Unregelmäßige Öffnungszeiten im Liliencenter
Wenn's in der Postbank nicht mehr klingelt

Verschlossene Türen beim Postbank-Finanzcenter - keine Seltenheit in den vergangenen Monaten. Bilder: Royer (3)
Vermischtes
Sulzbach-Rosenberg
07.12.2016
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Nun ist es um den Ruf des Liliencenters nicht gerade zum Besten bestellt. Aber wenn dann auch noch ein Publikumsmagnet wie die Postbank mit unregelmäßigen Öffnungszeiten in der Vorweihnachtszeit für Ärger bei der Kundschaft sorgt, wird schnell das Totenglöckchen für den ganzen Komplex geläutet.

Fast wäre die Dame mit dem Kopf gegen die Eingangstüre der Postbank geknallt, denn zur besten Geschäftszeit blieb das automatisch öffnende Portal verriegelt. Schnell machten wieder Gerüchte die Runde, ob sich das Kreditinstitut samt Post zurückzieht, oder das Liliencenter gar schließt. Die SRZ suchte nun nach den Gründen.

Wenn beim Publikumsmagneten im Liliencenter Sand im Getriebe ist - und zwar in Form von unregelmäßigen Öffnungszeiten - kommt es bei den Postbank- oder Post-Kunden schnell mal zu Unmutsäußerungen. Beim genannten Gebäude-Komplex wird dann auch noch wegen der dort zahlreich vorhandenen Leerstände gerne einmal die Gerüchteküche geöffnet - von Schließung des 2001 eingeweihten Centers ist dann die Rede.

Schon im Januar dieses Jahres schossen verschiedene Vermutungen ins Kraut. Eine davon war, dass sich die Postbank aus dem Liliencenter verabschieden würde. SRZ-Recherchen ergaben, dass an diesen Gerüchten nichts dran sei. Damals kam Entwarnung sowohl von der Post als auch vom Geschäftsführer der Eigentümer-Holding Lincoln in Frankfurt. Beide erklärten damals, "dass es derzeit keine Bestrebungen gibt, diesen Mietvertrag zu kündigen".

Aktuell standen Kunden von Postbank und Post bei der Niederlassung in der Rosenberger Straße 40 immer wieder vor verschlossenen Türen. Gerade in der Vorweihnachtszeit mit dem verstärkten Paket- und Briefaufkommen für viele Bürger eine maximale Behinderung. Vereinzelt wurde auch festgestellt, dass diese unregelmäßigen Öffnungszeiten schon seit August andauern und auf Personalmangel zurückzuführen seien.

Postbank-Pressesprecher Tim Rehkopf erklärte auf Nachfrage der SRZ am Hauptsitz in Bonn, dass im Postbank-Finanzcenter Sulzbach-Rosenberg derzeit ein unerwartet hoher Krankenstand zu verzeichnen sei. "Diese kurzfristig bekannt werdenden Ausfälle führen zu einem personellen Engpass, der trotz aller Anstrengungen der Personalplanung nicht vollständig aufgefangen werden kann."

In Einzelfällen könne dies zu einer temporären Schließung der Filiale führen. Dies insbesondere, da die Postbank aus Sicherheitsgründen für Kunden und Mitarbeiter jederzeit das Vier-Augen-Prinzip gewährleisten müsse (Kassenbereiche, Paketverwahrung, etc.). "Unsere Personalplanung versucht mit allen Möglichkeiten, den aktuellen personellen Engpass aufzufangen. Aus diesem Grund ist es zumindest möglich, die Filiale fast täglich zu öffnen, wenn auch mit verkürzten Öffnungszeiten", so der Pressesprecher weiter.

Intensive Bemühungen

Wie außerdem zu erfahren war, ist die Personalabteilung derzeit intensiv bemüht, für das Finanzcenter in der Herzogstadt die unbefriedigende Personalsituation zu entspannen. Gedacht sei an Neueinstellungen und Aufstockung von Arbeitszeiten. Wann diese Maßnahmen greifen werden, stehe allerdings noch nicht fest. Gegenwärtig müssten die Kunden weiter mit diesen Einschränkungen leben.

Tim Rehkopf nannte für die nächsten Tage folgende Öffnungszeiten: Donnerstag: 8.30 bis 12.30 Uhr, nachmittags geschlossen; Freitag: 8.30 bis 12.30 und 14 bis 17 Uhr; Samstag: 9 bis 12 Uhr. Für die nachfolgenden Tage sei gegenwärtig noch keine weitere Prognose möglich.
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