10.02.2017 - 15:38 Uhr
Tiefenbach im Landkreis ChamSport

Fußballfan Gerd Thill macht sich fürs Kicken jenseits des Vereins stark: Wild und schön zugleich

In seiner Jugend hat Gerd Thill mit einem Ball gekickt, der aus nassen Lumpen bestand. Mit 75 hat er sich eher aufs Organisieren von Fußballspielen verlegt. Jetzt steckt er seine Energie in einen Bolzplatz-Cup.

Seine Garage in Kagern hat Gerd Thill mit Erinnerungsstücken an die verehrten Fußball-Stars ausgestattet. Heute liegen ihm Benefizspiele mehr am Herzen als der Starkult. Deshalb wirbt er um Teilnehmer am Bolzplatz-Turnier und will den Spaß am Sport an den Nachwuchs weitergeben. Bild: Bugl
von Monika Bugl Kontakt Profil

Tiefenbach/Schwandorf. Er hat den Draht zu Stars, die Leidenschaft fürs Spiel und Spaß am Zuschauen. Mit seinem Faible für Fußball ist Gerd Thill vor einigen Jahren vom Schwarzwald ins Ferienhaus der Familie nach Kagern (Gemeinde Tiefenbach) gezogen. Im Gepäck ein ganzes Arsenal an Fanartikeln, Trophäen und Andenken.

Aufgewachsen im Ruhrgebiet als Fan von Rot-Weiß Essen, hat es den damals 13-Jährigen geprägt, als er 1954 das "Wunder von Bern" mitverfolgen durfte. Sein Platz war zwar später nicht auf dem Rasen aber an der Seite vieler Profis wie Helmut Rahn, Horst Eckel oder Fritz Walter. Über Jahrzehnte hinweg hat Thill dann Benefizspiele mit den Fußball-Größen organisiert, darunter auch ein unvergessenes Duell der Stars gegen ein lokales Promi-Team 1987 in Niedermurach. Jetzt will er dazu beitragen, die Anfänge wieder aufleben zu lassen - per Bolzplatz-Atmosphäre und ohne Schiedsrichter.

Unkomplizierter Spaß

Die Idee zu dem Bolzplatz-Kick 2017 stammt eigentlich von Bernd Feldmann, der 1987 den "DB Super Cup", ein Kleinfeldturnier für Hobbyspieler, ins Leben gerufen hatte. Der Idee seines Freundes, nun den Bolzplatz wieder zu einem Zentrum der Fußballleidenschaft zu machen, fühlt sich auch Thill verpflichtet. "Mir geht es darum, die jungen Leute vom Computer wegzulocken, alles soll ganz unkompliziert sein", sagt er und wirbt um die Teilnahme an dem für Mai geplanten Turnier (siehe Info-kasten), dessen Erlös für einen guten Zweck bestimmt ist.

"Es muss nicht unbedingt Rasen sein, kicken kann man auch auf Pflaster und Teer", meint der 75-Jährige und fügt hinzu: "Es geht auch ohne Trikots und Fußballschuhe." Und was die Tor-Größe betrifft, sei es auch egal, ob die Pfosten drei oder fünf Meter auseinander stehen. "Wir hatten früher nur einen Stein als Tor-Begrenzung", erinnert sich der Fußballfan. "Die Spiele waren ganz schön wild, aber auch sehr schön."

Mit Bällen versorgt

Die Spielorte richten sich nach den Anmeldungen. Im Nachbarlandkreis stehen Bolzplätze in Tiefenbach, Schönau und Waldmünchen bereits fest, für den Landkreis Schwandorf wartet Thill noch auf Anmeldungen für die anvisierten Tage, 9., 10. und 11. Mai, wenn bundesweit die gleiche Anstoßzeit gilt. Bis dahin hofft der Organisator auch noch auf ein paar Sponsoren.

Mit Lumpen müssen die Kicker aber nicht spielen: Thills Skatfreund Georg Pfannenstein, ehemaliger SPD-Bundestagsabgeordner, hat schon mal zugesagt, die Bälle für dieses nicht alltägliche Turnier zu spendieren.

Teilnahmebedingungen für das Bolzplatz-Turnier

Eine Team, das sich am Bolzplatz-Turnier beteiligen will, sollte aus etwa 7 Akteuren bestehen, 5 Kindern im Alter von sieben bis elf Jahren und maximal 2 Erwachsenen. Zum Bolzen auf dem Feld werden aber nur 5 Spieler benötigt, die es dann mit 5 Gegnern aufnehmen. Erwachsene zahlen als Startgebühr 5 Euro. Gespielt werden soll zwei Mal 10 Minuten.

Für jedes Tor, dass dann fällt, wollen die Veranstalter ein bis zwei Euro an wohltätige Einrichtungen spenden (Sponsoren erwünscht). Damit die Erwachsenen den Kindern nicht allzu überlegen sind, gibt es für sie noch ein Handicap: Die Tore der "Großen" müssen per Kopfball erzielt werden. Weil es keinen Schiedsrichter gibt, kommt den Erwachsenen dabei auch noch eine Vorbildfunktion zu. Statt eines Pokals gibt es für alle Teilnehmer kleine Geschenke. Wer gegeneinander antritt, wird erst eine halbe Stunde vor Spielbeginn an Ort und Stelle ausgelost.

Um die Plätze zu bestimmen, ist allerdings eine vorherige Anmeldung bei Gerd Thill unter Telefon 09673/9140338 oder über E-Mail gerdthill[at]gmx[dot]de erforderlich. "Wichtig ist, dass sich möglichst viele beteiligen, damit auch viel Geld für die gute Sache reinkommt", meint Organisator Thill, "Ob damit dann ein Projekt vor Ort, die Krebshilfe oder die Organspende unterstützt wird, kann man später immer noch entscheiden." (bl)

Mir geht es darum, die jungen Leute vom Computer wegzulocken.Gerd Thill
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