08.04.2018 - 20:00 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Bayerischer Rap trifft Blasmusik

Kurz vor Konzertbeginn drängen sich die Fans von "dicht & ergreifend" im Kettelerhaus. Alle wollen nach vorn an die Bühne. Das Rap-Duo zeigt vollen Körpereinsatz und bringt das Publikum zum Tanzen, Schwitzen und Singen.

Fette Beats und witzige Texte, eine bunte Lichtshow und bayerischer Rap - diese Mischung bringt das Kettelerhaus zum Beben. Bilder: lue (2)
von Lucia SeebauerProfil

Als der Vorhang am Freitagabend aufgeht, wird der Saal in dunkelblaues Licht gehüllt. Die Leute werden still, auf der Bühne erscheinen vier dunkle Kapuzengestalten. Ihr Einstieg erinnert zunächst an Mönchsgesang, bis die Jungs von "dicht & ergreifend" plötzlich richtig loslegen. Für zweieinhalb Stunden sorgen "Lef Dutti" und "George Urkwell" zusammen mit "DJ Spliff", Tubaspielerin Goldie Horn und Trompeten für ordentlich Unterhaltung.

"Ghetto Mi Nix O" heißt das zweite Studioalbum der Mundart-Rapper, das sie am Freitagabend präsentieren: "Wir machen Musik, weil wir zu faul zum Arbeiten sind", scherzt Fabian Frischmann alias Lef Dutti. Zusammen mit seinem Rap-Kollegen Michael Huber - besser bekannt als George Urkwell - zeigt er, dass Musik eben doch harte Arbeit ist. Reichlich Fans sind angereist, um "dicht & ergreifend" zu sehen. Ihre Musik macht Spaß. Sie mischen Rap mit bayerischem Dialekt, paaren das mit sattem Hip-Hop-Sound, Beats und Rhythmen. Ihre Texte sind witzig, haben aber auch Tiefgang. So geht es darin um die Umwelt, Rassismus oder die Unterschiede zwischen dem Land- und Stadtleben. Gerade mit letzterem kennen sich die in Niederbayern Geborenen besonders gut aus, vor etwa zehn Jahren zogen beide nach Berlin.

Ihre Lieder kommen an. Das erste Album "Dampf der Giganten" wurde 2015 noch über Crowdfunding finanziert. Es schlug ein wie eine Bombe, schnell waren die Konzerte von "dicht & ergreifend" ausverkauft - und zwar nicht nur in Bayern. Auch das Publikum in Tirschenreuth ist restlos begeistert. Die Fans zeigen sich textsicher, singen aus vollen Kehlen zu altbekannten Songs wie "Zipfelschwinga", "Wandadoog" oder "Schnupfen und Dringa" mit. Doch auch neue Hits wie "Wach vom Wecka", "Gries de God scheine Gegend" oder "I frieß so gern" bringen die Leute im Saal zum Ausflippen. So viel Dynamik und Bewegung in den Liedern steckt, so viel Elan und Leben bringen "dicht & ergreifend" auch in ihre Bühnenshow. Mitgerissen von der Musik und der bunten Lichtershow tanzen die Fans bis in die letzte Reihe. Auch ein Moshpit, ein Kreis, in dem die Leute wild tanzten, darf nicht fehlen. Gegen Schluss forderten George Urkwell und Lef Dutti ihre Fans auf, mit ihren Jacken zu wedeln. "Wer keine Jacke hat, kann ja sein T-Shirt oder den BH ausziehen", meint Urkwell mit einem Augenzwinkern. Nach dem Konzert können die Fans schließlich "dicht & ergreifend" noch ganz nah kommen und von den Musikern ein Autogramm oder Foto abstauben.

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