12.03.2018 - 17:16 Uhr
Sulzbach-Rosenberg

Stadtwerke sichern Qualität Wasser auf Händen tragen

Beim Wasser geht es um verantwortungsvollen Umgang mit einem Lebensmittel. Jede Kommune trägt dafür Sorge, diesen wichtigen Stoff ausreichend und in bester Qualität bereitzustellen. Die Stadtwerke müssen deshalb die Werte ständige im Auge behalten. Aber es gibt noch eine weitere Daueraufgabe.

Die Stadtwerke stellten für die Bürger im Jahr 2017 rund 1 075 000 m3 Trinkwasser zur Verfügung. Bild: Ralf Hirschberger/dpa
von Andreas Royer Kontakt Profil

Von den Stadtwerken werden im Gebiet von Sulzbach-Rosenberg rund 145 Kilometer Hauptleitung und 5000 Hausanschlüsse betreut. Dazu kommt auch die Erschließung von Neubaugebieten. "Es sind für uns immer wiederkehrende Aufgaben, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Auch im Jahr 2018 werden wir etwa 500 000 Euro investieren, um genau dieser Aufgabe nachzukommen", erklären Werksleiter Roland Kraus und sein Stellvertreter Armin Wolf beim Pressegespräch.

Konkret verweisen die Fachleute für dieses Jahr auf Investitionen im Leitungsnetz in der Oberschwaigstraße sowie auf die Netzerweiterung im Baugebiet Kempfenhof. Fortgesetzt werden zudem die 2017 begonnen Arbeiten An der Point sowie der Unterhalt von Leitungen in der Blumenaustraße und Am Spittlberg. Auf der Agenda stehen auch die Erneuerung der Zuleitung zum Hochbehälter Annaberg und verschiedene Ausbesserungen bei Rohrbrüchen. Auf die Wasserverluste angesprochen, erklärt Roland Kraus, dass Sulzbach-Rosenberg mit Verlusten von knapp 63 000 Kubikmeter nach offizieller Klassifizierung unter der Rubrik "geringe Verluste" eingestuft wird. Rein rechnerisch belaufe sich dieses Defizit bei einer gesamten Gewinnung von 1 074 828 Kubikmeter auf 5,81 Prozent. "In den letzten sechs Jahren gab es Schwankungen zwischen 6,61 und 2,21 Prozent. Alle Verluste, die unter der Zehn-Prozent-Marke liegen, werden von offiziellen Stellen als in Ordnung eingestuft", so der Werksleiter.

Rohrbrüche und Lecks

Ursachen für die Wasserverluste liegen bei Rohrbrüchen oder auch an Lecks, die nicht bemerkt werden. Hinzu komme laut Armin Wolf auch die Tatsache, dass es bei den 5000 Hausanschlüssen auf Privatgrund immer wieder Probleme geben kann, die nicht in den Zuständigkeitsbereich der Stadtwerke fallen.

Zumindest sollten Auffälligkeiten sofort von den Bürgern bei den Stadtwerken gemeldet werden. "Rohrbrüche können nie ganz auf Null gestellt werden", ist Roland Kraus überzeugt. Sein Bestreben sei es, die Unannehmlichkeiten für die Bürger möglichst gering zu halten.

Die Stadtwerke haben auch ein Auge auf die Qualität des Wassers. Die fortwährende Überprüfung sei eine Daueraufgabe, unterstreichen die Stadtwerke-Vertreter Kraus und Wolf. Besonders im Fokus stehen dabei Belastungen mit Nitrat, Atrazin und dessen Abbauprodukt Desethylatrazin.

"Wir machen mehr Untersuchungen als vorgeschrieben sind und können auch für letztes Jahr vermelden, dass keine Überschreitungen nach der Trinkwasserverordnung festgestellt werden konnten. Gerade was die Pflanzenschutzmittel betrifft, sehen wir in den letzten Jahren eine absteigende Tendenz", erklären sie. Das von den Brunnen bezogene Rohwasser werde über einen Aktivkohlefilter von Atrazin befreit. Dieses sei dann nicht mehr nachweisbar, lediglich das Abbauprodukt.

Atrazin ist laut Internetportal "Wasser-Wissen" ein chemisches Pflanzenbehandlungsmittel, das, wie auch dessen Abbauprodukt Desethylatrazin, teilweise im Grundwasser vorkommt. Die Gründe dafür liegen hauptsächlich in der früher flächenhaften landwirtschaftlichen Anwendung des Pflanzenschutzmittels. Atrazin gilt als das bekannteste Herbizid und wurde vor allem im Maisanbau eingesetzt.

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