22.10.2017 - 20:00 Uhr
TännesbergOberpfalz

"NEW Musics" in der Lederer Scheune Gänsehaut mit "Rising Storm" und "Bad Habits"

Der schwere, melancholische Ton des Cellos unterstrich das Drama in der Textzeile "Don't wanna lose you again". Rock gepaart mit Klassik. Dieses Konzept hat sich in diesem Jahr die Reihe "NEW Musics" auferlegt. Mit viel Erfolg und zwei wunderbaren Bands.

Augen zu und genießen: Die Klänge von Cellistin Karin Ehrmann und die Stimme von Stefan Puhane ("Rising Storm") harmonieren perfekt. Bilder: gag (2)
von Autor gagProfil

Organisiert wird die Konzertreihe von Hannes Gilch, Mitarbeiter des Landratsamts, den Landrat Andreas Meier bei "NEW Musics 2015" entdeckt hat. Gilch war und ist der Schlagzeuger der Band "404 Whizzkids" und stand nun äußerlich cool, doch innerlich ziemlich nervös in der restlos ausverkauften "Lederer"-Scheune in Tännesberg.

Das Motto lautete: "Rock meets Classic". Eine Herausforderung, der sich zwei Bands aus Neustadt liebend gern stellten. "Rising Storm" hatte bereits Erfahrung auf diesem Gebiet. Bereits 2016 waren sie mit dem Projekt "Rock meets Cello" aufgetreten. Das Cello spielte Karin Ehrmann vom Neustädter Salonorchester. "Zufall" nannte es Martin Beutler. Eigentlich wollte er Cello-Unterricht bei Karin nehmen. Das ging nicht so schnell wie gedacht. Somit war die Idee geboren, Karin in das Ensemble mit einzubinden. "Rising Storm" spielen schon seit über 30 Jahren zusammen. Sie schreiben alle ihre Lieder selbst und singen auf Englisch.

Die zweite Band ist mehr der Jugend bekannt, obwohl es sie auch schon seit 2004 gibt. "Bad Habits" mit Sänger Stefan Lange, den Gitarristen Martin Rauch und Florian Seiz, dem Schlagzeuger Christoph Brunner sowie Markus Beierl am Bass sind eine Coverband. Mit Stücken von Led Zeppelin, Radiohead, Jethro Tull oder Deep Purple begeistern sie ihre Fans. Für das Klassikprojekt wurden aus fünf nun zwölf Musiker. Drei Geigen (Reinhold Maß, Willibald Wirt, Melanie Salavs), drei Background-Sängerinnen (Katrin Brunner, Steffi Scheidler, Maria Neubauer) sowie ein "Gast-Gitarrist", Robert Schneider von der Band "Wyatt Earp" auf der Akustikgitarre, füllten jeden Zentimeter der Bühne. Beide Bands haben sich sehr viel Arbeit gemacht, die Stücke umzuarrangieren.

"Es klingt phantastisch", lobten schon die bei den Proben anwesenden Musiker. Das war nicht zuviel versprochen. Stefan Puhane sang von Rebellion, vom "Fight against Demons", während das Cello einen sanften, melodiösen Klangteppich unterlegte. Der dunkle, weiche Klang brachte mehr Drama, mehr Schwere, mehr Melancholie in die Songs der fünf Rocker. In "No more Rainbows in the Sky (the wind is crying)" spielte Karin ein langes, sentimentales Solo. Auch die traurige Ballade über "Belfast" ging mit dem Ton des Cellos noch mehr zu Herzen. Die Fans waren begeistert.

Völlig anders dann die Orchesteratmosphäre von "Bad Habits". Locomotive Breath von Jethro Tull klang mit den Streichern fast wie das Original, was man auch bei den anderen Songs feststellen konnte. Doch ihre Playlist hatte zusätzlich etwas Besonderes, wie Sänger Steven Lange erklärte, "Nicht nur Rock meets Classis, sondern Classic meets Rock!". "Whole Lotta Love" von Led Zeppelin, gepaart mit Vivaldis "Frühling". Die "Feuerwerksmusik" von Händel gleichwertig mit den "Sultans of Swing". Und dann auch noch, worauf sich der Landrat besonders freute, Mozart. Mit der "Kleinen Nachtmusik" leitete die Klassikbesetzung über zu "Proud Mary", was es so sicher noch nie gab. Das Publikum war völlig aus dem Häuschen. Besonders viel Arbeit hatte sich Reinhold Maß mit einem Medley aus Klassik und Rockmusik gemacht, das mit Beethoven endete. Die Zugaben "Knocking on Heavens Door" und "Stairway to Heaven" waren sowohl instrumental als auch stimmlich so nah am Original, dass das Publikum stehend Applaus spendete.

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