Landwirte klären auf
Signale im Förder-Dschungel

Die drei Referenten des Abends (von links), Herbert Wendl (Investitionsförderung, Milchbeihilfen), Markus Piehler (Wasserrahmenrichtlinien, KuLaP und Düngeverordnung) und Roland Marchl (Ausbildung, Bildung) hatten wichtige Informationen für die Landwirte parat. Bild: frd
Vermischtes
Thanstein
13.01.2017
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Die Palette an Fördermaßnahmen ist groß. Doch Landwirte müssen schon genau aufpassen, wenn sie in den Genuss staatlicher Gelder kommen wollen. Auch die Umwelt fordert ihren Tribut, beispielsweise bei der Wasserqualität.

Rund 60 Landwirte nutzten deshalb die Gebietsversammlung des Amtes für Ernährung. Landwirtschaft und Forsten (AELF) im Gasthaus "Krämerhof" in Kulz, um sich schlau zu machen. Drei Referenten gaben sich Mühe, anschaulich und verständlich durch den Dschungel an Förderrichtlinien und Gesetzen zu führen.

Als erster Referent informierte Richard Marchl über den derzeitigen Stand der landwirtschaftlichen Berufsausbildung in der Region. So absolvieren derzeit 28 Schüler das berufliche Grundschuljahr in Neunburg, wovon 11 aus dem Landkreis Schwandorf kommen. 27 Landwirtschaftsschüler aus dem Landkreis befinden sich bereit im zweiten und dritten Ausbildungsjahr (Praxis).

Böses Erwachen

An der Landwirtschaftsschule in Cham gibt es laut Marchl derzeit 23 Studierende im Fach Landwirtschaft und 18 im Bereich Hauswirtschaft. Das Bildungsprogramm "Wald" startete im Oktober 2017 mit 27 Teilnehmern. Herbert Wendl stellte eine große Palette von Förderprogrammen vor. Sie betrafen Baumaßnahmen in der Tierhaltung sowie Erschließungskosten im Hof- und Außenbereich. Er erläuterte aber auch, wer oder was nicht gefördert wird. Sinnvoll, so Wendl, sei es immer, sich vor Einleitung von Planungen, Bau- oder Umbaumaßnahmen beim Amt in Schwandorf/Nabburg zu informieren und sich beraten zu lassen. Das könne Fördermaßnahmen sichern helfen und ein böses Erwachen verhindern, wenn es dann doch keine Gelder gibt, weil ein Verstoß gegen die Förderrichtlinien vorliegt. Deshalb ging Wendl auch detailliert auf die Antragsverfahren und Besonderheiten ein.

Markus Piehler informierte in seinem Vortrag über "Aktuelles zum Pflanzenanbau". Er erläuterte dabei im Besonderen die Wasserrahmenrichtlinien, da dem Schutz des Wassers gerade durch die Landwirte große Priorität eingeräumt werden müsse. Immerhin hätten die Landwirte in der Vergangenheit schon große Verbesserungen und messbare Erfolge erzielt. Die vorrangigen Ziele der EG- Wasserrahmenrichtlinie sind der Schutz der Oberflächengewässer und des Grundwassers, der Zustand der Gewässer soll aber ständig verbessert werden.

Die weiteren Ausführungen galten dem "Kulturlandschaftsprogramm" (KuLaP), das ein größeres Maßnahmenangebot wie im Vorjahr aufweist. Antragszeitraum dafür ist der 9. Januar bis 17. Februar 2017. Neben weiteren Maßnahmen werden folgende Aspekte gefördert: der ökologische Landbau, die extensive Grünlandnutzung, die emissionsarme Wirtschafts-Düngeausbringung, die Umwandlung von Acker- in Grünland und die Winterbegrünung mit Wildsaaten. Für eine breite Diskussion sorgte die Düngeverordnung.

Know-how hilft

Deutlich wurde bei der Veranstaltung aber auch, dass erfolgreiche Landwirte nicht allein auf die praktische Arbeit auf den Feldern und im Stall bauen können. Auch in die "Förder-Dschungel-Landschaft" sollte Zeit investiert werden, um nicht finanziell auf der Strecke zu bleiben.
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