15.02.2018 - 16:10 Uhr
Tiefenbach im Landkreis Cham

Bundesverdienstmedaille für Sieglinde Prögler und Walter Urban Um Heimat verdient gemacht

Sieglinde Prögler ist nicht nur selbst vom Spitzenklöppeln begeistert, sie steckt damit auch andere an. Und das grenzüberschreitend. Viele Talente hat auch Walter Urban, die er in Politik, Kirche und auf der Theaterbühne einsetzt. Der Lohn für das ehrenamtliche Engagement ist die Bundesverdienstmedaille.

Landrat Franz Löffler (rechts) hat in Anwesenheit zahlreicher Ehrengäste die Bundesverdienstmedaille an Sieglinde Prögler (mit Blumenstrauß) überreicht. Dazu gratulierte auch Bürgermeister Ludwig Prögler. Bild: exb
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Landrat Franz Löffler überreichte in Anwesenheit zahlreicher Ehrengäste die Bundesverdienstmedaille an Sieglinde Prögler aus Tiefenbach und Walter Urban aus Waldmünchen. "Beide gehören zu diesen tatkräftigen Menschen, ihnen sind ihr Umfeld, ihre Mitmenschen und ihre Heimat wichtig", sagte der Landkreis-Chef. In seiner Laudatio auf Sieglinde Prögler erinnerte er, dass sie sich seit Jahrzehnten ehrenamtlich und mit großem Engagement für das Spitzenklöppeln einsetzt. Prögler habe maßgeblichen Anteil am Aufbau des Museums "Ehemalige Klöppelschule" in Tiefenbach. 1994 gründete sie den "Klöppelkreis Tiefenbach". Ihr Ziel: Die Kunst des Spitzenklöppelns zu pflegen und das Wissen an die nächsten Generationen weiterzugeben.

Viele Kontakte geknüpft

Aus diesem Kreis kamen auch Impulse zur Einrichtung eines Museums "Ehemalige Klöppelschule" im Rathausgebäude, wo früher die Klöppelschule beheimatet war. 2001 konnte das Museum eröffnet werden. Die Mitglieder des Klöppelkreises, allen voran Prögler, betreuen das Museum ehrenamtlich und ermöglichen die Öffnungszeiten an den Sonntagen. Außerdem präsentieren sie die Kunst des Spitzenklöppelns. Im Laufe der Jahre hat der Klöppelkreis auch internationale Kontakte geknüpft. So hat er auf die Initiative von Prögler mit Klöpplerinnen aus Klattau/Klatovy und Strasov in Tschechien bereits im Jahr 2000 gemeinsame Ausstellungen gestaltet. Kontakte gab es auch nach Lepoglava in Kroatien und zur Nadelspitzenschule im belgischen Zele.

Seit 2014 gibt es eine Partnerschaft mit dem tschechischen Klöppelort Sedlice. Der Klöppelkreis trifft sich unter Leitung von Prögler regelmäßig in der Alten Schule. Auf Anregung des Klöppelkreises gibt es an der Grund- und Mittelschule Tiefenbach mittlerweile auch einen Arbeitskreis Klöppeln, der im Unterricht als Wahlfach angeboten wird. Der Kreis veranstaltet auch Lehrgänge im Spitzenklöppeln. "Sie leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Bekanntheit dieses alten Handwerks und tragen auch zur Förderung des Fremdenverkehrs in ihrem Heimatort bei", sagte Löffler. Prögler habe sich in den vergangenen 24 Jahren durch ihre ehrenamtliche Arbeit im Klöppelkreis in hohem Maße für das kulturelle Erbe in ihrer Heimat eingesetzt. "Für ihr außergewöhnliches ehrenamtliches Engagement zeichnet sie Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier mit der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland aus", betonte der Landrat. "Ich mache das gerne und bedanke mich für die hohe Auszeichnung", führte Sieglinde Prögler an.

Vielfältig aktiv

Walter Urban ist seit über 55 Jahren mit großem Engagement tätig. Dabei gilt sein Interesse sowohl der Kommunalpolitik als auch der Mitarbeit in den verschiedenen kirchlichen Institutionen, im Verein der Trenckfestspiele Waldmünchen sowie der Feuerwehr Waldmünchen. Seit 1960 spielt er im Festspiel "Trenck der Pandur" mit. Bereits 1976 wurde er zum Schriftführer der Stützpunktfeuerwehr gewählt, 1986 zum stellvertretenden Vorsitzenden und am 9. Januar 2005 zum Vorsitzenden. Seit 1990 ist Urban Mitglied des Stadtrats. Daneben engagiert er sich auch im kirchlichen Bereich. Er gehört ununterbrochen seit 35 Jahren der Kirchenverwaltung an. Seit 17 Jahren ist er Kirchenpfleger. 2002 wurde er in den Waldmünchner Pfarrgemeinderat gewählt. Darüber hinaus ist er seit 34 Jahren Kommunionhelfer und fast ebenso lange als Ordner bei den Fronleichnamsprozessionen tätig.

Besonderes Engagement zeige Walter Urban auch in der Kolpingsfamilie. Seit 1965 ist er aktives Mitglied und wirkte anfangs vor allem beim Kolpingtheater mit. Von 1869 bis 1970 und von 1972 bis 1980 übernahm er erneut den Vorsitz. In Anerkennung seines Lebenswerkes erhielt Urban nun die hohe Auszeichnung. "Gott hat mir viele Talente gegeben und ich habe alles gerne gemacht", bedankte sich Urban dafür.

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