18.10.2017 - 20:00 Uhr
TheisseilOberpfalz

Dorferneuerung Theisseil II vergibt Maßnahmen in Letzau Vergabe mit Bauchweh

Die Teilnehmergemeinschaft "Dorferneuerung Theisseil II" vergibt Baumaßnahmen in Letzau und genehmigt die Vorentwürfe für Wilchenreuth und Roschau. Die Bürger dürfen mitreden. Zwei Aspekte bereiten Bürgermeisterin Marianne Rauh Bauchweh.

Auf Höhe des Baums (links) soll die künftige Ortszufahrt von der Kreisstraße unterhalb des alten und neuen Feuerwehrhauses gerade hinein nach Roschau gebaut werden. Die jetzige Zufahrt soll verschwinden. Bild: fz
von Ernst FrischholzProfil

Letzau. Was der Bürgermeisterin im Magen liegt, zeigte sich gleich bei der Angebotseröffnung für den Ausbau der Hochstraße, den Rosenweg und Sonnenhang sowie den Regenwasserkanal: Es sind die steigenden Baupreise. Die Firmen sind voll ausgebucht. Es kommt kaum mehr ein Wettbewerb bei der Ausschreibung zustande, weil Unternehmen gar keine Angebote abgeben.

Das wirtschaftlichste von drei Geboten kam von der Firma Alexander Dumler aus Erbendorf mit 1,41 Millionen Euro. Diese teilen sich auf in 1,02 Millionen Euro Straßen- und 384 000 Euro Oberflächenwasserkanal. Das Ingenieurbüro König in Weiden habe die Angebote geprüft und gewertet, stellte Bauoberrat Erik Bergner vom Amt für ländliche Entwicklung heraus.

Gunter König erläuterte, dass es schon sehr hohe Preise für den Straßenbau selbst sind. Obwohl es eine Maßnahme von 1,41 Millionen Euro ist, interessieren sich große Firmen in der Region nicht dafür. "Der Straßenbau liegt noch unter zehn Prozent Preissteigerung gegenüber der Kalkulation im erträglichen Bereich." Explodiert sei aber der Preis für den Kanal. Im Mai hatte man auf Grund der Baupreise 288 000 Euro kalkuliert und nun kamen bei der Vergabe 384 000 Euro heraus. Grund sei der enorme Aufwand für den Erdaushub mit Zwischenlagerung und Beprobung vor dem Wiedereinbau. In der Gesamtsumme sei es eine Kostensteigerung zur ursprünglichen Kalkulation um 13,9 Prozent, so König.

Es werde schwierig, diese Summen den Anliegern zu vermitteln, stellte ein Vorstandsmitglied fest. "Hier hat jeder Bauchweh, ich auch", machte Bürgermeisterin Rauh deutlich. Vor Beginn des Straßenbaus erfolgt durch das Büro Lauerer aus Laaber eine Beweissicherung für Häuser und Mauern, Kosten 11 578 Euro.

Für Wilchenreuth und Roschau ist eine Vorplanung erstellt, die als Grundlage für die Detailplanung dient. "Wir brauchen Klarheit darüber, ob es noch Anregungen gibt, die im Zuge der weiteren Planung berücksichtigt werden müssten", so Bergner.

Mit den Bürgern von Wilchenreuth habe man die Bereiche westliche Ortseinfahrt, Parkflächen beim Feuerwehrhaus mit drei Bauminseln, Brunnen am Feuerwehrhaus mit Pflasterung, evangelische Kirche und altes Schulhaus sowie katholische Kirche angesehen. Die Anregungen wurden in den Vorentwurf aufgenommen. Er dient als Grundlage zur weiteren Detailplanung.

Für Roschau gibt es zwei Maßnahmen. Einmal die Straßenführung parallel zum Giebel der Kapelle. Dort soll das Areal durch eine Kurve den Charakter eines Platzes erhalten. Hauptmaßnahme ist aber die Zufahrt von der Kreisstraße.

Hier hat man bei der letzten Bürgerbeteiligung eine neue Zufahrt in den Ort unterhalb des alten und neuen Feuerwehrhauses favorisiert - falls sich der Landkreis an den Kosten beteiligt. Dazu liege die Zusage von Landrat Andreas Meier vor, teilte Bürgermeisterin Rauh mit. Die Bürger sahen diese Variante als die verkehrssicherste.

Bergner machte deutlich, dass in diesem Fall die alte Zufahrt etwa bis zum neuen Feuerwehrhaus rückgebaut wird. Auch hier kann man mit der Genehmigung der Vorentwurfsplanung in die Detailplanung und den Grunderwerb gehen.

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