30.06.2017 - 20:00 Uhr
TeunzOberpfalz

Johann Schmid tritt als neuer Feldgeschworener in die Fußstapfen von Helmut Frisch Ehrenamt auf Lebenszeit

Gleich zu Beginn der Gemeinderatssitzung am Mittwoch stand die Vereidigung eines neuen Feldgeschworenen an. Dabei erfuhren die Gemeinderäte auch, welche Verantwortung mit diesem Posten auf Lebenszeit verbunden ist.

Johann Schmid aus Kühried (rechts) wurde als neuer Feldgeschworener vereidigt und ist dabei auch zur Verschwiegenheit verpflichtet. Bild: frd
von Christof FröhlichProfil

Helmut Frisch, einer der vier Bürger mit dieser Aufgabe im Gemeindebereich, war aus dem Amt ausgeschieden. Die drei verbliebenen Feldgeschworenen hatten daraufhin Johann Schmid aus Kühried zum neuen "Siebener" gewählt.

Seine Vereidigung stand nun auf der Tagesordnung der Gemeinderatssitzung. Diese Aufgabe oblag Zweitem Bürgermeister Robert Hechtl, der bei der Sitzung Bürgermeister Norbert Eckl vertrat. Vor der Vereidigung las Hechtl dem neuen Mann, der damit eines der ältesten Ehrenämter in Bayern bekleidet, seine mit dieser Aufgabe verbundenen Rechte und Pflichten vor (siehe Infokasten).

Dann sprach Johann Schmid die ihm vorgelegte Eidesformel und erhielt aus der Hand des Bürgermeisters Urkunde und das Feldgeschworenen-Buch, das alle Vorschriften und Hinweise enthält, die er künftig zu beachten hat.

Nach Ablegung der Eidesformel erklärte Zweiter Bürgermeister Robert Hechtl Johann Schmid mit sofortiger Wirkung zum neuen Feldgeschworenen der Gemeinde Teunz.

Feldgeschworene

Die Feldgeschworenen unterstützen das Amt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung bei den Vermessungsarbeiten. Dabei üben sie das älteste kommunale Ehrenamt in Bayern aus. Die Feldgeschworenen sind zur gewissenhaften und unparteiischen Tätigkeit sowie zur Verschwiegenheit und Bewahrung des "Siebenergeheimnisses" durch Eidesform auf Lebenszeit verpflichtet. Feldgeschworene dürfen einmal gesetzte Grenzzeichen suchen und aufdecken, wenn ein Grundstückseigentümer dies beantragt. Ferner dürfen Feldgeschworene innerhalb eines engen gesetzlichen Rahmens Abmarkungshandlungen in eigener Zuständigkeit und Verantwortlichkeit vornehmen. Anträge auf Abmarkung durch Feldgeschworene können an die jeweilige Gemeinde oder an den zuständigen Obmann der Feldgeschworenen gerichtet werden. Die Obmänner oder Gemeinde prüfen, ob es sich um eine Aufgabe im Zuständigkeitsbereich der Feldgeschworenen handelt, oder ob ein Antrag auf Vermessung beim zuständigen Amt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung zu stellen ist. Über die Abmarkung, die selbst einen Verwaltungsakt darstellt, fertigen die Feldgeschworenen ein Protokoll. Dieses Protokoll mit allen Daten wird dem zuständigen Amt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung zur Aufbewahrung zugesandt. (frd)

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