07.03.2018 - 16:48 Uhr
Sulzbach-Rosenberg

Warum die Zahl der Alkoholkontrollen in und um Sulzbach-Rosenberg steigt Engagierte Beamte, mehr Sicherheit

Alkoholkontrollen praktisch jeden Tag, immer mehr Sünder mit Werten von 0,5 Promille bis weit darüber werden ertappt: Was steckt dahinter, wollte unsere Zeitung vom Polizeichef, Erstem Polizeihauptkommissar Michael Kernebeck wissen. Neue Strategie oder nur Zufall?

1,32 Promille zeigt das Messgerät an. Der Wert fällt in die Kategorie Vollrausch. Bild: brü
von Joachim Gebhardt Kontakt Profil

Herr Kernebeck, es wird gefühlt viel mehr kontrolliert als früher - woran liegt das?

Kernebeck: Nun, es gibt keine spezielle Aktion, wenn Sie das meinen. Unsere Polizeistreifen, aber auch der Einsatzzug und die Zivilstreifen, achten eben verstärkt darauf, dass keiner betrunken fährt. Wir haben eine Menge junger Beamter bekommen, der Altersschnitt sinkt, und die neuen Kollegen sind halt sehr engagiert. Aber wir tun das nicht, um Leute zu ärgern, sondern wegen der Steigerung der Verkehrssicherheit.

Wie erkennen die Beamten einen Promille-Sünder?

Sie achten nicht nur auf Schlangenlinienfahrten, sondern vor allem auf körperliche Anzeichen bei den Fahrern: Alkoholgeruch, Pupillenreflexe, Hände, Sprache und so weiter. Inzwischen gibt es keine typischen Kontrollzeiten mehr wie früher. Wir ertappen Männer und Frauen aus allen möglichen Lebensbereichen zu allen möglichen Tageszeiten. Das Alter liegt meist zwischen 35 und 60.

Wie ermitteln Sie den Pegel?

Auf dem Revier steht ein Apparat, der gerichtsverwertbare Ergebnisse aus der Atemluft liefert. Weigert sich ein Proband, kann die Blutentnahme im Krankenhaus angeordnet werden. Ab 0,5 Promille ist der Führerschein einen Monat lang weg, dazu kommen zwei Punkte in Flensburg. Strafe und Kosten addieren sich auf rund 700 Euro. Im Wiederholungsfall verdoppelt sich das alles. Über 1,1 Promille wartet dann ein Strafbefehl mit Entzug der Fahrerlaubnis bis zu einem Jahr. Zur Wiedererlangung dient der bekannte MPU-Test. Fahranfänger haben bis zum 21. Lebensjahr die 0,0-Grenze zu beachten.

Darf man eigentlich nach zwei Halben Bier noch Auto fahren?

Mengenempfehlungen werden wir nicht geben, das kommt ganz auf die jeweilige Person an: Geschlecht, Gewicht, Tagesform. Normalerweise haben Sie dann aber schon 0,5 Promille und dürfen nicht mehr ans Steuer. Sogar mit 0,4 und darunter wird Ihnen die Weiterfahrt untersagt von den Beamten, wenn Sie kontrolliert werden und keine Ausfallerscheinungen zeigen. Von der Mitschuld an einem Unfall ganz zu schweigen. Und bitte vergessen Sie die legendäre "Heimfahrt bei Polizei-Schichtwechsel": Auch wir kennen diese Strategie.

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