01.09.2017 - 12:20 Uhr
TännesbergOberpfalz

Dorferneurung startet 2018 Tännesberg bricht auf

Geht es nach Bürgermeister Max Völkl, sollen in den nächsten Jahren einige Leerstände in der Gemeinde verschwinden und Straßen saniert werden. Neben den Baumaßnahmen sieht er in der Dorferneuerung aber noch eine andere Chance.

Das "Heldwein-Haus" am Marktplatz ist kein schöner Anblick. Es steht seit 1987 leer. Die Gemeinde will es kaufen und dort ein neues Büro für das Biodiversitätsprojekt unterbringen. Bilder: rti (3)
von Martin Maier Kontakt Profil

Eigentlich wollte Völkl schon kurz nach seiner Wahl 2008 das Problem der Leerstände aufgreifen. Daher stellte die Kommune einige Monate später den Antrag auf Aufnahme in die Städtebauförderung. Allerdings scheiterte das Vorhaben, da als Einstieg ein Hochbauprojekt gefordert wurde. "Das war leider nicht möglich. Wir mussten Umdenken Richtung Dorferneuerung." Allerdings war somit auch klar, dass es weniger Geld für private Projekte gibt.

In Gesprächen mit der zuständigen Behörde, dem Amt für Ländliche Entwicklung (ALE), klopfte der Markt seine Möglichkeiten ab. Dabei zeigte sich, dass Tännesberg aufgrund eines schon vorliegenden Gemeindeentwicklungskonzepts und als Modellgemeinde für Biodiversität für die Dorferneuerung in Frage kommt. Schließlich stellte die Kommune 2015 den Antrag.

Zwei Straßen im Visier

Seither erfolgten unter anderem die Auswahl der Ingenieurbüros, die Vorstellung des Vitalitäts-Checks im Marktrat, Bestandsaufnahme und Ortsbegehungen. Dabei ging es auch darum, die Bewohner zu informieren. "Wir werden niemanden etwas aufs Auge drücken. Wenn es die Bürger nicht wollen, dann machen wir es nicht", macht Völkl klar.

Als Ausnahme nennt er aber die Sanierung von Straßen, bei denen akuter Handlungsbedarf besteht. Dies sind in Tännesberg die Oberviechtacher Straße und die Hafnergasse. Trotz einer hohen Förderung kämen hier wegen der Straßenausbaubeitragssatzung Kosten auf die Anlieger zu. Im Hauptort soll außerdem der Vorplatz beim Friedhof umgestaltet und der Ortskern attraktiver werden. In diesem Zusammenhang ist es dem Rathauschef wichtig, die Einkaufsmöglichkeiten zu erhalten oder neue zu schaffen.

"Die Gemeinde hat zudem vor, leerstehende Gebäude zu erwerben, sie abzubrechen und dann für eine neue Bebauung zur Verfügung zu stellen", verrät Völkl. Dabei nennt er die ehemalige Bäckerei samt Hofstelle in der Hafnergasse. Ortsprägende Gebäude sollten seiner Meinung nach erhalten bleiben, allerdings müsste der Aufwand vermittelbar sein. So kann er sich vorstellen, das alte "Heldwein-Haus" am Marktplatz 5 zu kaufen und umzubauen. Im Zuge der Fortsetzung des Biodiversitätsprojekts könnte dort ein Büro eingerichtet werden (Infokasten) .

Ortsdurchfahrt sanieren

Beim Ortstermin in Pilchau stellte sich heraus, dass keine Dorferneuerung nötig ist. "Was dort umgesetzt werden soll, ist ohne Förderung möglich." Kleinschwand hat das Programm schon durchlaufen. Laut Bürgermeister "hat sich das alles rentiert".

Vier Wünsche äußerten die Bewohner von Woppenrieth : Umgestaltung des Dorfplatzes, Erneuerung der Granitsteinmauer am Dorfeingang, ein Bushäuschen im Ort und die Sanierung der Ortsdurchfahrt. Zudem stehen die Bürger in Großenschwand der Umgestaltung des Dorfplatzes offen gegenüber.

Welche Projekte endgültig in die Dorferneuerung aufgenommen werden, steht noch nicht fest. Für Ende September ist eine Bürgerversammlung geplant. Neben dem Sachstand erfahren sie dort das weitere Prozedere, und es wird eine "fiktive Rechnung" im Zuge der Straßenausbaubeitragssatzung präsentiert.

Dabei verweist Völkl auf die Kanalbefahrungen, die bis Ende des Jahres abgeschlossen sein sollen. "Dann kann man sagen, in welchem Zustand er ist. Im Gegensatz dazu können wir das bei den Wasserleitungen gut abschätzen." Zudem werden Arbeitskreise gegründet. "Wir suchen noch Leute, die mitmachen und sich einbringen wollen. Man braucht auch nicht immer da zu sein", wirbt er. Dies liege ihm besonders am Herzen, denn diese Projekte brächten nicht nur bauliche Chancen, sondern können dazu beitragen, die Gemeinschaft zu stärken. Es gebe keine schlechten Ideen.

Fest steht für den Rathauschef, dass es mit der Dorferneuerung 2018 losgeht. Den entsprechenden Plan werde der Marktrat noch heuer beschließen. Die Maßnahmen würden den Markt die nächsten 10 bis 15 Jahre beschäftigen. "Ich denke, den Abschluss der Dorferneuerung werde ich nicht mehr als Bürgermeister erleben", blickt Völkl mit einem Lachen voraus.

Wir suchen noch Leute, die mitmachen und sich einbringen wollen.Bürgermeister Max Völkl

Biodiversität

Die Gemeinde hat ein neues Biodiversitätsprojekt im Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Naturschutzfonds beim Umweltministerium beantragt. "Momentan warten wir auf eine Antwort. Aber wir sind guter Dinge, dass es klappt", erklärt Bürgermeister Max Völkl. Die Idee: Das Projekt wird auf ganz Bayern ausgeweitet. Dabei sollen zehn neue Kommunen ausgewählt werden. Tännesberg soll die Beratung dieser Orte übernehmen. Das geplante Büro im "Heldwein-Haus" fungiert in diesem Zusammenhang als Anlaufstelle. (rti)

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