24.04.2017 - 20:10 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Vortrag zur Aktualität von Luthers Thesen Die Reformation ist nicht nur Geschichte

Mit der Frage "500 Jahre Reformation: Alte Geschichten oder Brisanz für heute?" befasst sich am Mittwoch, 3. Mai, ab 19 Uhr ein Vortrag im LCC. Er wird in Kooperation des Evangelischen Bildungswerks (EBW), der Katholischen Erwachsenen-Bildung (KEB) und der Volkshochschule (VHS) angeboten.

von Externer BeitragProfil

Harald Hofmann, so eine Pressemitteilung, rekapituliert in seinem Referat nicht nur die Geschichte der Reformation, sondern stellt auch Bezüge zu Fragestellungen des Hier und Jetzt her. Ende Oktober 1517, vor fast 500 Jahren also, schrieb in Erfurt ein unbekannter Mönch namens Martin Luther Weltgeschichte. Mit seinen 95 Thesen gegen Missstände in der mittelalterlichen Kirche begann die Reformation.

Wie fast alle Menschen christlichen Glaubens damals trieb auch Luther eine große Angst um: die Angst vor dem Fegefeuer oder der ewigen Hölle. Sie mündete in die zentrale Frage, welche religiösen Leistungen muss man erbringen, um vor Gott Gnade zu finden? Ein halbes Jahrtausend später, ist eine derartige Geisteshaltung weitgehend bedeutungslos. Auch die Ängste, die früher zum Alltag gehörten, haben sich, wie vieles andere, säkularisiert und von einem religiös geprägten Lebensgefühl losgelöst. Neue Ängste sind dazugekommen.

Die Drohungen eines vermeintlich gnadenlosen Gottes wurden ersetzt von den Gefahren einer globalisierten, unüberschaubaren, oft gnadenlosen Welt: Angst vor sozialem Abstieg, dem Verlust des Arbeitsplatzes, Armut im Alter, Zerstörung der Umwelt, weltweite Krisenherde, die Schere zwischen Gewinnern und Verlierern, politische Einflusslosigkeit. Die entscheidende Frage von heute lautet eher: Wie bekomme ich eine gnädige Welt?

Die Themen der Reformationszeit sind mithin in anderer Gestalt auch Themen von heute. Die Reformation, so eine Sichtweise, hat also Sprengkraft, auch noch heute. Der Vortragsabend will über das Gedenken an das historische Ereignis hinaus Brücken schlagen zwischen biblischen Hintergründen, Vorstellungen der Luther-Zeit und den Erfahrungen.

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