28.02.2017 - 16:52 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Zwischenfall im Umfeld der Rosenmontagsparty: Böser Verdacht klärt sich auf

Der Schwerlaster bahnt sich gewaltsam seinen Weg durch die Innenstadt Richtung Rosenmontagsparty - ein Horrorszenario. Einem Passanten fuhr zunächst der Schreck in die Glieder, doch dann handelte er entschlossen: Lobenswerter Einsatz, der aber dann zum Glück mit einer kompletten Entwarnung endete.

Der fehlgeleitete Tieflader steht in der Neustadt, vor ihm mit der roten Perücke der aufmerksame Passant: Jetzt können die Autos wieder passieren - Entwarnung. Bilder: Gebhardt (2)
von Joachim Gebhardt Kontakt Profil

Die Terroranschläge von Berlin und Nizza sind noch frisch in Erinnerung. Da macht man sich schon seine Gedanken, wenn etwas Verdächtiges in dieser Richtung passiert. Und genau das erlebte ein 54-Jähriger am Rosenmontag gegen 18 Uhr in der Neustadt.

"Wo will der bloß hin?"

Der Mann war mit seinem Auto und drei Begleitern von der Allee her Richtung Innenstadt zur Party unterwegs, als er plötzlich einen Schwerlaster bemerkte, der von der Bayreuther Straße kommend Richtung Neustadt einbog. Die Sattelzugmaschine, auf deren Auflieger ein Bundeswehr-Zehntonner-Lkw stand, fuhr durch die Engstelle mit den beiden Granit-Pollern bergauf. "Wo will denn der bloß hin?", ging es dem Beobachter durch den Kopf.

Als der Mann dann mit seinem Pkw ebenfalls die Stelle passierte, sah er zweierlei: Der obere Poller war samt mehreren Quadratmetern Pflaster komplett herausgerissen, und der Schwertransport schickte sich gerade an, nach rechts Richtung Luitpoldplatz abzubiegen.

Der 54-Jährige handelte nach dem ersten Schreck sofort: Er parkte sein Auto und lief dem 40-Tonner hinterher, der dann auch kurze Zeit später stehenblieb. Mutig stellte sich der Partygänger vor das Fahrzeug und bedeutete dem Lenker unmissverständlich, auszusteigen. Und dann klärte sich die Situation glücklicherweise auf: Das (offensichtlich für Lkw ungeeignete) Navigationsgerät hatte den ortsfremden Fahrer (55) aus dem Emsland in die Neustadt gelotst, und der vertraute der Elektronik blind. Inzwischen hatte er auch den massiven Schaden bemerkt, den er mit dem rechten Hinterrad des Auflegers am Poller angerichtet hatte.

Gelungene Wendung

Was blieb nun zu tun? Passanten verständigten die Polizei, der Lkw rangierte nach links, so dass eine Fahrspur wieder frei wurde. Wenig später gelang es mit einem größeren Wendemanöver vor der Christuskirche, den Sattelschlepper in die Gegenrichtung zu drehen. Er rollte wieder zurück, diesmal ohne Havarie, und der Fahrer wechselte dann auf dem Feuerwehr-Vorplatz den beschädigten Reifen.

Ein Trupp Wehrmänner, selbst auf dem Weg zum Luitpoldplatz, sicherte den Poller-Bereich sofort mit Absperrband. Die Polizei bezifferte den Schaden an Poller und Lkw auf jeweils rund 1000 Euro. Ende einer misslungenen Dienstfahrt.

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