23.04.2018 - 13:02 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Vierbeiner aus ungarischer Tötungsstation sorgt für Kettenreaktion Rettung von Hund Pauli provoziert Unfallflucht

Pauli war eigentlich bereits dem Tode geweiht. In einer Tötungsstation in Ungarn. Doch dann kam die Rettung durch ein älteres Paar aus Sulzbach-Rosenberg. Damit begann aber auch jener Teil der Geschichte, die nun möglicherweise eines Tages vor Gericht ihre Fortsetzung findet.

Symbolbild: Friso Gentsch/dpa
von Erich Lobenhofer Kontakt Profil

Mischling Pauli hat sich unterdessen bei seinen aktuellen Besitzern seit drei Monaten gut eingelebt, und das Hundeleben ist wohl aus seiner Sicht ein sehr angenehmes geworden in Deutschland.

Nichtsdestotrotz - was so ein echter Kaltschnäuzer ist, der will auch mal eigenständig seinem Erlebnisdrang freien Lauf lassen - in der neuen Welt quasi. Ja, und wenn so ein neugieriger Vierbeiner mal schnuppernd von dannen zieht, dann sind Herrchen und Frauchen rasch vergessen und abgehängt.

So geschehen am Sonntag gegen 21.20 Uhr. Pauli hat sich Ausgang genehmigt. Sein Besitzer (74) suchte die Fährte und fand sie auch an der Steigerstraße. Dorthin lenkte er seinen Skoda, um den in diesem Moment nicht ganz so treuen Gefährten wieder sicher heimzubringen. Als der Rentner den streunenden Pauli tatsächlich erblickte, öffnete er die Beifahrertür seines Autos und rief den Hund beim Namen.

Dass er dabei die Kontrolle über seinen Pkw kurz verlor, das geschah fast schon zwangsweise. Langer Rede kurzer Sinn: Der Skoda streifte einen geparkten Mazda, und der Verursacher setzte seinen Weg fort - noch immer zur Beifahrerseite hinaus nach Pauli rufend. "Er gab an, er hätte sofort wieder zurückfahren wollen", erläuterte dazu Peter Krämer, stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion im Sulzbacher Schloss.

Doch das half nichts mehr: Zeugen hatten unterdessen die Polizei alarmiert, aber auch den Mann aufgefordert, zur Unfallstelle zurückzukehren. Pauli saß unterdessen tatsächlich im Skoda an Bord. Doch auch ein noch so treuherziger Augenaufschlag des Ausreißers half nichts: Die Rechnung in Gestalt der Reparaturkosten geht auf das Konto des Herrchens - und die unvermeidliche Anzeige wegen Unfallflucht ebenso.

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