03.02.2017 - 20:00 Uhr
ThansteinOberpfalz

Gegen Bleifuß: Gemeinde Thanstein strebt Beitritt zum Zweckverband Kommunale Verkehrssicherheit ... Temposünder im Visier

In Thanstein soll Rasern auf die Bleifüße getreten werden. Nachdem Tempomessungen immer wieder gravierende Verstöße offenbart hatten, setzt die Gemeinde künftig auf verstärkte Überwachung. Dazu wird nun ins Boot eines Zweckverbandes gestiegen.

"Dermaßen unvernünftig", so Bürgermeister Walter Schauer, seien manche Autofahrer, die zu schnell auf den Straßen im Gemeindegebiet Thanstein unterwegs sind. Jetzt hat der Gemeinderat einen Zweckverband zur Verkehrsüberwachung beauftragt. Symbolbild: Hartl
von Philipp Mardanow Kontakt Profil

Ein Antrag von Anwohnern der Radlgasse in Kulz hatte die Raser-Problematik auf den Tisch des Gemeinderates gebracht. Sie baten zu prüfen, ob der Verkehr nicht durch bauliche Maßnahmen gebremst werden könne. Anlass dafür war eine dreiwöchige Geschwindigkeitsmessung im vergangenen November: Von knapp 3400 Fahrzeugen aus Richtung Muschenried fuhren damals 2075 schneller als 50, davon waren über 400 teils deutlich mehr als 80 Stundenkilometer schnell.

Gefährliche Situation

Nachdem bei einigen Anwesen in der Radlgasse die Haustüren direkt auf die Straße führen, ist das Gefährdungspotenzial hoch. Die Anwohner hatten bereits versucht, den Verkehr durch das Abstellen von Pkws zu bremsen, allerdings gab es dann für große landwirtschaftliche Fahrzeuge kein Durchkommen. Regelmäßige Kontrollen durch Beamte der Polizeiinspektion Neunburg erlaube deren Personalstärke nicht, so Bürgermeister Walter Schauer. Er empfahl aber, auf bauliche Maßnahmen zu verzichten, um keine Präzedenzfälle für weitere Anträge zu schaffen. Dies sah das Gremium genauso.

Um den Schnellfahrern trotzdem Einhalt zu gebieten, strebt die Gemeinde nun einen Beitritt zum Zweckverband Kommunale Verkehrssicherheit Oberpfalz an. Wie Verwaltungsleiter André Schille erklärte, solle dem Zweckverband die Überwachung des ruhenden und des fließenden Verkehrs übertragen werden. Als Mitglied koste dies die Gemeinde beispielsweise 99 Euro pro Stunde bei fließendem Verkehr und 9,90 Euro pro Fall. Die Gemeinde gebe den Überwachungsumfang, die Messstellen, den Zeitraum und die Prioritäten für die Kontrollen vor. Schille betonte, dass es nicht darum gehe, künftig groß durch Bußgelder abzukassieren, vielmehr solle eine Sensibilisierung der Autofahrer erreicht werden.

"Unsere Appelle in der Vergangenheit haben nicht gefruchtet", stellte Bürgermeister Schauer fest und sprach sich für den Beitritt zum Zweckverband aus. Auch weitere fünf Räte folgten diesem Schritt, eine Gegenstimme kam von Michael Brandl. Er wollte erst durch die Polizei "blitzen" lassen und dem Zweckverband erst beitreten, wenn sich die Verstöße bestätigten.

Die Übergabe der Wasserversorgung Dautersdorf/Jedesbach an den Zweckverband zur Wasserversorgung der Nord-Ost-Gruppe ist nun auch durch den Gemeinderat bestätigt worden. Bürgermeister Schauer erinnerte an die schriftliche Abstimmung, an der alle 40 Anschlussnehmer teilgenommen hatten - davon hatten 37 für den Anschluss an die Nord-Ost-Gruppe plädiert.

Weg zum Anschluss

Mit dem einstimmigen Beschluss stellte das Gremium auch die Weichen fürs weitere Vorgehen. Die Planung der Baumaßnahmen steht für heuer an, erste Aufträge sind bereits an das Ingenieurbüro Weiß vergeben worden. Im nächsten Jahr soll die Zuleitung von Thanstein nach Dautersdorf verlegt und in Betrieb genommen werden, der Leitungsbau für Jedesbach ist im Jahr 2019 vorgesehen.

Zur neuen Wasserversorgung

Bürgermeister Walter Schauer informierte, dass - sobald die neue Trinkwasser-Zuleitung nach Dautersdorf in Betrieb ist - die Abrechnung für den Ort bereits über die Nord-Ost-Gruppe erfolgen werde. Der Unterhalt werde dabei nach Aufwand abgerechnet. Zum abgerechneten Betrag kommen noch die Gemeindekosten und die Abschreibung der Gemeinde für die Wasserversorgungsanlage hinzu.

Keinen Sinne mache es, so Schauer, das bisherige Leitungsnetz zu kontrollieren. Dies käme sehr teuer, außerdem werde kein Unternehmen eine Haltbarkeitsgarantie für das ganze Netz übernehmen. (mp)

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