02.04.2018 - 20:00 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Symposium an Polizeihochschule über lebensbedrohliche Einsatzlagen Einsatz gegen Amok und Terror

Die Zahl der Terroranschläge und sonstigen Bedrohungen nimmt nicht ab: Auch der Fachbereich Polizei an der Hochschule hat sich den neuen Herausforderungen angepasst. Mit künftigen Führungskräften des mittleren Managements gibt es hier ein spezielles Einsatzführungstraining, mit dessen Hilfe die Handlungskompetenz zur Führung solcher Einsatzlagen gestärkt wird.

Prof. Dietmar Heubrock, Leiter des Instituts für Rechtspsychologie der Universität Bremen, erklärte den Symposiums-Besuchern seine Forschungsergebnisse zum Verhalten von Attentätern vor der Tat. Bild: exb
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"Wir als Hochschule der Polizei wollen am Puls der Zeit bleiben". Mit diesen Worten begrüßte der Leiter des Fachbereichs Polizei der Hochschule des öffentlichen Dienstes (HföD), Ingbert Hoffmann, Gäste aus den Reihen der bayerischen Polizei, der Bundespolizei, des Verfassungsschutzes, benachbarter Bundesländer und aus Österreich zum Symposium "Lebensbedrohliche Einsatzlagen".

Wer erinnert sich nicht an die grausamen Bilder des islamistisch motivierten Terroranschlags auf die Redaktion der Pariser Satirezeitschrift Charlie Hebdo im Januar 2015, des Messeranschlags im Juni 2016 in einem Regionalzug in Würzburg, des Amoklaufs in München im Juli 2016 am Olympiaeinkaufszentrum oder des Lkw-Anschlags auf den Berliner Weihnachtsmarkt im Dezember 2016. Diese, aber auch weitere Vorfälle in Deutschland und den europäischen Nachbarländern hatten bei der bayerischen Polizei intensive Nachbereitungen zur Folge.

Hierbei wurden von Spezialisten aus allen Bereichen beispielhaft die Führungs- und Einsatzmittel, das taktische Vorgehen sowie die Aus- und Fortbildung auf den Prüfstand gestellt. Um auch am Puls der bundesweiten Entwicklungen zu sein, fand an den beiden Studienorten des Fachbereichs in Sulzbach-Rosenberg und Fürstenfeldbruck jeweils ein eintägiges Symposium für Polizeikräfte statt. Das Programm sollte den Zuhörern die Möglichkeit eröffnen, das Phänomen "Lebensbedrohliche Einsatzlagen" nicht nur polizeilich, sondern auch durch die Brille der Medizin, Psychologie und Öffentlichkeitsarbeit zu betrachten.

Vieles auf dem Weg

Der Inspekteur der bayerischen Polizei, Thomas Hampel, lobte in seinem Impulsreferat die Verknüpfung von Theorie und Praxis und hob die Herausforderungen des Terrorismus für die Sicherheitsbehörden hervor. Zugleich zeigte er aber auch die bereits umgesetzten und in Planung befindlichen Maßnahmen auf. Neben der bereits erfolgten Anschaffung von schusssicheren Helmen und kugelsicheren Westen steht die Einführung einer neuen Dienstwaffe kurz bevor. "Auch die Erhöhung der Einstellungszahlen ist beschlossene Sache."

Polizeivizepräsident Werner Feiler vom Polizeipräsidium München reflektierte den tragischen Amoklauf am Olympiaeinkaufszentrum und berichtete über die Ergebnisse der polizeilichen Nachbereitung des Einsatzes. Unter dem Motto "Stop the bleeding und clear the scene" referierte Oberstarzt Prof. Dr. Matthias Helm vom Bundeswehrkrankenhaus Ulm über Herausforderungen der Notfallmedizin in Anschlagsfällen und erforderliche Absprachen zwischen Polizei und Rettungsdiensten.

Polizeioberrat Markus Hack vom Polizeipräsidium Unterfranken ermöglichte einen Einblick in die präsidiumsinternen Fortbildungsmaßnahmen für Führungskräfte nach dem Messeranschlag im Regionalzug in Würzburg. "Ein wesentlicher Aspekt für die Sicherheitsbehörden ist die Prävention, also das Verhindern von Anschlägen und Amoklagen." Neben polizeilichen und nachrichtendienstlichen Maßnahmen spiele vor allem die Verhaltensforschung eine große Rolle. Prof. Dr. Dietmar Heubrock, Leiter des Instituts für Rechtspsychologie der Universität Bremen, erläuterte seine Forschungsergebnisse zum Vortatverhalten von Attentätern, die auf zahlreichen Feldexperimenten und Videoanalysen fußen.

Kompetent agieren

Fachbereichsleiter Hoffmann brachte das Ergebnis des Symposiums auf den Punkt: Er betonte die Notwendigkeit handlungsorientierter Ausbildung, um in lebensbedrohlichen Situationen auch professionell und kompetent als Führungskraft agieren zu können.

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