03.09.2017 - 20:00 Uhr
TännesbergOberpfalz

Biodiversitätsprojekt in Tännesberg Magerrasen oft unterschätzt

Im Biodiversitätsprojekt Tännesberg werden unter der Federführung der BN-Ortsgruppe seit vielen Jahren zahlreiche Naturschutzmaßnahmen auf Privatflächen sowie Grundstücken von Landesbund für Vogelschutz (LBV), Bund Naturschutz (BN) und Wildlandstiftung abgewickelt. Das Projekt nimmt weiter Fahrt auf.

BN-Ortsvorsitzender Toni Wolf (vorne) wies Leonie Reng und Marco Kick in ihre Arbeiten an einem Feldrain ein. Bild: es
von Erich SpickenreitherProfil

Die Kommune wird dadurch auf zahlreichen ihrer Flächen entlastet. Gefördert werden diese Kleinmaßnahmen aus dem Landschaftspflegeprogramm der Unteren Naturschutzbehörde.

Es handelt sich um Maßnahmen wie Pflegemahd unterschiedlichster Biotope, Neuanlage und Entlandung von Kleingewässern, Wiesengräben, Gehölzauslichtungen, Waldumbau, Streuobst- und Heckenpflanung, Neuschaffung von Magerstandorten durch Bodenabtrag, Artenhilfsmaßnahmen für Kreuzotter, seltene Tagfalter, Arnika, gefährdete Kleinfischarten oder Anbau alter Kartoffelsorten, um einige wichtige zu nennen. 2016 waren es 40 Maßnahmen bei einem Auftragsvolumen von mehr als 12 500 Euro. Landwirte, Rentner, Jugendliche und BN-Mitglieder hatten alle diese Arbeiten erbracht.

Fachliche Betreuung

Für die Organisation, fachliche Betreuung und bürokratische Abwicklung zeichnet Ortsvorsitzender Toni Wolf verantwortlich. Absehbar ist jetzt schon, dass Volumen und Fördermittel nochmals steigen werden. Der Experte hatte erst vor wenigen Tagen Marco Kick (Motorsense) und Leonie Reng (Rechen) in ihre Arbeiten an einem Feldrain eingewiesen. Vor einiger Zeit war dort der Boden abgetragen worden, um Voraussetzungen für die Entwicklung eines artenreichen Magerrasens zu schaffen. Die Artenvielfalt könne aber nur durch regelmäßiges Mähen erhalten werden.

Bei der Fläche handelte es sich hier um einen drei bis vier Meter breiten und 150 Meter langen Streifen. Von der dortigen Kombination eines nicht exponierten Magerrasens und eines Feldweges profitieren Rebhuhn, Goldammer, Lerche und Wachtel. Die Fetthenne (rote Liste) und das Johanniskraut sind ein Indikator für einen Magerrasen. Ein kleiner Perlmutterfalter (rote Liste), der bei diesem Ortstermin vorbei flatterte, legt seine Eier an das Ackerstiefmütterchen. Wolf zeigte den beiden, welche Pflanzen sie mähen sollten und welche nicht. Das ist bestimmt nicht einfach.

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