23.02.2018 - 20:00 Uhr
Thanstein

Nord-Ost-Gruppe versorgt künftig Dautersdorf und Jedesbach Neue Wege beim Trinkwasser

Die Wasserversorgung in den Ortsteilen Dautersdorf und Jedesbach liegt künftig in den Händen der Nord-Ost-Gruppe. Ab Herbst soll das neue Wasser aus den Leitungen sprudeln.

Der Thansteiner Bürgermeister Walter Schauer (rechts) und Klaus Zeiser, Vorsitzender des Zweckverbands Nord-Ost-Gruppe unterzeichnen den Wasserlieferungs- und Übernahmevertrag. Bild: Mardanow
von Philipp Mardanow Kontakt Profil

Mit ihren Unterschriften besiegelten Bürgermeister Walter Schauer und Klaus Zeiser, Vorsitzender des Zweckverbandes zur Wasserversorgung der Nord-Ost-Gruppe, den Wasserlieferungsvertrag sowie den Übernahmevertrag für die Versorgungseinrichtungen. Der Bürgermeister erinnerte, dass die Wasserversorgung Dautersdorf im Gemeinderat seit Jahren für Kopfzerbrechen gesorgt hatte: Immer wieder waren coliforme Keime festgestellt worden, für einen Weiterbetrieb hätte die Gemeinde unter anderem Geld für eine UV-Aufbereitungsanlage in die Hand nehmen müssen. Der Verbrauch habe sich zuletzt auf 5000 Kubikmeter im Jahr reduziert, außerdem würden immer höhere Auflagen verlangt.

Deutliches Bürgervotum

Um zu wissen, wo die Reise hingehen soll, waren den Bürgern in zwei Info-Versammlungen Zahlen und Details präsentiert worden. Nach "sehr sachlicher Diskussion" hatten sich bei einem folgenden Bürgerentscheid von 40 betroffenen Anwesen 37 für den Anschluss an die Nord-Ost-Gruppe ausgesprochen, auch der Gemeinderat hat dafür gestimmt. Der Bürgermeister sah dies als "richtige Entscheidung", nachdem die Versorgung per Zweckverband bereits im Hauptort Thanstein und im Ortsteil Kulz zuverlässig funktioniere. Der Anschluss von Dautersdorf und Jedesbach an die Nord-Ost-Gruppe habe sich beim Kostenvergleich auch als wirtschaftlichste Lösung herausgestellt.

Ehe das neue Wasser sprudeln kann, sind seitens der Gemeinde noch bauliche Weichen zu stellen, die Arbeiten sollen im Laufe des Jahres beginnen. Der planende Ingenieur Winfried Legl (Büro Weiß) erklärte, dass das Ortsnetz Dautersdorf an die Hochzone Thanstein angeschlossen wird, die zwei bis drei Meter höher als der bisherige Hochbehälter liegt. Die Zubringerleitung von Thanstein nach Dautersdorf - 1567 Meter lang - werde im offenen Graben verlegt. Der Hochbehälter und das Wasserwerk in Dautersdorf werden in der Folge außer Betrieb genommen.

In einem weiteren Bauabschnitt in 2019 wird noch die über 50 Jahre alte Versorgungsleitung von Dautersdorf nach Jedesbach erneuert, dabei kommt das sogenannte "Burst-Line-Verfahren" zum Einsatz. Per Bohrgerät wird dabei das neue Rohr in die bestehende Leitung gezogen. Außerdem werden noch überlange Hausanschlüsse zu vereinzelten Anwesen verlegt. Die gesamte Maßnahme soll Ende Juni 2019 abgeschlossen sein.

Anschluss in zwei Etappen

Die Gemeinde hat für das Projekt Gesamtkosten von rund 700 000 Euro vorgesehen, an Förderung werden circa 380 000 Euro erwartet. Bürgermeister Walter Schauer verwies darauf, dass die Gemeinde aus der Härtefallförderung des Freistaats einen Zuschuss von 120 Euro pro laufenden Meter erhält, ansonsten seien es nur 80 Euro. Wie Verbandsvorsitzender Klaus Zeiser verdeutlichte, geht die Wasserversorgung in zwei Etappen an die Nord-Ost-Gruppe über. Zunächst werden Dautersdorf und Jedesbach ab diesen Herbst als "Wassergäste" versorgt, sobald die Baumaßnahme über die Bühne ist und die Anlagen modernisiert sind, wird der Zweckverband auch die Einrichtungen übernehmen.

Jürgen Steinbauer, zuständiger Sachbearbeiter bei der Verwaltungsgemeinschaft Neunburg, war es ein Anliegen, den Vertretern von Gesundheitsamt und Wasserwirtschaft für ihre fachliche Unterstützung bei den Bürgerversammlungen zu danken. Diese hätten mit ihren Auskünften erheblich zur umfassenden Information beigetragen.

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