Frau Marianne. Bild: awb
von Autor AWBProfil

Das Gotteshaus war voll. Viele Gläubige wohnten der Feier bei, die auch für die Stadt Sulzbach-Rosenberg eine Zäsur bedeutet. Pfarrer Wolfgang Bruder legte seiner Predigt den eigenen Konfirmationsspruch zugrunde. Er erinnerte dabei an seinen Pfarrer vor 50 Jahren. "Warum hat er mir dieses Wort wohl gegeben?", fragte er. "Vielleicht hat er gespürt, dass mir schon damals die Suche nach einem intensiven und erfüllten Leben ins Herz gelegt war."

Mit dem Blick auf Menschen, die getauft und konfirmiert sind und trotzdem keinen Bezug zum Glauben haben, brauche es eine Erweckung, sagte der Geistliche. "Menschen, die geistlich tot sind, müssen erweckt werden." Der Ort, da dies geschehe, seien die Gottesdienste.

Fast 39 Jahre Dienst

Stadtpfarrer Roland Kurz freute sich über eine Reihe von Festgästen und Bruders Kollegen aus dem Amtsbereich. Kirchenmusikdirektor Gerd Hennecke intonierte mit Mitgliedern der Kantorei und der Leiterin des Posaunenchores Doreen Deyerl das große Gloria. Dekan Karl-Hermann Schötz verwies auf das Evangelium des Ostermontags. Nach fast 39-jährigem aktiven Dienst als Pfarrer der Landeskirche sehe Pfarrer Bruder der Ruhephase der beginnenden Altersteilzeit vorsichtig entgegen.

In fünf Seniorenheimen

"Der Eintritt in den Ruhestand ist ein Einschnitt, den wir heute würdigen. Vor allem die 39 Jahre Ihrer aktiven beruflichen Tätigkeit", sagte Dekan Schötz. "Sie traten zum 1. April 2006 ihren Dienst in Sulzbach-Rosenberg an, brachten sich ein als zuständiger Seelsorger für unsere fünf Seniorenheime, bei vielen Kasualien und Gottesdiensten, waren Ansprechpartner und Dekanatsbeauftragter für Lektoren und engagierten sich stark für das Reformationsjubiläum", dankte er im Namen von Landeskirche und Dekanatsbezirk. "Möge Gott Ihnen Kraft schenken, Ihre Gesundheit bewahren und Sie mit Ihrer Familie auch im Ruhestand behüten."

Entpflichtung und Empfang

Bei der Entpflichtung mit Handschlag erwähnte Dekan Schötz nochmals den Beginn der neuen Lebensphase. "Du bleibst ordinierter Pfarrer unserer Kirche, dazu berufen, zu predigen, zu taufen und die Feier des heiligen Abendmahls zu leiten. Du bist aber nun frei und entbunden von dienstlichen Pflichten in der Gemeinde und im Dekanatsbezirk", so der Dekan. Er übergab nach einem würdevollen Segensgebet das Schreiben der Landeskirche und Blumen an Marianne Bruder.

Beim Empfang im Gemeindesaal dankte 3. Bürgermeister Hans-Jürgen Reitzenstein dem angehenden Ruheständler für sein fast zwölf-jähriges Wirken in der Herzogstadt, verwies auf Bruders segensreiche Einsätze bei den verschiedensten Kasualien und als Ansprechpartner in Glaubensfragen.

Es folgten Günter Winter für den Kirchensprengel Hahnbach, Pfarrer Roland Böhmländer aus Amberg als Senior des Pfarrkapitels, Kirchenvorsteherin Gabi Müller für den Ausbildungskurs der Lektorinnen und Prädikanten sowie der Vertrauensmann des Kirchenvorstandes, Günter Schultheiß, für die Kirchengemeinde. "Du hast Dir durch viele Aktivitäten bei allen Einsätzen in unserer Christuskirche eine große Fan-Gemeinde erworben", dankte Schultheiß und übergab eine zum Ruhestand passende Campingliege mit Gutschein. (awb)

Lebenslauf

Nach Kindheit und Jugend in Fürth absolvierte Wolfgang Bruder 1973 bis 1979 ein Studium der Evangelischen Theologie in Erlangen und Tübingen. Ab 1. November 1979 folgte das Vikariat in Königsbrunn bei Augsburg, dort heiratete er Frau Marianne. 1981 bis 1984 war er Pfarrer zur Anstellung in Velden, Dekanatsbezirk Hersbruck. Am 10. Januar 1982 kam die Ordination durch Oberkirchenrat Viebig, 1984 die Übernahme der Pfarrstelle Oberasbach, Bezirk Fürth. 1994 bis 2004 war er Inhaber der Pfarrstelle St. Paul, Fürth, ab 1. April 2006 der 3. Stelle Sulzbach-Rosenberg. (awb)

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