28.02.2018 - 14:24 Uhr
Thanstein

Schafkopfkurs in Thanstein Sauspiel, Solo, Wenz

Schafkopf ist kein Zeitvertreib für alte Männer, dies beweisen die Interessenten am ersten Schafkopfkurs in Thanstein. Den Höhepunkt bildet am letzten Lehrgangstag ein Preisschafkopfturnier unter Wettkampfbedingung, bei dem jeder einen Geld- oder Sachpreis gewinnt.

In Vierergruppen erlernten die Teilnehmer das Schafkopfspiel. Bild: dl
von Ludwig DirscherlProfil

Der Schafkopfkurs des Vorderlader- und Pistolenclubs Thanstein stieß auf positive Resonanz. 19 Spieler nahmen daran teil und erhielten am Ende ein Teilnahme-Zertifikat. Einen Grundkurs im Schafkopfspiel organisierte Schützenmeister Ludwig Dirscherl im Schützenheim.

Schritt für Schritt erklärte er an fünf Terminen mit jeweils drei Stunden die Grundsätze des Spiels. Unter den 19 Teilnehmern befanden sich sechs Damen und viele Jugendliche, die das legendäre urbayerische Kartenspiel lernen wollten. Bei der Einführung ging es erst mal um Grundlagen, bevor mit dem einfachen "Sauspiel" begonnen und gespielt werden konnte. Für blutige Anfänger war es am Anfang nicht einfach, Spielablauf und die Fachbegriffe zu unterscheiden. Einige hatten bereits Erfahrung mit dem Bayerischen Schafkopfblatt, was ihnen zu Gute kam. Beide Varianten, den Kurzen mit 24 und den Langen mit 32 Blatt stellte er den Teilnehmern vor. Die Regelvarianten werden von Region zu Region teils unterschiedlich festgelegt, so Dirscherl.

In unserer Gegend ist der "Kurze" üblich, er wird schnell und emotional gespielt, langes Nachdenken über den nächsten Zug ist nicht erwünscht. Vom Zuschauen alleine kann man es aber nicht lernen. Nur durch häufiges Spielen werden Schafkopfsprache und die Regeln in Fleisch und Blut übergehen, so Dirscherl. Aufgeteilt in Vierergruppen wurde den Neulingen durch mehrere Betreuer das traditionelle Kartenspiel vermittelt. Gespielt wurde anfangs mit offenen langen Karten, später aufgenommen mit den bei uns üblichen kurzen. Nach und nach erlernten die Spieler Sauspiel, Solo, Wenz, Geier und Tout.

Natürlich wurde auch im üblichen Tarif mit Geld gespielt, um Spielwert und Berechnungen zu erlernen. Für das Eigenstudium erhielt jeder ein Skript. Die Teilnehmer waren sich einig, dass Schafkopfen ein anspruchsvolles Kartenspiel ist, und es nicht nur auf Glück und ein gutes Blatt ankommt. Einen guten Spieler zeichnet das Mitzählen der Trümpfe und Augen, Routine und Spielpraxis aus, der Grundstein ist gelegt.

Das Schafkopfturnier gewann Josef Reitinger jun. vor Christa Eiser, Karin Tackmann, Christine Robitschko, Josef Gresser und Fanny Gschrei. Am Ende dankten die Teilnehmer Seminarleiter Ludwig Dirscherl und seinen Kartenfreunden für ihr Engagement.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.