Testlauf für das freie WLAN in der Herzogstadt
Viel Schnee - wenig Internet

Recht bescheiden wirkt die Richtfunkanlage, die hoch oben im Bürgermeister-Amtszimmer Richtung Literaturarchiv sendet. Doch dort blockiert derzeit ein schneebedecktes Dachfenster den Empfang. Bilder: Gebhardt (3)
Vermischtes
Sulzbach-Rosenberg
12.01.2017
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In der Sulzbacher Innenstadt gibt es seit 20. Dezember etwas Neues - kostenloses, öffentliches WLAN. Die Herzogstadt wird mit diesem Schritt in die Moderne attraktiver. Nach langwieriger Planung sind die Hotspots jetzt scharf geschaltet. Aber funktionieren die Zugangspunkte auch wie sie sollten? Die SRZ hat sie getestet.

Das Ziel war klar: freies WLAN auf der Rosenberger Straße vom Stadtturm bis zum Bayerischen Hof. Mit insgesamt sechs Hotspots (Sendern) hat die Stadt die Strecke ausgestattet. Die Zugriffspunkte befinden sich am Luitpoldplatz, im Rathaus (drei), im Literaturarchiv und im Stadtturm. Unser Testlauf deckte das Gebiet zwischen Schloss bis zum alten Storg-Gebäude ab. Startpunkt Schloss: Hier ist noch keine Verbindung zum öffentlichen WLAN verfügbar. Erst auf Höhe des Bayerischen Hofs zeigt das Smartphone die ersten Signale an. Das Anmelden funktioniert schnell und unkompliziert. Wer am Handy nach verfügbaren WLAN-Netzwerken sucht und sich mit "su-ro.city FreeWiFi" verbinden lässt, ist so gut wie drin. Nur noch die Allgemeinen Geschäftsbedingungen lesen und bestätigen, schon besteht für bis zu zwei Stunden pro Tag kostenloser Zugang zum Internet.

Nicht in Seitengassen

Die Verbindung ist auf der Route stabil und zwischen den Hotspots wechselt das Gerät automatisch. Verlässt der Internetnutzer aber die Rosenberger Straße in eine der Seitengassen, bricht sehr schnell auch der Kontakt zum Internet ab. Auf Höhe des Café B 1 verliert das Smartphone die Verbindung. Das Handy findet das Signal den Hotspot im Literaturarchiv nicht. Auch weiter die Rosenberger Straße entlang, beim Stadtturm, ergibt sich die gleiche Situation. Lisa Wagemann, Informatikkauffrau bei der Stadtverwaltung, erklärt, dass die Richtfunkantennen nicht außen an den Fassaden, sondern in den Gebäuden stehen. "Wenn Schnee vor den Fenstern liegt, ist das Signal abgeschirmt." Das Problem sei bekannt. Eine Lösung dafür wäre, die Antennen draußen anzubringen. Doch da habe dann wohl auch der Denkmalschutz ein Wörtchen mitzureden.

Die Nagelprobe für das öffentliche WLAN steht erst im Sommer bevor: Kein beeinträchtigender Schnee, schönes Wetter, offene Eisdielen und jede Menge Leute. "Erst dann, wenn man diese Daten auswertet, kann das öffentliche Netzwerk feinjustiert werden", erklärte Wagemann.

Im Sommer justieren

"Allerdings sind die Hotspots nicht für Feste wie das Sulzbacher Altstadtfest ausgelegt", ergänzte Andreas Eckl, Leiter der Finanzverwaltung. Werden Einwahlknoten überstrapaziert, versagen sie den Dienst. Fazit: Das öffentliche WLAN für die Sulzbacher Innenstadt funktioniert, wenn die Signale der Richtfunkantennen nicht beeinträchtigt werden und nicht zu viele Leute das kostenlose Internet verwenden. Also: Warten auf den Sommer.
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