Stiberer schauen sich in Hirschau um

Die Stiber-Gruppe mit Stadtführer Sepp Strobl (Bildmitte, mit Aktenordner) vor dem Pflegschloss. Bild: rlö


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Sulzbach-Rosenberg. (rlö) Beiden Orten hat die Regentschaft von Kaiser Karl IV. goldene Zeiten gebracht: Da lag es nahe, dass sich die Historische Gruppe Stiber-Fähnlein die Stadt Hirschau für ihren Dreikönigsausflug aussuchte. Über 20 Freunde der regionalen Geschichte erlebten eine spannende Führung mit Heimatpfleger Sepp Strobl, einem lokalen Urgestein.

Der Exkurs nahm seinen Anfang beim Hirschauer Pflegamtsschloss. Der im 14. Jahrhundert errichtete Bau gilt als eine Keimzelle des Ortes, der bereits im 11. Jahrhundert nachgewiesen ist und damals zur Grafschaft Sulzbach, später Sulzbach-Hirschberg, gehörte. Nach Auflösung des Pflegamtes im Jahr 1790 erwarb im 19. Jahrhundert Familie Dorfner das Schloss, das später auch als Betriebsgebäude der Hirschauer Brauerei Dorfner genutzt und bis heute in Etappen teilsaniert wurde.

Hirschau, so erfuhren die Teilnehmer an der Führung, wurde 1271 erstmals urkundlich erwähnt und erlebte wie Sulzbach unter Kaiser Karl IV. im 14. Jahrhundert eine Blütezeit. Der Ort lag an der wichtigen Handelsverbindung Goldene Straße und erhielt vom Regenten Markt- und Mautrechte verliehen. Eine Steintafel mit dem zwiegeschwänzten böhmischen Löwen in der Fassade des "Röschenhauses" erinnert an diese Epoche. Aus dem 15. Jahrhundert stammt das gotische Rathaus der Kaolinstadt, in dem früher auch das Gefängnis und die Marktschranne untergebracht waren.

Stadtbildprägend ist die benachbarte Pfarrkirche Maria Himmelfahrt, im Ursprung gotisch, mit ihrem barocken Kirchturm und dem im 19. Jahrhundert entstandenen neugotischen Langschiff. Dass Hirschau über die erwähnten Baudenkmäler hinaus kaum nennenswerte historische Bausubstanz besitzt, ist die Folge mehrerer Brandkatastrophen, die den Ort im Verlauf der Jahrhunderte heimgesucht haben.
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