Walter Hofmeister referiert über Altstraßen in der Theisseiler Gemeinde
Auf den Spuren alter Straßen

Walter Hofmeister referiert über Altstraßen in der Theisseiler Gemeinde. Bild: ror
Vermischtes
Theisseil
06.12.2017
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Bis in die Steinzeit reichen die Spuren alter Straßen zurück. Wer sie verfolgt? Ein pensionierter Arzt. Seine Diagnose ist eindeutig: Das sind Naturdenkmäler, die geschützt werden müssen.

Letzau. Über die große Resonanz, die sein Vortrag erfuhr, war der Referent selbst ein wenig überrascht. Der ehemalige Internist Dr. Walter Hofmeister aus Edeldorf sprach über "Frühgeschichtliche Altstraßen im Bereich der Gemeinde Theisseil". Dazu eingeladen hatte der OWV-Zweigverein Theisseil-Muglhof ins Letzauer Gemeindehaus.

Der pensionierte Arzt interessiert sich seit seiner Jugend für Archäologie und Geschichte. Einiges hat er dazu auch schon veröffentlicht. Sein Thema in Letzau waren die Spuren alter Straßen. Hofmeister bezeichnete sie auch als "Wege", die man bis zur Steinzeit zurückverfolgen kann. Bereits in der Bronzezeit führten sie durch die Oberpfalz. Verschiedene Funde bei Edeldorf belegten dies. Über die Trasse gab es intensiven Handel. Zunächst waren darauf Lastenträger mit Miliz unterwegs, ab dem 11. Jahrhundert rollten dann auch Karren.

"Wer mit offenen Augen auf der Letzauer Hochstraße wandert und dabei nicht den Blick links und rechts verliert, kann durchaus noch Spuren entdecken", sagte Hofmeister. Die frühere Handelsstraße sei ja auch unter "Bernsteinstraße" bekannt. Doch nicht nur da seien Spuren zu entdecken.

Die Fuhrwerke haben im Lauf der Jahrhunderte tiefe Rillen hinterlassen. So entstanden die verschiedensten Hohlwege in den Wäldern. Leider sind diese nicht als Bodendenkmäler eingetragen, wie etwa Burgställe, bedauert Hofmeister. So ein "Burgstall", fügte OWV-Vorsitzender Hans Balk ein, ist auch auf den Feldern zwischen Matzlesrieth und Roggenstein zu finden. Teilweise werden diese, manchmal bewusst, oft auch unwissentlich, einfach durch Auffüllmaterial eingeebnet. Auch die Flurbereinigung in den 1960iger Jahren trug zu deren Verschwinden einen nicht unwesentlichen Teil bei.

Der Referent ging insbesondere auf die Nord-Süd-Route ein. Sie führte vom hohen Norden über Magdeburg (und auch über Edeldorf) nach Italien sowie in den arabischen Raum. So mancher skandinavische Pilger wanderte wohl auf diesem Weg nach Rom. An einer Schautafel konnten sich die Besucher auf alten Karten ein Bild vom Verlauf der Trasse machen. Ein Blickfang dabei war eine Bildkarte aus dem Mittelalter.

Einen typischen Hohlweg finde man bei der katholischen Kirche in Wilchenreuth. Wer diesen Hang hinauf geht, werde zwar feststellen, dass dieser schlagartig auf einem Feld endet. Er fände aber ganz unvermittelt seine Fortsetzung in einem Waldstück bei Wiedenhof. Dort sei er zwar nicht so tief eingeschnitten. Aber den Boden formten weiter flache Wellen.

Hofmeister hofft, mit seinen Vorträgen die Leute zu einem sensibleren Umgang mit den Naturdenkmälern zu bewegen. Auf dass die Spuren der Wege so lange wie möglich erhalten blieben.
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