Auch eine Niedermoorwiese will gepflegt sein
Auf breiten Ketten durchs Moor

Für die Pflege des Unteren Mooses bei Kulz haben Behördenvertreter und Landschaftspfleger - (von links) Felicitas Lubinski (Untere Naturschutzbehörde), Bürgermeister Walter Schauer (Thanstein), Markus Kurz (Naturpark Oberpfälzer Wald), Michael Brandl (Kulz), Sebastian Pick und Mitarbeiter (Landschaftspflegefirma) sowie Dagmar Seewaldt-Bösl (Regierung der Oberpfalz) - Spezialraupen eingesetzt. Bild: hfz/Naturparkverein
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Thanstein
02.12.2016
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Am tiefsten Punkt des Tals sammelt sich Wasser auf der Wiese. Zu viel, seit auch noch der Biber hier aktiv ist. Jetzt haben Fachleute einen "Rettungsring" für die Niedermoorwiese bei Kulz ausgeworfen.

-Kulz. Wer auf der Gemeindeverbindungsstraße von Kulz nach Dautersdorf fährt, durchquert am tiefsten Punkt des Tales das Naturschutzgebiet (NSG) "Prackendorfer und Kulzer Moos", das auch europaweiten Schutz genießt. Nach Osten Richtung Altdammweiher erstreckt sich hier das "Untere Moos", ein offenes Wiesental, das früher landwirtschaftlich genutzt wurde.

"Nachdem schon längere Zeit der Biber im Abflussgraben beheimatet ist und dessen Wasserstand angehoben hat, wurden die angrenzenden Flächen im NSG überflutet und konnten deshalb in den letzten Jahren mit normalen landwirtschaftlichen Geräten nicht mehr vollständig gepflegt werden", berichtet Gebietsbetreuer Markus Kurz vom Naturpark Oberpfälzer Wald.

Dagmar Seewaldt-Bösl von der Höheren Naturschutzbehörde an der Regierung der Oberpfalz erklärt, dass aber für den Erhalt des typischen Niedermoorwiesen-Charakters eine Mahd mit Abtransport des Mähgutes notwendig ist. Eine Spezialfirma sollte deshalb im Unteren Moos eingesetzt werden. So trafen sich Fachleute und Behördenvertreter vor Ort, um eine mögliche Pflege zu besprechen. "Nachdem die Finanzierung komplett über Ersatzzahlungsgelder des Landkreises abgeklärt war, konnte die Maßnahme beauftragt werden", informiert Felicitas Lubinski von der Unteren Naturschutzbehörde in Schwandorf. Die Flächen werden mit speziellen Raupen gemäht, das Mähgut wird geschwadet und dann mit Laderaupen von der Fläche entfernt. "Mit den von uns selbst gebauten oder umgebauten Mähraupen können wir auch solche Extremstandorte bearbeiten", erläutert Sebastian Pick von der gleichnamigen Landschaftspflege-Spezialfirma aus Furth im Wald. "Wir haben extra Gummi-Laufbänder entwickelt, um die Grasnarbe der Biotope so weit wie möglich zu schonen." Mit einem Bodendruck von 65 bis 100 Gramm pro Quadratzentimeter gebe es kaum Fahrspuren. Ein menschlicher Fuß erzeugt dagegen einen Druck von 400 bis 600 Gramm pro Quadratzentimeter.

Am Rand der Flächen wird das Mähgut dann von ortsansässigen Landwirten des Maschinenrings Schwandorf aufgenommen und entsorgt. "Dadurch fließt ein Teil der Geldmittel auch in unsere heimische Landwirtschaft", freut sich Bürgermeister Walter Schauer von der Gemeinde Thanstein. Alle Beteiligten sind sich einig, dass die Pflege eine Aufwertung der Lebensbedingungen für seltene Pflanzen und Tiere im Unteren Moos darstellt. Abschließend wurde darauf hingewiesen, dass ein Ankauf von Flächen im Bereich des Prackendorfer und Kulzer Mooses möglich ist. Interessierte können sich an die Gemeinde oder die Untere Naturschutzbehörde wenden.
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