04.04.2018 - 20:00 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Wachsender Beratungsbedarf in Rechtsfragen beschert VdK einen Mitgliederzulauf 5500 Erfolge am Sozialgericht

"Wer Hilfe braucht, kommt zum VdK", sagt die Kreisvorsitzende Marianne Kies-Baldasty. Die zunehmende soziale Ungleichheit und der steigende Bedarf an Rechtsberatung bescheren dem Verband einen stetigen Mitgliederzuwachs.

Jubilarehrung beim VdK (von links): Vorsitzender Herbert Göth, Anne Biehl, Bürgermeister Michael Göth, Karl Janik, Irmtraud Engelhardt, Waltraud Dobmeier und Kreisvorsitzende Marianne Kies-Baldasty. Bild: Steinbacher
von Wolfgang BerndtProfil

"Für jeden Verein, der sich sozialpolitisch engagiert, sind viele Mitglieder nötig, um gegenüber der Politik durchsetzungsfähig und schlagkräftig zu sein", konstatierte auch Bürgermeister Michael Göth bei der Jahreshauptversammlung im Café des Seniorenheimes Bavaria. Darüber hinaus biete der VdK den Mitgliedern auch verschiedene gesellschaftliche Veranstaltungen an.

Neben zwanglosen Kaffeerunden weise das Programm auch Vorträge zu den Themen Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht oder Pflege auf. Außerdem erwähnte der Vorsitzende Herbert Göth die Muttertagsfeier und ein vorweihnachtliches Treffen. Auf Zustimmung stieß bei der Versammlung der Vorschlag, wieder eine Tages- oder Halbtagesfahrt zu organisieren.

Wie in den vergangenen Jahren habe der VdK-Kreisverband die Tafel in Amberg mit einer Spende unterstützt, teilte die Kreisvorsitzende Marianne Kies-Baldasty mit. Eigentlich sei es eine staatliche Aufgabe, dafür zu sorgen, dass alle Menschen genügend zu essen hätten. Aber so lange dies nicht der Fall sei, bleibe keine andere Wahl, als solchen Initiativen unter die Arme zu greifen. Wobei klar sein sollte, dass bei der Essensausgabe kein Unterschied zwischen Deutschen und Ausländern gemacht werden dürfe.

Inzwischen gehörten bundesweit über 1,8 Millionen Menschen dem VdK an; in Bayern 670 000 und im Kreisverband Amberg-Sulzbach knapp 10 000. Der Beratungsbedarf im Sozialrecht wachse stetig, da es für den Einzelnen immer schwieriger werde, ohne fachliche Unterstützung Sozialleistungen zu erhalten, gab Marianne Kies-Baldasty zu bedenken. 2017 habe der Landesverband 280 000 Beratungen durchgeführt, 53 500 Anträge auf Sozialleistungen und 19 000 Widersprüche gegen Entscheidungen von Behörden eingereicht. 5500 Klagen hätten Sozialgerichte zugunsten der VdK-Mitglieder entschieden.

Negativ auf die Höhe der Rente wirke sich der Anstieg der Beschäftigten im Niedriglohnsektor, in Leiharbeit, befristeten Minijobs oder Werkverträgen aus. "Höhere Löhne sind Voraussetzung für eine Rente, von der man leben kann", betonte die Referentin. Sie forderte die neue Bundesregierung auf, im Alter ein Leben in Würde zu ermöglichen: "Es muss endlich der Unsinn aufhören, dass ältere Menschen gezwungen sind, neben der Rente einen Minijob auszuüben." Der VdK werde auch in Sachen Pflege, Gesundheit, soziale Ungleichheit und Barrierefreiheit nicht lockerlassen und im Landtagswahlkampf in Bayern den Parteien auf den Zahn fühlen.

Jubilarehrung

25 Jahre: Waltraud Dobmeier, Anne Biehl, Karl Janik, Günter Bernhard

30 Jahre: Gunda Beer, Maria Bossl

40 Jahre: Wolfgang Eckl

70 Jahre: Georg Geier . (bt)

Höhere Löhne sind Voraussetzung für eine Rente, von der man leben kann.VdK-Kreisvorsitzende Marianne Kies-Baldasty

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