12.03.2018 - 17:26 Uhr
Thanstein

Vorerhebung zu Windenergiestandorten der Gemeinde Thanstein Windkraft als Standortfaktor

Im Süden von Thanstein sind drei Windräder geplant. Die Bürger sollen dabei von Anfang an mitgenommen werden, auch Beteiligungen sind möglich. Bei der Gemeinderatssitzung wird die Vorerhebung vorgestellt. Die Ruhefristen im Friedhof werden verlängert.

Projektmanager Alexander Bromberger von der Firma Juwi-Energieprojekte GmbH Dürrwangen (stehend) informierte die Gemeinderäte über den Entwicklungsstand der Windenergie für Thanstein Süd. Bild: weu
von Udo WeißProfil

Wesentlicher Tagesordnungspunkt der Gemeinderatssitzung war die Vorstellung der Vorerhebung zu den Windenergiestandorten der Gemeinde Thanstein. Dazu begrüßte Bürgermeister Walter Schauer den Projektmanager Alexander Bromberger von der Firma Juwi-Energieprojekte GmbH Dürrwangen sowie einige Zuhörer.

Zunächst ging der Manager auf die Entwicklung der Rechtsgrundlagen von Windkraftanlagen ein. Er betonte, dass die Wirtschaftlichkeit für Thanstein gegeben sei. Von den ursprünglich geplanten zwei Gebieten mit je zwei Anlagen, werde Thanstein-West nicht mehr verfolgt: Der Grund: aktive Steinbrüche und Uhu-Nester. Dafür seien in Thanstein-Süd drei Anlagen vorgesehen. Im Folgenden stellte der Projektmanager Untersuchungsergebnisse vor, und zwar zu den Abständen zu bewohnten Gebieten ("mindestens 1000 Meter werden eingehalten"), zur Schallbelästigung ("gesetzlicher Grenzwert von 50 Dezibel wird in allen Orten der Gemeinde nicht erreicht") und zum Schattenwurf ("Abschaltmodul stellt einen Grenzwert von maximal acht Stunden Schatten pro Jahr für jedes Wohnhaus sicher").

Modellrechnung

Die Vorteile für die Gemeinde Thanstein lägen auf der Hand, so Bromberger. Die Gemeinde könne sich zu 100 Prozent mit günstigem, erneuerbarem Strom versorgen, dadurch könnten jährlich 20 000 Tonnen CO2 eingespart werden. Aktiver Umweltschutz würde betrieben, außerdem hätten die Bürger Versorgungssicherheit und Preisstabilität. Eigene Energieerzeugung sei ein wichtiger Standortfaktor, auch die Infrastruktur vor Ort würde verbessert werden. Außerdem bestehe die Möglichkeit, über Bürgerbeteiligung an den Windenergieanlagen zu profitieren. Die Firma Juwi rechnet mit Gewerbesteuereinnahmen von 150 000 Euro pro Anlage über die Betriebszeit von 20 Jahren. Außerdem könnten mögliche Pachteinnahmen von 5000 Euro im Jahr erwirtschaftet werden. Für den Bürger, der sich laut Modellrechnung mit 5000 Euro an einer Anlage beteiligt, ergebe sich eine Verzinsung von 6,3 Prozent. In 20 Jahren erhalte man so über 11 000 Euro zurück.

Bürgermeister Schauer zeigte sich aufgeschlossen: "Ein Atommeiler in Tschechien beunruhigt mich mehr als Windenergieanlagen in Thanstein." Bromberger beantwortete Fragen auch von Zuhörern und betonte: "Wir befinden uns noch in der Vorerhebungsphase. Dabei ist es uns wichtig, die Bürger in jeder Stufe mit einzubinden." Schnell abgehakt war der Bauantrag von Simone Pößl auf Erstellen von Dachgauben und Ausbau des Dachgeschosses auf ihrem Haus. Ebenfalls einstimmig befürworteten die Gemeinderäte die Verlängerung der Ruhefristen am gemeindlichen Friedhof Thanstein. Wie Bürgermeister Schauer ausführte, wurde bei der letzten Erdbestattung zusammen mit dem Gesundheitsamt Schwandorf ein Ortstermin zur Begutachtung des Erdaushubs durchgeführt. Es wurde eine fachliche Stellungnahme vorgelegt (hoher Lehmanteil), nach der die Ruhefristen für bestattete Kinder von 10 auf 15 Jahre und für alle anderen Gräber von 15 auf 20 Jahre erhöht werden sollen.

Der Vorstandschaft der Teilnehmergemeinschaft im Verfahren Dorferneuerung Thanstein/Hebersdorf soll auch ein Vertreter der Gemeinde angehören, der nicht gewählt, sondern von der Gemeinde benannt wird. Das Gremium beschloss, Bürgermeister Walter Schauer und als Stellvertreter Dritten Bürgermeister Josef Mösbauer zu benennen. Zur weiteren Einsparung von Energie und auch Kosten sowie zur Verringerung des CO2-Ausstoßes sollen 158 Brennstellen der Straßenbeleuchtung in Thanstein auf LED umgestellt werden. Die Kosten belaufen sich auf gut 32 000 Euro. Demgegenüber steht eine jährliche Einsparung von 5300 Euro, so dass die Amortisationszeit etwa sechs Jahre beträgt. Dem stimmten die Räte geschlossen zu. Die Gemeinde beabsichtigt nach einstimmigen Beschluss, Voruntersuchungen zur Festlegung eines Sanierungsgebiets vorzunehmen. Dadurch können steuerrechtliche Anreize für einen möglichen Investor, aber auch für Bürger ermöglicht werden. Die Planungen zur Umnutzung der ehemaligen Grundschule verlaufen sehr positiv, wurde festgestellt. Das Sanierungsgebiet sollte auf den unmittelbaren Nahbereich der früheren Schule begrenzt werden.

Zuschlag an Baumer-Bau

Einige Informationen standen noch auf dem Programm. Franz Mühlbauer hat den Schaukasten am Friedhof neu gemacht. Der Florianstag findet am 5. Mai in Dautersdorf statt. Anfragen gingen von den Mobilfunkbetreibern nach gemeindlichen Flächen für einen Mobilstandort ein. Das Handynetz müsse ausgebaut werden. "Der Haushalt ist genehmigt worden", verkündete Schauer. Als nichtöffentlich gefassten Beschluss gab er bekannt, dass die Firma Baumer aus Oberviechtach mit den Bauleistungen für die Wasserversorgung Dautersdorf/Jedesbach und Abwasserentsorgung Dautersdorf (863 000 Euro) beauftragt wurde.

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