28.03.2018 - 20:00 Uhr
Sulzbach-Rosenberg

Sterbekasse ist finanziell und personell nicht mehr zu stemmen Hüttenverein am Scheideweg

Den Hüttenverein Glückauf plagen Sorgen. Nicht nur um die Zukunft der Hochofen-Plaza, sondern auch um seinen eigenen Fortbestand. Ausgerechnet die Kameradenhilfe bringt ihn in Nöte.

Vorsitzender Karl-Heinz König (links) gratuliert den Jubilaren des Hüttenvereins Glückauf. Bild: exb
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Bei der Jahreshauptversammlung im Kettelerhaus sprach der Vorsitzende Karl-Heinz König die weitere Entwicklung der Hochofen-Plaza an. Zumindest dieser Bereich der Maxhütte müsse langfristig erhalten werden, um die mehr als 150 Jahre alte Tradition der Stahlkocher in Sulzbach-Rosenberg zu bewahren.

König ließ die Aktivitäten des Vereins in den vergangenen Jahren Revue passieren. Er erwähnte Fahrten zu historischen Hütten- und Bergbau-Standorten, die Beteiligung am Hochofen-Weihnachtsmarkt, regelmäßige Gesellschafts-Nachmittage im Vereinsheim sowie die jährliche Spendenübergabe an Bedürftige.

Trotz einer Zahl von immer noch mehr als 800 Mitgliedern werde dieses Programm nur von einer kleinen Schar von Helfern gestemmt. Durch diese Aktivitäten habe der Hüttenverein auch nach dem Ende der Maxhütte eine gute Mischung aus Tradition und Zukunft gefunden.

Allerdings bedrohe nun eine der Säulen des Zusammenschlusses, die sogenannte Kameradenhilfe, dessen Zukunft. Dabei handelt es sich um eine in der Satzung verankerte, vom Verein organisierte Sterbekasse. Sie sei finanziell und auch personell in dieser Form nicht mehr aufrecht zu erhalten. Überalterung und Mitgliederschwund machten dem Verein zusätzlich zu schaffen.

Vor diesem Hintergrund kündigte König für den Herbst dieses Jahres eine außerordentliche Mitgliederversammlung an, in der beraten werden solle, wie der Hüttenverein Glückauf in die Zukunft geführt werden kann. Da eine Änderung des Vereinszwecks nicht ohne weiteres möglich sei, wäre im schlimmsten Falle eine Auflösung und Neugründung mit geänderter Satzung erforderlich. Diese und weitere Alternativen werde der Vorstand bis zur besagten Mitgliederversammlung im Herbst prüfen, um dem Verein vor dem Hintergrund der aktuell kritischen Situation eine Perspektive zu geben.

Die stellvertretende Landrätin Brigitte Bachmann, Bürgermeister Michael Göth und Landtagsabgeordneter Reinhold Strobl sprachen Grußworte. Bei der anschließenden Jubilarehrung wurden wieder etliche Mitglieder für ihre 40, 50 und sogar 60-jährige Treue geehrt.

Bei den Neuwahlen wurde Karl-Heinz König als Vorsitzender bestätigt. Ebenso einstimmig sprachen sich die Mitglieder für Christian Trösch als 2. Vorsitzenden, Angelika Lutter als Kassierin, Kornelia Lorenz als Schriftführerin, Karl-Heinz Utz als stellvertretenden Schriftführer sowie für die Beisitzer Franz Kick, Marianne König, Hans Lorenz, Eduard Meister sowie Gottfried Neuhold aus.

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