Zeugen gesucht: Kirwa-Spaß läuft aus dem Ruder
Kirwa-Gaudi geht den Bach hinunter

Der vollständige Text der Ebay-Anzeige lautete: "Ich suche einen kleinen schlanken Baum (Beispiel siehe Foto), Höhe ca. 18 Meter. Muss geeignet sein, um als Spießer unsere gewaltige 13-Meter-Schwalbe umzusetzen!" Das Foto zeigte den Rosenberger Kirwabaum. (Foto: Screenshot: ebay)
Vermischtes
Sulzbach-Rosenberg
06.09.2017
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Eine Kirwagaudi sollte es sein, am Ende wird's nun g'richtsmassig. Zumindest stehen Strafanzeigen wegen Körperverletzung, Beleidigung und Sachbeschädigung - begangen am Montagabend bei der Rosenberger Kirwa - im Raum.

Nach unseren Informationen nahm die Sache bei der Woizkirwa in Sulzbach ihren Anfang. Dort stand das vom Bauhof für Kirchweihen zur Verfügung gestellte Podium. Ob es nun wahre Hilfsbereitschaft war oder doch listige Hintergedanken die Hand führten, soll hier nicht weiter ergründet werden. Bekannt ist, dass es zur Allianz zwischen Sulzbacher und Rosenberger Kirwaburschen kam. Sie transportierten miteinander das Podium ab und brachten es nach Breitenbrunn.
Vor gut einer Woche richteten hier die örtlichen Kirwaleute erstmals in Eigenregie die Kirchweih aus. Doch an den sieben Quellen glaubte niemand an so viel warmherzige Unterstützung, sondern es herrschte Misstrauen und eher die Vermutung, die Sulzbacher und Rosenberger wollten eine flüssige Auslöse für die Anlieferung absahnen. Deshalb ließen sich die Besuchten auf keinen Handel ein.

Möglicherweise war es eine Reaktion auf das Geschehene, dass Ebay nun ins Spiel kam. Im Netz jedenfalls fand sich ein Bild des Rosenberger Kirwabaums, versehen mit diesem Text: "Ich suche einen kleinen schlanken Baum (Beispiel siehe Foto), Höhe ca. 18 Meter. Muss geeignet sein, um als Spießer unsere gewaltige 13-Meter-Schwalbe umzusetzen."

Eine Häme, die die Rosenberger so nicht ungestraft lassen. Sie haben für solche Fälle ihre wiederholt angewandte eigene Praxis: ein Bad im kühlen Rosenbach! In diesen fragwürdigen Genuss sollte am Montag gegen 18.30 Uhr ein 36-Jähriger gelangen, der dem Breitenbrunn-Lager zugerechnet wird. Doch der - er wurde als Urheber der Ebay-Botschaft verdächtigt - fand das gar nicht spaßig und widersetzte sich dem Zwangsbad. So gab es ein Gerangel und Hiebe, bis Schlichter das Treiben neben dem Podium beendeten.

Zur Polizei sagte das Brauchtumsopfer, er sei von sechs Rosenbergern (19 bis 25 Jahre) in eine Keilerei verwickelt worden, bei der sein Ohrring verlorenging und seine Brille beschädigt wurde. Außerdem sei seine Ehefrau beleidigt und geschlagen worden. Eine Bekannte (29) sei gar gewürgt worden und habe einen Hieb in die Magengegend bekommen. Die Polizei sprach in ihrem Bericht von einem "Revanchefoul", dessen Hintergründe es aufzuhellen gelte. Innerhalb der Ermittlungen werde es in den nächsten Tagen eine Vielzahl von Vernehmungen geben. Sie sucht nach Zeugen (09661/87 44-20).
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Heinz Rahm aus Weigendorf | 09.09.2017 | 11:44  
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