Elternabend "Neue Medien" an Grundschule Teunz
Nicht jeder im Netz ist echt

Birgit Zwicknagel sensibilisierte die Eltern der Teunzer Grundschüler, genau hinzuschauen, wo und wie sich ihre Kinder im Internet bewegen. Bild: sgs
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Teunz
09.07.2017
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Hinschauen, kontrollieren und begleiten. Neue Medien sind gut, wenn man sie anwenden kann. Beim Elternabend an der Grundschule Teunz vermittelte Birgit Zwicknagel viel Wissenswertes rund ums Surfen im Internet. Und sie appellierte an die Aufsichtspflicht.

(sgs) Der Elternbeirat der Grundschule Teunz organisierte einen Informationsabend zum Thema "Sicherer Umgang mit den Neuen Medien" und hatte dazu Birgit Zwicknagel von den Computermäusen Stamsried eingeladen. Leider hatten sich nur 23 Eltern Zeit für diesen interessanten und informativen Abend genommen.

Birgit Zwicknagel gründete 2005 den Verein "Computermäuse Stamsried" und hält seitdem in ganz Ostbayern Vorträge. Sie bietet auch Lehrerfortbildungen und Workshops für Schüler direkt an den Schulen an.

"Man kann sich den neuen Medien nicht verschließen", betonte die Referentin zu Beginn. Das Wichtigste sei, dass schon bei der Anmeldung im Internet oder bei Spielen darauf geachtet wird, weder Namen, Geburtsdatum noch Hobbies anzugeben, sondern Abkürzungen verwendet. Eltern sollten ihren Kindern vermitteln: "Nicht jeder im Netz ist echt." Sie sollten darauf achten, ob es bei ihren Kindern durch Handy- und Internetnutzung Veränderungen im Verhalten oder Wesen gibt. Sobald dies der Fall ist, müsse sofort eingeschritten werden. Obwohl Facebook, Instagram oder WhatsApp eigentlich erst ab 13 Jahren frei sind, gibt es genügend Kinder im Grundschulalter, die diese Angebote nutzen. Der Rat: Keine persönlichen Fotos ins Netz laden, oder nur solche, auf denen niemand erkannt werden kann. Kinderfotos landen oft in Pornografie-Portalen oder sie werden manipuliert.

Bei Kindern unter 14 Jahren sollten die Eltern regelmäßig die Handys bzw. die Fotos kontrollieren, denn sie haben noch die Aufsichtspflicht. Ab 14 Jahren sind Jugendliche strafmündig und somit selbst verantwortlich für das, was im Netz passiert. Grundsätzlich sollten feste Regeln geschaffen werden. Die Einstellung in sämtlichen Portalen sollte "privat" sein, so dass nur die eigenen Kontakte sehen können, was gepostet wird.

Birgit Zwicknagel stellte Grundregeln vor: Nie schreiben, wenn man sauer ist. Nur denen schreiben, die man persönlich kennt. Die Nacht ist zum Schlafen da (abends das Handy abgeben oder die WLAN-Verbindung trennen). Die Referentin ging beim Elternabend auch auf pädosexuelle Kontakte, das sogenannte Cyber Grooming, ein. Hier geben sich Erwachsene in verschiedenen Portalen als Gleichaltrige aus und gewinnen so das Vertrauen der Kinder, welche sie dann auch mit Einschüchterungen und Drohungen zu persönlichen Treffen animieren. Eltern sollten immer misstrauisch bleiben und Chats und Spiele der Kinder öfter überprüfen. Ein großes Problem ist auch Cyber Mobbing. Eltern sollten im Gespräch mit den Kindern bleiben, die Schule oder in schwerwiegenden Fällen sogar die Polizei informieren.

Nächstes Thema war die Spielsucht. Die Zeit, die im Internet oder mit Online-Spielen verbracht wird, sollte kontrollier und gegebenenfalls einschränkt werden. Kinder unter 6 Jahren sollten maximal 30 Minuten am Tag mit elektronischen Geräten verbringen, von 7 bis 11 Jahren 45 bis 60 Minuten und von 12 bis 14 Jahren sollte die Zeit von 90 Minuten nicht überschritten werden. Außerdem sollten die Kinder mindestens so viel Zeit mit Hobbies verbringen. Spielsucht erkennt man an unkonzentrierten, müden, aggressiven Kindern mit sinkenden schulischen Leistungen. Ihr Tipp: Man kann mit den Kindern einen Medien-Nutzungsvertrag abschließen, in dem die genauen Spielzeiten sowie das Verhalten im Netz und gegenüber anderen Teilnehmern geregelt sind.

Zum Ende des informativen Vortrages verwies Birgit Zwicknagel auf die Broschüre der Computermäuse Stamsried "Clever ins Netz - Leitfaden für den sicheren Umgang mit den Neuen Medien".
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