Informationen zur Dorferneuerung in Thanstein
Gute Ideen für neue Dorfmitte

Baurat Martin Stahr brachte den Zuhörern seine Anregungen zur Dorferneuerung vor. Bild: mnt
Politik
Thanstein
06.12.2016
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Das Interesse an der Dorferneuerung ist groß. Thema der jüngsten Zusammenkunft waren der Kirchplatz und das alte Schulhaus. Dabei erfolgte auch eine Abstimmung zu den ausgearbeiteten Varianten der künftigen Dorfmitte.

Bürgermeister Walter Schauer und Landschaftsarchitekt Gottfried Blank konnten 30 Teilnehmer, darunter auch zahlreiche Vertreter der Katholischen Landjugend, im Gasthaus Träxler begrüßen. Blank blickte auf die bisherigen Themenabende zurück. Die ersten drei waren dem zentralen Thema Dorfplatz gewidmet. Beim letzten wurden die Ergebnisse des Vitalitätscheck 2.0 und zum denkmalpflegerischen Erhebungsbogen vorgestellt.

Klares Votum

Außerdem erfolgte eine Abstimmung zu den ausgearbeiteten Varianten der künftigen Dorfmitte. Das Ergebnis: Variante 1 bekam 8 Stimmen, Variante 2 null Stimmen, Variante 2a 8 Stimmen, Variante 3 null Stimmen, Variante 4 brachte es auf 5 und Variante 5 auf 66 Stimmen. Als klarer Gewinner ging hierbei Variante 5 hervor. Jedoch gab es einige Anmerkungen, Elemente aus den übrigen Varianten aufzugreifen, zum Beispiel den geplanten Gehweg und den Wasserlauf wegzulassen oder die Mauer etwas kleiner zu machen. Die Abstimmung ist noch nicht endgültig und stellt für die Planer lediglich eine Tendenz dar, welcher Entwurf weiter ausgearbeitet werden soll.

Die Ergebnisse werden in die Dokumentation des Dorferneuerungsplans einfließen. Außerdem wurden im Rahmen der Abstimmung einige weitere Aspekte mit vorgebracht: So könne die Mauer als Bruchstein-Mauerwerk ausgeführt werden, oder aufgrund der Namensherkunft eine Tanne als Baumart integriert werden. Danach fuhr Blank mit dem eigentlichen Thema, der Erneuerung des Kirchplatzes bzw. des alten Schulhauses fort. Dazu stellte er zunächst seinen Vorschlag eines sinnvollen Planungsbereiches dar, der auch von der Versammlung für gut befunden wurde. Dieser beginnt im Süden am Zehentstadel und endet im Norden mit der Straße "Schloßberg".

Er umfasst somit das Pfarrheim, die Kirche und die alte Schule sowie den Kirchplatz selbst. Zentraler Bestandteil dieses Planungsbereichs wird die Neugestaltung der alten Schule sein. Betrachtet werden soll auch der Abschnitt der Straße "Schloßberg" nördlich der Kirche bis zum hinteren Eingang des Friedhofes. Blank griff die Ergebnisse aus dem Einführungsseminar in Paulsdorf auf. Während hier der Bereich des Gasthauses und des Pfarrheims mit Kirche als sehr positiv gesehen wurden, wiesen die Teilnehmer dem Bereich alte Schule sehr viele Defizite zu. Dies liegt sowohl an der ungeklärten Nutzung, als auch an den baulichen und funktionalen Mängeln.

Beim Seminar wurde außerdem eine Prioritätenreihung durchgeführt. Neben dem Dorfplatz wurden die Themen "Kultur und Freizeit", "Rund um die Kirche" und "Jugend" mit vielen Punkten bewertet. Diese Themen hängen eng mit dem Planungsbereich Kirchplatz/Alte Schule zusammen, so dass diesem Bereich eine hohe Priorität zukommen sollte. Zunächst befasste sich die Versammlung mit den aktuellen Kernproblemen, welche das ehemalige Schulgebäude und zum anderen die Nutzung der umliegenden Frei-und Verkehrsflächen darstellen. Dabei kam man zum Ergebnis, dass der bauliche und funktionale Zustand der alten Schule unzureichend bzw. mangelhaft ist. Feuchtigkeit dringt von der Nordseite ins Gebäude ein, der Zugang ist ungünstig gewählt und nicht behindertengerecht ausgeführt.

Viele Knackpunkte

Ein Notausgang fehlt, die Fassade ist in einem schlechten Allgemeinzustand, die aktuelle Raumaufteilung ist ebenfalls sehr ungünstig, die Garagen werden wenig genutzt. Die Flächennutzung im untersuchten Bereich lässt aktuell keine funktionale oder gestalterische Gliederung erkennen. Es fehlen Sitzmöglichkeiten und der Zugang zur Kirche, Pfarrheim und Friedhof ist vor allem für Senioren beschwerlich. Die Versammlung brachte ein Fehlen von Sitz- und Grillmöglichkeiten vor, und wünscht sich die stärkere Miteinbeziehung von umliegenden Steigen. Außerdem ist die Mauer unterhalb des Kirchplatzes in einem schlechten Zustand und auch die Anzahl der Parkmöglichkeiten ist zu gering.

LösungsansätzeNach der Ist-Analyse stand die Erörterung der Zielvorstellungen und Lösungsansätze auf dem Programm. Das Nutzungskonzept für die alte Schule sollte nach umfassender Diskussion folgende Bedürfnisse erfüllen: Räume für die Jugend müssen erhalten, bzw. geschaffen werden.Dafür sind eine Küche, ein Gruppenraum, der auch für Veranstaltungen genutzt werden kann, sowie Toiletten und Lagermöglichkeiten einzuplanen. Die Gemeinde könnte im Gebäude möglicherweise das Bürgermeisterbüro, einen Sitzungssaal und ein Gemeindearchiv integrieren. Die Sirene auf dem Dach soll ebenfalls erhalten bleiben. Weiterhin könnten weitere Vereine und Gruppierungen für die Mitnutzung des Gebäudes gewonnen werden.

Die Krippe mit lebensgroßen Figuren, die derzeit im Advent in einer der Garagen aufgebaut wird, könnte auch im Bereich des Pfarrheims untergebracht werden. Lösungen hinsichtlich der Verkehrs- und Freiflächen, einschließlich des Kirchplatzes, könnten durch die Neugestaltung mit unterschiedlichen "Belägen" und Begrünung erfolgen. Bei der Sanierung der Mauer oberhalb der Kirche und der Erneuerung der Straßenbeläge müssen die Vorgaben der Denkmalpflege beachtet werden. Die Erneuerung der oberen Friedhofsstraße, muss ebenso wie die Schaffung von zusätzlichen Parkmöglichkeiten, mit in die Planung einbezogen werden. Der nächste Themenabend findet am 26. Januar um 19 Uhr im Wintergartencafe statt. (mnt)
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