Vom 21. bis 23. Juli wird in Schönau gefeiert - Blick in wechselvolle Geschichte Neues Fahrzeug krönt Feuerwehr-Jubiläum

Nachdem fast alle Vorbereitungen abgeschlossen sind, können in der Ortschaft am Wochenende vom 21. bis 23. Juli die festlichen Tage zum 140-jährigen Gründungsfest der Feuerwehr Schönau beginnen. In wochenlangen Vorarbeiten haben die Vorstandschaft und der Festausschuss alles getan, damit das 140-jährige ein Fest wird, an das die Schönauer und auch die Gäste später noch gerne zurückdenken. Als Schirmherr konnte Ehrenmitglied Klaus Böttner und als Ehrenschirmherr Bürgermeister Ludwig Prögler gewonnen werden.

Ende März holten die Schönauer Wehrmänner das neue Fahrzeug in Görlitz ab. Bild: kk
von Autor KKProfil

Ein Blick in die Vereinsgeschichte der Schönauer Wehr zeigt, dass die Gründung am 6. August 1877 erfolgte. Die Fahne aus dem Gründungsjahr ist heute noch gut erhalten. Im November desselben Jahres hatte der Verein schon 64 aktive und 18 passive Mitglieder. Vorstand war damals der Gutsbesitzer Johann Beck, als Kommandant war der Lehrer Josef Glaser im Amt. Die Sitten waren damals streng. So ist zum Beispiel in der Mitgliedsliste vermerkt, dass ein Bauernsohn wegen groben Unfuges entlassen wurde.

Erste Handdruckspritze

Die erste Handdruckspritze wurde im Jahre 1902 angekauft und musste im Jahre 1916 bei einem Großbrand mitten in der Ortschaft eingesetzt werden. Im Laufe der Jahre stieg dann die Mitgliederzahl leicht an, um die Jahrhundertwende waren es bereits 90. Das 50-jährige Gründungsfest wurde allerdings dann erst im Jahre 1928 abgehalten, warum ist nirgends vermerkt. Zu diesem Zeitpunkt bekleidete der Krämer Johann Kopp das Amt des Vorstandes, während der Ökonom Georg Lintl als Kommandant agierte. Im gleichen Jahr war auch wieder ein Großbrand.

Im Jahre 1935/36 wurde dann eine Motorspritze Marke Robel mit einem aufgemalten Hakenkreuz angeschafft, welche heute noch im Besitz der Wehr ist. Ein Bierzelt zum Feiern kannte man damals noch nicht, gefeiert wurde im Wirtsgarten. In den Jahren des 2. Weltkrieges schrumpfte die Wehr auf ein kleines Häufchen zusammen, auch im Stammbuch entdeckt man hier eine große Lücke. Von den fünfziger Jahren an stieg die Zahl dann wieder.

Das 100-jährige Gründungsfest feierte man im Juli 1977 mit einem Festzug, an welchem sich 75 Vereine beteiligten. Außerdem fand damals eine Waffenschau der Bundeswehr mit dem Panzerartilleriebataillon 115 aus Neunburg, eine Verlosung und ein Kindernachmittag statt. Damals war der ehemalige Landrat Ernst Girmindl Schirmherr, die Ehrenschirmherren waren Dr. Hans Pangerl und Max Betz, Festmutter Therese Ried und Fahnenbraut Anna Lang, geb. Saßl.

Beim 110-jährigen Gründungsfest 1987 konnten die Mitglieder in das neue Gerätehaus in die Laurentiusstraße umziehen. Die FFW leistete damals über 3000 Helferstunden. Festmutter war Rosemarie Pfeiffer, Festbraut Martina Bauer, geb. Bittner, Schirmherr Hans Zwick und Ehrenschirmherr Herbert Prögler. Zwei Jahre später wurde das Tragkraftspritzenfahrzeug TSF 8/8 "Mercedes-Benz" mit Ausstattung "Ziegler" eingeweiht, unter der Schirmherrschaft von Karl Bücherl, welches den 25 Jahre alten "Ford Transit" ablöste.

Im Jahr 1997 wurde das 120-jährige Gründungsfest gefeiert. Als Festbraut umrahmte Beate Birnbaumer, geb. Reichenberger und als Festmutter Hildegard Meisel mit vielen Festmädchen und -buben das Gründungsfest. Schirmherr war Klaus Böttner und Ehrenschirmherr Bürgermeister Hans Müller. Beim 125-jährigen Gründungsfest wurde das Fest von Jagdpächter Fritz Ried und Reinhold Eckl beschirmt. Das 130-jährige Gründungsfest wurde in kleinem Rahmen abgehalten, während das Fest vor fünf Jahren mit einem Vier-Tages-Fest gebührend gefeiert worden ist. Zurzeit hat der Verein 164 aktive, fördernde und passive Mitglieder und zehn Ehrenmitglieder, sowie eine rührige Jugendfeuerwehr.

Bei der Jahreshauptversammlung 2016 wurde beraten, wie das 140-jährige Bestehen gefeiert werden soll. Dabei stellte sich schnell heraus, dass versucht werden soll, die Ersatzbeschaffung des neuen Fahrzeuges vorzuziehen. Somit könnten die Feierlichkeiten zusammengelegt werden. Dass am Ende alles geklappt hat, ist dem Verhandlungsgeschick der Verantwortungsträger bei Feuerwehr und Gemeinde geschuldet.

Kosten 90 000 Euro

Im Juli 2016 gab dann auch der Gemeinderat grünes Licht für die Ersatzbeschaffung mit der Maßgabe, dass sich der Verein bei Gesamtkosten von 90 000 Euro mit 17 000 Euro selbst beteiligen muss. Den Auftrag mit dem günstigsten Angebot erhielt die Firma Brandschutztechnik Görlitz. Ende März holten die Schönauer Wehrmänner das neue Fahrzeug in Görlitz ab, welches technisch auf dem neuesten Stand ist. Neben einem Notstromaggregat, einer Außensteckdose, einem ausfahrbaren Lichtmast, einem mobilen LED-Lichtmast, sowie einer Tauchpumpe und ein Nasssauger C-Schlauch-Anschluss sind im Fahrzeug spezielle Ausrüstungen für technische Hilfeleistungen, neben der klassischen Brandschutzausrüstung, vorhanden.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Nachrichten per WhatsApp