Jugendmedienzentrum T1: Zweisprachige Kurzfilme über Online-Aktivitäten
Sei du selbst -– online und offline

Warme Kleidung war bei den Außendreharbeiten stets gefragt. "Aber es machte Spaß", bestätigten die grenzüberschreitenden Filmteams bei der Premiere im T1-Jugendmedienzentrum Tannenlohe. Bild: hfz
Freizeit
Tirschenreuth
13.12.2016
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Kreisjugendring Vorsitzender Jürgen Preisinger (rechts), Gisbert Schulwitz, Präsident des Rotary-Club Stiftland (Zweiter von rechts) und T1-Leiter Philipp Reich (Vierter von rechts) gratulierten den jungen Filmemacherinnen aus Cheb/Eger und Waldsassen für ihre gelungenen Arbeiten während der gemeinsamen Filmtage in Tannenlohe. Bild: wro

Das Internet ist schon eine tolle Sache. Vor allem in den sozialen Netzwerken lassen sich unzählige Freunde finden. Aber auch Feinde. Wo die Gefahren lauern, zeigt das grenzüberschreitende Medienzentrum.

Der Nachmittag glich einem Filmfestival. Unverkennbar groß war die Spannung im Jugendmedienzentrum T1 in Tannenlohe. Grund dafür war die Premiere von gleich zwei neuen Kurzfilmen. Fünf tschechische Schülerinnen des Gymnasiums aus Eger und sechs deutsche Schülerinnen der Mädchenrealschule in Waldsassen beschäftigten sich in dem grenzüberschreitenden Projekt "Perspektiva" mit dem Thema "Online Aktivitäten".

Während der gemeinsamen Produktionstage erstellten sie in zweisprachigen Gruppen, unterstützt von je einem Übersetzer, die zwei Streifen. "Die Filminhalte sind schnell erzählt", informierte der Leiter des Jugendmedienzentrums, Philipp Reich, auf Anfrage unserer Zeitung. Hauptdarstellerin in einem der beiden Werke ist ein Mädchen, das von ihren Mitschülern gemobbt wird und in einem sozialen Netzwerk zwar ein beliebtes, jedoch anonymes Profil unterhält. Als eine der Mobberinnen dies rausfindet, wird sie erpresst und gezwungen deren Profil zu liken. Erst durch den Rat eines Freundes, ihre Anonymität im sozialen Netzwerk aufzuheben, entflieht sie dem Druck ihrer vermeintlichen "Schulfreundin". Die Botschaft der am Film beteiligten Schülerinnen: "Sei du selbst! - Online wie offline". So auch der Titel des ersten der von binationale Arbeitsgruppen erarbeiteten Projekte.

Auf Privatsphäre achten

In der zweiten Kurzgeschichte dreht sich alles um eine junge Frau, die auf einer Party in betrunkenem Zustand fotografiert wird, deren Bilder aber von sogenannten "Freunden" anschließend online gestellt werden. Während eines Bewerbungsgespräches wird sie von ihrem zukünftigen Chef damit konfrontiert, der zunächst aber noch Verständnis dafür aufbringt: Auch er sei mal jung gewesen, gesteht er der Bewerberin. Den Job aber erhält eine andere Kandidatin. Fazit: Achte auf deine Privatsphäre, vor allem im weltweiten Netz. "Internet kann Freund aber auch Feind der jeweiligen Nutzer sein", so auch die Überschrift der an diesem Nachmittag vorgestellten Produktion. Philipp Reich würdigte die gelungene Zusammenarbeit der Schulen beider Länder, gleichzeitig zeigte er sich sehr zufrieden mit den Ergebnissen. "Die Schülerinnen waren schon von der ersten Projektstunde an unzertrennlich und erlebten eine tolle Zeit, in der Sprachbarrieren und Vorurteile keine Rolle mehr spielten."

Schwierig aufgrund der oft niedrigen Temperaturen gestalteten sich dabei die Außenaufnahmen, gestanden die jungen Filmemacherinnen. Spaß machte es aber trotzdem, vor allem die Arbeit mit der ungewohnten Technik. Gespannt sei man auch auf die Neuauflage weitere Projekte dieser Art im kommenden Jahr.

Unterstützt wurde die grenzüberschreitende Zusammenarbeit vom Rotary-Club Cheb/Eger und dem Rotary-Club Stiftland, der auch die finanzielle Organisation und Förderung durch die Euregio Egrensis ermöglichte. Mit den vorgestellten Kurzfilmen habe man sich auch für die Vorauswahl für das "Jufinale" des Bayerischen Kreisjugendrings qualifizieren können. Reich zeigte sich zwar optimistisch. Ob einer der beiden Projekte auch auf einer großen Leinwand zu sehen sein wird, könne man jedoch noch nicht sagen.

Die Schülerinnen waren schon von der ersten Projektstunde an unzertrennlich.Philipp Reich




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