09.03.2018 - 20:00 Uhr
Sulzbach-Rosenberg

Technische Hilfeleistungen sind häufigste Einsatzart für die Feuerwehr Rosenberg Mehr Fehlalarme als Brände

Stellen Sie sich vor, Sie sitzen gemütlich mit ihrer Familie beim Abendessen. Oder Sie liegen gerade im Freibad und genießen ihren freien Nachmittag. Oder Sie schlafen gerade tief und fest. Da reißt ein Alarm Sie aus Ihren Träumen. Für die Männer und Frauen der Rosenberger Feuerwehr ist das Alltag.

Zwei Feuerwehrler sind seit 25 Jahren dabei. Von links Kommandant Jürgen Schloß, 2. Vorsitzender Georg Götz, Jochen Sandig, Herbert Feicht, Vorsitzender Hans König und Bürgermeister Michael Göth. Bild: kök
von Autor KÖKProfil

Ein Einsatz für die Gesellschaft, der nicht hoch genug geschätzt werden kann. Vorsitzender Hans König blickte bei der Jahreshauptversammlung aber zunächst auf das Vereinsjahr zurück.

449 Mitglieder

Dabei wurde deutlich: Die Rosenberger Wehr ist fest im gesellschaftlichen Leben der Herzogstadt verwurzelt. Sie pflegt gute Kontakte zu anderen Vereinen. Mit 449 Mitgliedern ist sie zudem einer der größten Vereine in Sulzbach-Rosenberg.

Für deren Pflege tue die Feuerwehr viel. Jedoch sei die bisher übliche Teilnahme an den Beerdigungen aller Mitglieder nicht mehr zu schaffen. Deshalb beschloss die Versammlung, dass bei reinen Fördermitgliedern zukünftig mit einer Karte und einer Blumenschale kondoliert wird.

Einen Neuzugang gibt es im Vorstand. Da Florian Kaufmann jetzt als 2. Kommandant aus diesem ausscheidet, nimmt Timo Makitta seinen Platz als Beisitzer ein.

Kommandant Jürgen Schloß blickte auf die Einsätze im vergangen Jahr zurück. An der Zahl änderte sich gegenüber 2016 nichts. Weit vorne liege die technische Hilfeleistung. Die Fehlalarme rangierten noch vor den Bränden. Die gefahrenen Kilometer mit den Fahrzeugen entspricht der Entfernung von Sulzbach-Rosenberg nach Estland. Neben den zahlreichen Einsatzstunden verbringen die 81 Aktiven einen Großteil ihrer Freizeit im Gerätehaus bei Übungen und Ausbildungsstunden. Überörtliche Lehrgänge kommen hinzu.

Die Atemschutz-Übungsanlage in Rosenberg steht den Feuerwehren in der Stadt und im Landkreis zur Verfügung. Auch hier werden zahlreiche ehrenamtliche Stunden geleistet. Erhöhte Einsätze und umfangreichere Prüfvorschriften erschweren die Arbeit in der Atemschutzpflegestelle.

Von Gaffern behindert

Als besonders fordernden Einsatz hob Schloß einen Brand im April in Kropfersricht hervor. Ein Anliegen war es ihm, auf das Phänomen der Gaffer hinzuweisen. Er erinnerte sich an einen Einsatz mit Rauchentwicklung. Als es galt, zwei Babys zu retten, seien die Einsatzkräfte von Schaulustigen behindert worden. Deshalb werde es künftig auch in Sulzbach-Rosenberg weiträumige Absperrungen an Einsatzstellen geben müssen.

Unverständnis für Gaffer und die immer mehr um sich greifende Aggression gegenüber Helfern äußerte Bürgermeister Michael Göth. "Das ist auch eine Gefahr für das Ehrenamt", sorgte er sich. Kreisbrandinspektor Christoph Strobel dankte der Rosenberger Wehr besonders für ihre Mitarbeit in der Landkreisfeuerwehrführung. Rosenberg stelle mit zehn Ausbildern die größte Abordnung.

"Volle Action" ist das Motto der Jugendgruppe. Die Mitglieder zwischen zehn und siebzehn Jahren unternahmen Ausflüge und trafen sich an den wöchentlichen Jugendabenden. Doch auch bei ihnen steht natürlich die Ausbildung im Vordergrund. Jugendwart Achim Stemp und sein Team mussten dafür die Vorgaben der deutschen Jugendfeuerwehr mit den ortsspezifischen technischen Gegebenheiten ergänzen. Wie erfolgreich die Gruppe ist, beweisen nicht nur viele Leistungsabzeichen. Gleich vier Jugendliche sind in die aktive Mannschaft übergetreten, so Stemp. Finanziert wird die Jugendarbeit besonders aus den Erlösen des Ski- und Fahrradbasars.

Die Rosenberger Feuerwehr ist stolz auf ihre Mitglieder. Diese unterstützen meist jahrzehntelang die Arbeit finanziell. Deshalb wurden bei der Versammlung für 25-jährige Mitgliedschaft Jochen Sandig, Markus Siegel, Christian Klinger, Johann Gurdan, Herbert Perrey und Herbert Feicht geehrt.

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