18.10.2017 - 12:08 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Umbau der Waage in Ortsmitte Rosenbergs schreitet voran Wohnraum statt Leerstand

Aus zwei mach eins: In Rosenbergs Mitte wächst ein Projekt aus dem alten Gasthaus "Zur Waage". Zehn Wohnungen und eine Arztpraxis entstehen am Kirwaplatz. Der jahrelange Leerstand findet ein rühmliches Ende. Im Frühjahr sollen die Mieter einziehen. Bis dahin verwandelt die Bautruppe den Quasi-Rohbau durch Abbruch und Neueinbau in ein Schmuckstück. Doch noch dröhnt die Putzpumpe.

Von der Johannis-Kirche aus sind die einzelnen Terrassen gut zu erkennen, ebenso der Aufzugschacht an der Rückseite. Bilder: Gebhardt (2)
von Joachim Gebhardt Kontakt Profil

Stefan Thar ist jeden Tag auf der Baustelle. Zusammen mit einer Investorengruppe hat der Bauträger die Waage und auch das angebaute Geismann-Haus erworben und führt beide zusammen. Sein Ziel ist es, bezahlbaren und trotzdem hochwertigen Wohnraum zu schaffen. Dass er das kann, hat der studierte Holzbauingenieur zum Beispiel in der Klostergasse mit dem Umbau und der Sanierung von zehn Wohnungen bewiesen. Auch in Rosenberg setzt er auf seine Firma Biokonstrukt. Den Firmensitz wird er bald von Südtirol nach Sulzbach-Rosenberg verlegen. Hier konzentriert er sich nun voll auf das Rosenberger Projekt. Das Dachgeschoss samt Dachstuhl ist aus statischen Gründen schon komplett erneuert.

Zehn Wohnungen

Zehn Wohnungen zwischen 50 und 90 Quadratmeter werden in vier Etagen entstehen, altersgerecht, aber auch für junge Familien geeignet. Im Anbau wird auch eine Wohnung oder eine Pflegestation Platz finden. Den ersten Stock nimmt ab nächstes Jahr komplett in beiden Gebäuden die Arztpraxis von Dr. Martin ein. Ein Aufzug an der Rückseite und Außentreppen bieten den Zugang zu allen Ebenen.

Der ehemalige Tanzsaal und die sonstigen Wirtshausräume sind neu unterteilt, nichts erinnert mehr an die alte Waage. Erhalten bleiben aber die Gemeinschaftsterrasse, der frühere "Biergarten" Richtung Felsen, und kleinere Einzelterrassen. Ausgestattet werden die Wohnungen (die übrigens schon alle verkauft sind) in der von Stefan Thar gewohnten Qualität: Holzfußböden, hochwertiger Lehmputz für gesunde Atmosphäre, Wandheizung, Innendämmung und Holzfenster. Mit dem Landesamt für Denkmalpflege arbeitet Thar nach eigener Aussage gut zusammen. "Es ging hier ohnehin nur um den Ensembleschutz, nicht ums Gebäudeinnere". Seine Stilelemente wie Holz und Metall kamen den Anforderungen sowieso entgegen.

Pilz macht sich breit

Allerdings hatten die Bauleute mit allerlei unvorhergesehenen Widrigkeiten zu kämpfen, so unter anderem mit einem Pilzbefall nach dem langen Leerstand. Nach großem Aufwand ist jetzt alles im Griff, das Haus und die Zwischendecken sind stabil, das Innere verändert sich fast jeden Tag. Gearbeitet wird mit Hochdruck, schließlich ist der Winter für den Innenausbau vorgesehen. Momentan kommt flächendeckend der Außenputz drauf.

Rosenberg darf sich also auf eine neue Attraktion in der Dorfmitte freuen. Nur das mit dem Wirtshaus oder Café, das wird wohl nichts mehr: Ein Grundbucheintrag verbietet den Getränkeausschank. Aber man kann in Rosenberg auch so gut leben - eben auf der absoluten Südund Sonnenseite des Dorfes.

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