Stromausfall in Sulzbach-Rosenberg
Ein Morgen ohne Energie

Per Handy ging vom Storg-Gebäude aus um 9.33 Uhr die Meldung an die N-Ergie-Zentrale: "Alles wieder am Netz!" Bild: Gebhardt
Vermischtes
Sulzbach-Rosenberg
30.11.2016
1908
0

Das Licht im Bad geht aus, nur die Akku-Zahnbürste läuft weiter. Telefon tot, Radio auch. Und beim Nachbarn ist es genauso. Sulzbach-Rosenberg bleibt ohne Energie an diesem Mittwochmorgen. Schuld daran: ein Schmorbrand tief in einem wohlbekannten Gebäude.

Um 8.21 Uhr blieb am Mittwoch die Zeit stehen, zumindest auf den Analog-Uhren. Der Gang zum Sicherungskasten erwies sich bei allen Betroffenen als vergeblich - hier war alles in Ordnung. Kein Strom im ganzen Haus, in der ganzen Straße und - wie sich später herausstellte - teils über eine Stunde in der ganzen Stadt. Eine Trafo-Station im 20-kV-Mittelspannungsnetz war ausgefallen.

Die Ampeln verloschen, die Büros stellten mangels Strom die Arbeit ein. Es schlug die Stunde der Notstromaggregate. Wo sie fehlten, blieben die Läden im Dunkeln und die automatischen Tore der Märkte geschlossen. Hier bewährte sich die Vorsorge - das Kaufland zum Beispiel hatte im Haupthaus dank eigener Stromversorgung keine oder nur höchst kurzzeitige Probleme. Das Rohrwerk beispielsweise verfügt über eine eigene Leitung und war nicht betroffen.

Aber wie ging es im Krankenhaus zu, dort, wo fehlender Strom lebensbedrohlich sein kann? "Unser Notstrom-Diesel sprang wunderbar an und lief zuverlässig", freute sich stellvertretender Vorstand Roland Ganzmann am SRZ-Telefon. Der Normalbetrieb im Krankenhaus kam zwar zum Erliegen, denn alles, was mit Computerarbeitsplätzen zu tun hatte, fiel aus.

Aber die autarke Stromversorgung aus dem Keller arbeitete perfekt. "In den Operationssälen brachten wir nur die laufenden OPs zu Ende und begannen natürlich aus Sicherheitsgründen keine neuen", schilderte Ganzmann. Die Patientenversorgung sei zu keinem Zeitpunkt in Gefahr gewesen. "OP, Intensivstation und Zentrale Patientenaufnahme blieben stets versorgt!"

Was aber war eigentlich die Ursache? Die sofort alarmierte N-Ergie-Service-GmbH hatte den Fehler schnell gefunden: Er lag in der Rosenberger Straße im Keller eines wohlbekannten Gebäudes. Das ehemalige Kaufhaus Storg beherbergt seit seiner Errichtung eine eigene Trafo-Station der städtischen Stromversorgung. Zwar ist das Haus selbst zur Zeit abgeklemmt, doch die Station erfüllt weiterhin ihre Funktion als Bestandteil quasi einer langen Perlenkette von Spannungs-Transportern.

"Reißt die Kette an einer Stelle, rollen alle Perlen zu Boden", schildert der Sulzbach-Rosenberger Leiter der Service-GmbH, Florian Schwarz, die Situation: In einem der Lasttrennschalter schmorte ein Kontakt und löste die fatale Kettenreaktion im Stadtgebiet aus. Die Mannschaft hatte schnell den Keller des Gebäudes geentert. Durch sofortige Umschaltmaßnahmen gelang es dem Team, schon ab 9.09 Uhr erste Teile der Stadt wieder mit Strom zu versorgen, ab 9.32 Uhr lief wieder alles wie gewohnt.

Ein "normaler" Unfall also, der aber erneut bewies, wie sehr die Stadt von der stetigen Stromversorgung abhängt. Und wie wichtig im Falle eines Falles eine funktionierende Reserve ist.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.