26.12.2017 - 16:02 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Weihnachten in den Kirchen im Stadtgebiet Knien vor dem Kind in der Krippe

Krippenspiel, Christvesper, Christmette - viele Hundert Gläubige strömen an den Feiertagen in die Kirchen der Stadt. Sie alle hören die frohe Botschaft vom menschlichen Gott. Und auch die Kinder leisten ihren Beitrag zum Fest.

Wenn Himmel und Erde sich berühren, dann ist Weihnachten: Gott wird Mensch und liegt klein und machtlos in der Krippe. Groß und Klein, Alt und Jung wollen dieses Wunder sehen und kommen nach Bethlehem in den Stall. Das zeigte das Krippenspiel in der Kinderchristvesper Heiligabend in der Christuskirche. Nicht nur Maria und Josef, Hirten und Engel beten das Kind an, sondern auch eine Familie mit Vater, Mutter und Kind. Bild: cog
von Joachim Gebhardt Kontakt Profil

"Die Menschlichkeit Gottes im Kind Jesus erinnert die Menschen an ihre eigene Menschlichkeit" - so könnte man die Predigten an Weihnachten in der Kirchengemeinde Christuskirche zusammenfassen. Von Hahnbach über St. Barbara hin zur Christuskirche wurden neun Gottesdienste gefeiert. Den Familiengottesdienst am Nachmittag des Heiligen Abends gestaltete Diakonin Sabrina Schmidt. Mit einem Team der Kinder und Jugend der Christuskirche fragten sie in einem Krippenspiel "Wo berührt der Himmel die Erde?".

Luthers Lied

Die Christvesper in der mit rund 1000 Gläubigen besetzten Christuskirche wurde vom Posaunenchor unter Leitung von Doreen Deyerl, der Sulzbacher Kantorei und fünf Engeln (Mirjam Deyerl, Malin Kopzyk, Amelie Trösch, Leni Wolfsteiner und Katja Lehnerer) eindrucksvoll gestaltet. Dekan Karlhermann Schötz predigte über Martin Luthers Weihnachtslied "Vom Himmel hoch, da komm ich her". Schötz nannte insbesondere Konflikte am Weihnachtsfest und die steigende Armut alter und junger Menschen in unserem wohlhabenden Land. Das könne so nicht bleiben. Gegen diese wachsende Ungleichheit wandte sich auch Stadtpfarrer Roland Kurz in der Christmette. Mit dem Lied "Weihnachtsglocken künden leise uns vom lieben Christuskind" der Herzogstädterin Elisabeth Pirner gestaltete der Kirchenchor den letzten Gottesdienst an Heiligabend. Die Leitung in St. Barbara und im Raselius-Haus Hahnbach hatte Diakonin Irene Elsner.

Gelungene Kirchenmusik

Am Christfesttag feierte Vikar Stefan Fischer mit dem Posaunenchor den Festgottesdienst. Den Gottesdienst am 2. Feiertag umrahmte zum ersten Mal der Spaßchor unter Leitung von Rainer Kilbert zusammen mit Pfarrer Wolfgang Bruder. Die gelungene kirchenmusikalische Leitung aller Gottesdienste lag in den bewährten Händen von Kirchenmusikdirektor Gerd Hennecke. Gerade für die Musik wie auch Mesner Klaus Rösel mit Team ist Weihnachten Höchstsaison.

Ein beeindruckendes Krippenspiel gab es in Herz Jesu Rosenberg: Vor allem mit den Jüngsten und ihren Familien füllte sich am Nachmittag des Heiligen Abends die Kirche. Ein leuchtender Weihnachtsstern begleitete das Spiel mit Texten und Musik bis hin zum Kind in der Krippe. Eindrucksvoll zeigten über 50 Rosenberger Kinder und Jugendliche, verkleidet als Maria und Josef, Hirten, Engel, Römer, Wirte und Bewohner von Nazareth und Bethlehem, die Geburtsgeschichte Jesu. Mit Geschenken bepackt machten sie dem Gotteskind ihre Aufwartung. Ihrer Einladung folgend kniete die Gemeinde nieder und betete das Kind in der Krippe an. Jugendliche trugen dazu Fürbitten vor. Applaus war der Lohn für die Mühe aller Mitwirkenden unter der Regie des Kindergottesdienstteams. Die Weihnachtslieder wurden von Sebastian Brandl (Orgel), Regina Brandhuber (Piano), Johannes Doleschal (Saxofon), Martin Morgenschweis und Philipp Bublitz (Trompete) begleitet.

"Es ist wirklich ein Paradoxon, dass die modernen Menschen viel Zeit im Licht verbringen, und trotzdem sind sie Lichtjahre entfernt vom Licht Gottes", meinte Pfarrer Saju in seiner Predigt. Dieses digitale Licht der Geräte mache das Augenlicht und das Licht des Herzens kaputt, nämlich die familiären Beziehungen. "Viele wollen alles fernbedienen, aber leider nicht nah am Menschen sein."

Im Zeichen des Kindes

In St. Marien Sulzbach stellte Dekan Walter Hellauer fest, dass mit keinem anderen Fest des Kirchenjahres für uns gefühlsmäßig so viel verbunden sei wie mit der weihnachtlichen Heiligen Nacht.

Ein Kind werde zum Zeichen. Die Urkunde des Christentums stehe also nicht im Zeichen eines starken Mannes, sondern im Zeichen eines wehrlosen Kindes. "Denn der Gott, an den wir glauben, ist wehrlos wie ein Kind, gewaltfrei von der Krippe bis zum Kreuz. Gewalt ist keiner der Namen Gottes. Und was für andere Weltreligionen Gotteslästerung oder einfach undenkbar ist, bezeugen wir: Gottes Transzendenz, seine Göttlichkeit, weist nicht nur nach oben in die Höhe, sondern auch nach unten."

Unser Gott habe sich entwaffnet, werde zum wehrlosen Kind, um jeden Eindruck auszuschließen, dass er sich an uns Menschen rächen, uns durch Druck und Gewalt gefügig machen, unsere Freiheit durch Übermacht brechen wolle. (ge)

Für Sie empfohlen

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.