Abstimmung über künftige Wasserversorgung
Zwei Varianten bleiben übrig

Die Bürger von Dautersdorf und Jedesbach müssen über ihre künftige Wasserversorgung abstimmen. Architekt Winfried Legl (rechts) und Bürgermeister Walter Schauer informierten über die Alternativen. Bild: dl
Vermischtes
Thanstein
13.12.2016
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Für die Wasserversorgung von Dautersdorf und Jedesbach gibt es drei Alternativen. Noch vor Weihnachten soll die Abstimmung über zwei Varianten erfolgen. Details gab es bei der Versammlung.

Thanstein-Dautersdorf. Nach einer weiteren Informations- und Aufklärungsveranstaltung im Feuerwehrgerätehaus Dautersdorf kommt es noch vor Weihnachten zu einer Abstimmung aller Beitragspflichtigen der Wasserversorgungsanlage Dautersdorf-Jedesbach. Ausführlich informierten Bürgermeister Walter Schauer, Christina Blommer von der Verwaltungsgemeinschaft Neunburg und Winfried Legl vom Ingenieurbüro Weiß die rund 40 Anwesenden im Gerätehaus.

Kostenschätzung

Für eine zukunftssichere Wasserversorgung der Ortsteile wurden drei mögliche Alternativen ausführlich erörtert: Die Weiterführung unter der Trägerschaft der Gemeinde, die Übertragung an den Zweckverband Nord-Ost-Gruppe (NOG) oder ein Wassergast-Verhältnis mit dem Zweckverband. Christina Blommer von der Verwaltungsgemeinschaft stellte die geschätzten Kosten aller Möglichkeiten vor. Bei einer Eigenversorgung fallen für Investitionen an der Wasseraufbereitungsanlage und am Hochbehälter etwa 165 600 Euro an. Die Kostenschätzung für den Anschluss der Wasserversorgung betragen unverändert rund 424 000 Euro. Für die bei der letzten Informationsversammlung durch Franz Failer, Jedesbach, vorgeschlagene Variante des Wassergast-Verhältnisses wären aktuell etwa 290 000 Euro aufzuwenden.

Die ursprünglich angesetzten Kosten für die Erneuerung der 50 Jahre alten Wasserleitung für den Ortsteil Jedesbach wurden auf Veranlassung von Franz Failer bei den Varianten Eigenversorgung und Wassergast um 20 Jahre verschoben, weil keine gesicherten Erkenntnisse vorliegen, dass die Leitung zwingend zur Erneuerung ansteht. Aus diesem Grund erhöhen sich auch die Zukunftsinvestitionen für diese beiden Alternativen; diese umso mehr, als nicht feststeht, ob bei einem späteren Austausch noch die staatliche Förderung gewährt wird, die rund 130 000 Euro betragen würde. Anhand der Kostenschätzung des Ingenieurbüros Weiß stellte Blommer für die drei Möglichkeiten die Verbesserungsbeiträge und die Gebührenentwicklung vor.

Der Wasserpreis für Dautersdorf/Jedesbach hat sich in den letzten Jahren enorm erhöht. Neben einer jährlichen Grundgebühr von 150 Euro ist seit 1. Januar pro Kubikmeter Wasser ein Betrag von 4,42 Euro zu bezahlen. Dahingegen sind die Gebühren der Nord-Ost-Gruppe mit aktuell 38 Euro Grundgebühr und 1 Euro/Kubikmeter netto vergleichsweise gering. Bürgermeister Walter Schauer betonte, dass die Mitgliedschaft anfangs zwar die teuerste Lösung darstellt, aber für die Zukunft die zu erwartenden Kosten tragbar bleiben. Er warnte davor, der nachfolgenden Generation unzumutbare Kosten aufzubürden. Architekt Winfried Legl stellte für die Alternative "Anschluss an den Zweckverband" den möglichen Zeitablauf, Trassenführungen und eventuelle Bauabschnitte vor. Der Anschluss würde an der Hochzone in Thanstein erfolgen.

In der folgenden Diskussion wünschten sich die Dorfbewohner, dass das Wasser der bestehenden Quellfassung für den Feuerschutz genutzt werden kann. Bürgermeister Schauer betonte, dass für die Bürger eine zukunftsfähige Lösung mit dauerhafter Senkung der finanziellen Belastung geschaffen werden soll. Die Gemeinde ist jedoch verpflichtet, die gesetzlichen Vorgaben einzuhalten und die Anlage auf dem aktuellen Stand der Technik zu betreiben. Er favorisiere klar einen Anschluss an den Zweckverband, der bereits zuverlässig und kostengünstig das restliche Gemeindegebiet versorgt. Ausführlich erläuterte er die Risiken, falls die Wasserversorgung weiterhin selbstständig bleiben sollte. So sei damit zu rechnen, dass im Zusammenhang mit der wasserrechtlichen Erlaubnis (bis 31.12.2017 befristet) eine Erweiterung der Schutzzone gefordert wird. Darüber hinaus sei nicht gesichert, ob die Quellschüttung angesichts der klimatischen Veränderungen ausreicht.

Die Grundstückseigentümer sollen in einer anonymen und schriftlichen Abstimmung über die Zukunft der Wasserversorgung entscheiden. Um ein eindeutiges Ergebnis zu erzielen, soll dies auf zwei Möglichkeiten (Weiterführung der Eigenversorgung oder Anschluss an den Zweckverband) beschränkt werden. Mit dem Vorschlag, das Wassergast-Verhältnis im Vorfeld zu verwerfen, waren die Anwesenden einverstanden.

Eine baldige Entscheidung ist nötig, da der Freistaat Bayern bis 2019 für besondere Härtefälle bei Wasserversorgungsanlagen Zuschüsse gewährt. Für Fragen stehen Bürgermeister Walter Schauer und Christina Blommer (VG) zur Verfügung.
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