07.02.2018 - 16:48 Uhr
Teunz

Küachl backen für die fünfte Jahreszeit

Zum Fasching gehören "Auszogne" und Krapfen. Sie sollen schmecken und gut aussehen - da ist man sich beim Frauenbund Teunz schnell einig. Küachl backen ist eine Kunst und das Rezept sowie das Ausziehen umgeben so viele Geheimnisse wie das Gebäck Schreibweisen hat.

"Beim Ausziehn ist Fingerspitzengefühl gefragt", erklärte Frau Maria Münz denn aufmerksamen Beobachterinnen. Bilder: tkr (2)
von Tobias KrafczykProfil

Passend zur Faschingszeit organisierten die FrauenbundFrauen deshalb einen Küachl-Backkurs. Mit Maria Münz aus Teublitz wurde eine kompetente und sympathische Referentin gefunden. Die Hauswirtschafterin und Ernährungsfachfrau führte die Teilnehmerinnen des Backkurses in die Geheimnisse der Oberpfälzer Tradition des Küachelbackens ein.

Sorgfältige Auswahl

"Ab sofort werden Sie nur noch schöne Küachl backen", so die Referentin mit einem Augenzwinkern. Gerne gibt sie ihr Wissen in ihren zahlreichen Kursen an ihre interessierten Teilnehmer weiter. Nach dem Motto "was du isst das bist du" legt Maria Münz sehr viel Wert auf die sorgfältige und überlegte Auswahl der Zutaten. Deswegen verwendet die leidenschaftliche Bäckerin auch nur die besten Zutaten und die hochwertigsten Fette für ihr Schmalzgebäck.

Dann geht es auch schon los, im ausgebuchten Kurs in der Teunzer Schulküche. Zutaten anwärmen, grob durchschlagen, ruhen lassen, formen, nochmals ruhen lassen, ausziehen, Fett richtig temperieren, ausbacken und das Wichtigste, immer die Ruhe bewahren. Jede der Teilnehmerinnen wurde bei sämtlichen Arbeitsschritten immer wieder motiviert alles selbst auszuprobieren. Ganz nebenbei erfuhr man dann auch, warum es wichtig ist das Mehl anzuwärmen, welche Bedeutung der Rum hat, was passiert, wenn die Milch zu warm ist, warum die Teigportionen mit Öl eingepinselt werden oder wie das denn jetzt genau geht mit dem Ausziehen.

Frisch am besten

"Und falls es mit dem Ausziehen nicht funktioniert, servieren sie ihrem Schatz Striezel, die Besten, die er je gegessen hat", so Münz. Bereits nach eineinhalb Stunden lagen dann die fertigen und gezuckerten Küachl auf einer Platte und warteten regelrecht darauf probiert zu werden. Ganz frisch schmecken sie einfach am besten. Dies bestätigten das sich anschließende zustimmende Gemurmel am großen Esstisch in der Schulküche und der leichte Puderzuckerrand um die Mundwinkel der Teilnehmerinnen. Im zweiten Durchgang wurden neben Küachl auch Striezel und Krapfen gebacken und auch diese ließen einem das Wasser im Munde zusammenlaufen.

Mit dem Wunsch die gewonnenen Erkenntnisse unmittelbar in die Tat umzusetzen verließen die Besucherinnen dieses Abends die gelungene Veranstaltung. Es würde also nicht weiter verwundern, wenn in der Faschingswoche der Duft von frisch gebackenen Schmalzgebäck um die Häuser der Frauenbundfrauen weht.

In vielen Variationen

Kücherl, Küachl, Küchla, Rottnudel, Auszogne, Bauernkrapfn, Knieküchle sind ein Schmalzgebäck aus reinem Hefeteig. Küachl wurden früher hauptsächlich in der Erntezeit und zu hohen Festtagen, gebacken. In Franken wird zwischen "katholischen" und "evangelischen" Küchle unterschieden, je nachdem, ob die Mulde (katholisch) oder die Erhebung (evangelisch) mit Puderzucker überzogen ist. Das Tiroler Kiachl wird mit Preiselbeermarmelade, mit Sauerkraut oder mit Puderzucker bestreut gegessen. Knieküchle haben ihren Namen, weil der Teig angeblich über dem Knie auszogen wurde, und zwar so dass er in der Mitte so dünn ist, dass man einen Liebesbrief hindurch lesen kann. Varianten sind Krapfen und Strietzl. (tkr)

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