Kunstverein zeigt im Dialog mit Fotofreunden 37 neue Exponate
Von eigenwillig interpretiert bis exakt kopiert

Das Aufbauteam, Anton Eichinger (li.) sowie Hans-Georg Schulze und Tom Brankovic (v. re.) haben ganze Arbeit geleistet, um gemeinsam mit der Vorsitzenden Petra Schicker (mit ihrem großflächigen Gemälde) die Exponate in den Räumen des Museumsquartiers ins rechte Licht zu rücken.
Kultur
Tirschenreuth
02.07.2017
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An zwei Nachmittagen haben Toni Eichinger (links), Tom Brankovic (rechts) und Hans-Georg Schulze (Zweiter von rechts) die Fotoarbeiten und die daraus entstandenen Gemälde im Museumsquartier ins rechte Licht gerückt. Mit Hand angelegt hat auch die Vorsitzende des Kunstvereins Tirschenreuth, Petra Schicker (im Bild mit ihrem Werk "Farbenspiel", das sie nach einer Fotovorlage von Hans-Günter Lauth gefertigt hat). Bilder: ubb (2)

"Dialog von Licht und Farbe" heißt die neue Ausstellung, die ab Mittwoch, 5. Juli, im Museumsquartier zu sehen ist. 37 Mitglieder des Kunstvereins haben 100 Bilder der Fotofreunde als Gemälde, Skulptur oder Keramik neu interpretiert.

Schon vor vier Jahren sei die Idee entstanden, gemeinsam mit den Fotofreunden Tirschenreuth eine Ausstellung zu gestalten, erklärt Petra Schicker, während sie damit beschäftigt ist, eines ihrer bunten Gemälde im Museumsquartier an die Wand zu bringen. Für ihre großflächige Malerei hat sich die Vorsitzende des Kunstvereins Tirschenreuth diesmal das Motiv nicht selbst ausgesucht. Rechts neben ihrem eindrucksvollen Gemälde hängt ein kleineres Bild. Dabei handelt es sich um eine Fotografie des Wiesauers Hans-Günther Lauth. Wäre nicht den Größenunterschied, könnte der Betrachter kaum unterscheiden, bei welchem der zwei Werke es sich um das Original handelt.

100 Fotos Ausgangspunkt

Petra Schickers Werk ist nur eines von 37 Gemälden, die - frei interpretiert oder exakt nachempfunden - von den Künstlern nachgearbeitet wurden. "Im September haben uns die Fotofreunde 100 großformatige Fotos überlassen. Dann begann die Arbeit. Jeder sollte drei davon in seinem eigenen Stil umsetzen", sagt Petra Schicker weiter.

Über ein halbes Jahr konnten sich die Künstler dieser Herausforderung widmen. Während einige schnell Zugang fanden, benötigten andere "bis zur letzten Sekunde", um ihre ureigene Interpretation zu finden. Viele haben die 1:1-Darstellung gewählt. Dennoch haben auch diese Gemälde ein interessantes Eigenleben, alleine aufgrund des Größen- und Materialunterschieds.

Besonders erwähnenswert sind freilich die höchst eigenwilligen "Ausbrecher". Hier ging die Schaffenskraft derart kreative Wege, dass aus den Vorlagen neue Geschichten entstanden sind. Tom Brankovic hat zum Beispiel drei voneinander unabhängige Fotos auf eine Leinwand gebannt. Ein älterer Herr, eine Frau mit einem Glas Sekt sowie ein erotische Akt kommen sich in einem großflächigen, lichthellen Gemälde näher als jemals vorher.

Ausgesprochen kunstvoll sind die Bronzearbeiten von Hans-Georg Schulze. Er hat einem Akt von Fotograf Ernst Reiß als schwarz-weiß gestreifte Skulptur eine moderne Betrachtungsweise gegeben. Witzig, fast schon kabarettistisch, legt Schulze als zweite Arbeit der fotografierten Heuschrecke von Ulrich Langer ihren eigenen Kopf zu Füßen. Titel: "Kopf og'maht". Wie tief der Dialog von Licht und Farbe reichen kann, zeigt Anton Eichinger. Er sieht im "Heiland" (Foto Jürgen Klein) eine Botschaft an die Menschheit. In seiner Umsetzung als "Affenkopf im Tierversuch" weist Eichinger eindringlich auf die gequälte Kreatur hin.

Leichte, einfach nur schöne Motive, wie eine gelbe Rose, Stadtansichten, Landschaften und Tiere, sind ebenso zu sehen wie nachdenklich stimmende Darstellungen. 37 Künstler haben die Herausforderung angenommen. Der Betrachter sollte Zeit mitbringen, um sich auf diesen Dialog einzulassen. Nach der Vernissage am Dienstag, 4. Juli, werden die Werke bis 20. August zu den üblichen Öffnungszeiten des Museumsquartiers gezeigt.

Die Werke stammen von folgenden Künstlern (in Klammern die Namen der jeweiligen Fotografen): Demitrova Demislava (Achim Höfler und Robert Reith), Emma Eckert (Walter Pilsak und Willi Baierl), Anton Eichinger (Lisa Langer und Jürgen Klein), Geslinde Ernst (Karin Bäuml), Friedrich Fischer (Willi Baierl), Tom Brankovic ( Ernst Reiß und Achim Höfler), Petra Gehring (Hans-Günther Lauth), Katharina Hirsch (Horst Klier), Rudolf Jäger (Karl Dietz), Norbert Koenen (Karl Dietz), Christine Kreuzer (Lisa Langer), Christine Michl (Karl Dietz), Kerstin Rumswinkel (Horst Klier), Klaus Sackstraus (Karin Bäuml und Hans-Günther Lauth), Irmtraud Schicker (Ulrich Langer), Petra Schicker (Hans-Günther Lauth, Horst Klier und Albert Schneider).

Hans-Georg Schulze (Ernst Reiß und Ulrich Langer), Margret Seer (Dr. Bernhard Person), Dr. Wolfgang Seidel (Renate Bauer-Zölch und Hans-Günther Lauth), Inka Seidel (Willi Baierl), Angelika Sticht (Lisa Wettinger), Jutta Wimmer (Robert Reith und Karin Bäuml), Angela Ziegler (Dr. Bernhard Person), (ubb)
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