Führung durch Steinmetzbetrieb
Wo Stein wie Holz gesägt wird

Firmenchef Alexander Herrmann (links) erklärt die Herstellung der einzelnen Elemente für den Bodenbelag der neuen Steinernen Brücke in Regensburg. Bild: dl
Wirtschaft
Thanstein
10.07.2017
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Alois Herrmann feierte kürzlich seinen 75. Geburtstag. Wenige Tage später lud er die Bevölkerung, die örtlichen Vereine und den CSU-Ortsverband Thanstein-Kulz zu einer Betriebsbesichtigung nach Krähhof ein. Dabei konnten die Teilnehmer einen Steinmetzbetrieb mit hohem qualitativem Anspruch kennenlernen, bei dem überwiegend Granit aus der Region verarbeitet wird. Nach der Besichtigung des Steinbruchs und der Stonehenge-Anlage war der Betrieb an der Reihe.

In der über 100-jährigen Familientradition hat sich ein leistungsfähiges Familienunternehmen entwickelt, welches in der Gewinnung, Verarbeitung, Verlegung und Handel von sämtlichen Produkten aus Granit und anderen Natursteinen tätig ist. Der ehemalige landwirtschaftliche Betrieb begann 1904 mit der Geschäftsanmeldung durch Michael Herrmann. Damals wurden Viehtröge, Grenzsteine, Pflastermaterial, Stufen und Grabsteine hergestellt. Sohn Johann führte den Betrieb weiter und eröffnete 1968 einen Steinbruch "Alten Thanstein" zur Gewinnung von Rohmaterial. Im Juni 1942 übernahm Sohn Alois von seinem Vater den Betrieb und produzierte vor allem Bordsteine und Gehwegsteine. 1974 übergab er den Betrieb an Alois, der die Zeichen der Zeit erkannte und mit dem Aufbau eines Verarbeitungsbetriebes begann. Weit über die regionalen Grenzen hinaus wurde der Thansteiner Granit ein Qualitätsmerkmal.

Mittlerweile gründete Sohn Alexander die Firma Herrmann Granit und Naturstein GmbH, schaffte neue Maschinen an und richtete das Unternehmen nach neuen Marketing-Erkenntnissen aus. Ein großdimensioniertes Bearbeitungszentrum mit teuren Maschinen lässt es zu, das der Stein wie Holz bearbeitet werden kann. Bis zu 300 Kubikmeter große Steinblöcke werden damit in kurzer Zeit verarbeitet. Ökologie und Nachhaltigkeit stehen bei der Firma an oberster Stelle. Naturstein aus heimischen Brüchen schont die Umwelt, da hier wesentlich kürzere Transportwege entstehen. Einen großen Vorteil birgt außerdem, dass auch nach Jahrzehnten noch gleichbleibende Qualität nachgeliefert werden kann.

Der junge Firmenchef Alexander führte durch den Betrieb. Er hat schon mehrfach Schlagzeilen gemacht. Der Steintechniker wurde mit dem Meisterpreis der Bayerischen Staatsregierung ausgezeichnet und schnitt als Bester auch bei der Meisterprüfung im Steinmetz- und Steinbildhauerhandwerk ab.

Bürgermeister Walter Schauer und Bundestagsabgeordneter Karl Holmeier sprachen der "Stein-Designer-Familie" ein Lob aus. Sie zeigten sich erstaunt darüber, dass die neue Steinerne Brücke in Regensburg mit Thansteiner und Flossenbürger Granit ausgestattet wird.
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