18.04.2019 - 14:11 Uhr
OTon

Hallo Herr Dominik

"Der neue Tag, Dominik Konrad", so melde ich mich am Telefon. So muss doch klar sein, was mein Vor- und was mein Nachname ist. Doch meine Gesprächspartner kommen leider immer wieder auf die Idee, mich mit "Herr Dominik" anzusprechen.

Mein Nachname ist nicht mein Vorname. Das wird leider oft nicht deutlich.
von Dominik Konrad Kontakt Profil

Dominik ist ein Vorname. Mir ist in meinem Leben bisher nur eine Person bekannt geworden, die so etwas wie "Dominik" als Nachnamen trägt. Raymond Domenech, ehemaliger Fußball-Nationaltrainer von Frankreich. Aber zur Verwirrung genügt es wohl, dass mein Nachname "Konrad" auch ein Vorname sein könnte.

Ein Problem, das ich übrigens mit Kollegen wie Frank Werner, Hubert Lukas und Albert Franz teile. Verwirrend ist, wenn die Kollegin am Telefon dann "Herr Benedikt" sagt. Ich will sie, auch in Anbetracht meiner eigenen prekären Lage, dann verbessern: Weiß sie nicht, dass Benedikt Grimm mit Nachnamen Grimm heißt? Doch die Lösung: Sie hat mit dem freien Mitarbeiter Klaus Benedikt gesprochen. Alles korrekt also. Im Adressbuch unserer freien Mitarbeiter finden sich noch weitere problematische Kandidaten, etwa Werner Arnold und Rainer Christoph.

Der Name meines Chefs Ralph Gammanick hat zwar mit "Dominik Konrad" recht wenig zu tun, doch wenn er rund fünf Meter hinter mir seinen Nachnamen "Gammanick" in sein Telefon nuschelt, meine ich immer, er möchte mit mir reden. Ralph selbst sagt, er wird am Telefon dagegen oft für einen "Herr Dominik" gehalten, weil die Leute seinen Namen falsch verstehen.

Höhepunkt der Verwirrung war aber der Anruf eines Herrn Völkl. Ich wartete auf den Rückruf des Waldthurner Bürgermeisters. "Völkl", dachte ich, "klar, das ist ein Bürgermeister. Und Völkl hat auch etwas mit Waldthurn zu tun." Am Ende des kurzen Telefonats, in dem ich unseren freien Mitarbeiter für Waldthurn, Franz Völkl, durchgehend gesiezt hatte, und das so gar nicht nach einem Gespräch mit dem Herrn Bürgermeister klang, meinte er dann: "Du bist heute aber auch nicht ganz auf der Höhe."

So ist das manchmal mit den Namen, und nach dem Telefonat musste ich mir in Erinnerung rufen, dass Franz Völkl nichts mit dem Tännesberger Bürgermeister Max Völkl zu tun hat, und auch nicht Waldthurns Bürgermeister Josef Beimler ist.

Und Josef Beimler ist auch nicht der 1936 im Spanischen Bürgerkrieg umgekommene kommunistische Widerstandskämpfer Hans Beimler, der ebenfalls aus Waldthurn kommt und mir manchmal im Kopf herumtanzt. Jetzt muss ich wohl auch wieder ein paar Mal verzeihen, dass mich die Leute "Herr Dominik" nennen.

OTon:

Wir sind junge Mitarbeiter der Oberpfalz-Medien. In unserer Kolumne „OTon“ schreiben wir einmal in der Woche über das, was uns im Alltag begegnet – was wir gut finden, aber auch, was uns ärgert. Dabei geht es weniger um fundierte Fakten, wie wir sie tagtäglich für unsere Leser aufbereiten, sondern um unsere ganz persönlichen Geschichten, Erlebnisse und Meinungen. Wir wollen zeigen, dass nicht nur in Hamburg, Berlin oder München Dinge passieren, die uns junge Menschen bewegen. Alle Teile dieser Kolumne sind zu finden unter onetz.de/oton.

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